Top-Todesgedanke!
Suizidneigungen?
Jenseitstheorien...
 


         Nach dem Tod wie vor dem Tod: Schlimmer geht immer!
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         Eine pessimistische Philosophie gegen den naiven Suizid



Damals Selbstmord und Hölle, jetzt Suizid und Nichts

Gewiss haben die Leute früher mindestens genauso unter ihrem Leben gelitten wie heute, aber sie haben sich seltener getraut, ihm von eigener Hand ein wohlüberlegtes Ende zu setzen, weil sie damals noch eher geglaubt haben, dafür auf ewig in der Hölle brennen zu müssen. Heute dagegen gilt der Tod i.a. als unwiderrufliches Ende jeglicher Empfindung und damit auch allen Leidens, weshalb der moderne Mensch alles tut, um sich das Leben schön zu machen, und bei Versagen erst zu Plan A der Psychotherapie bzw. Psychopharmaka und dann zu Plan B des Suizids greift.

Das Wissen um das Nichts im Tod ist auch nur ein Glaube

Es ist zweifellos ein Skandal, dass die Kirchen ihren Mitgliedern und mehr noch ihren Nichtmitgliedern im Namen eines allmächtigen Herrgotts mit ewiger Höllenstrafe drohen. Aber ebenso ist es ein Skandal, dass die Säkularen uns allen im Namen der Wissenschaft ein Ende unseres Leids im Tod verheißen, obwohl die Forschung in puncto analytisches Verständnis und synthetische Konstruktion von Bewusstsein weiterhin völlig im Dunkeln tappt, weshalb mitnichten sichere Aussagen darüber gemacht werden können, was mit unserem Bewusstsein im Tod geschieht.

Wir verdrängen, dass das Leid der anderen unseres werden könnte

Angeblich hat der Mensch einen natürlichen Horror Vacui, flieht das Nichts im Tod wie der Teufel das Weihwasser. Aber mit wachsendem Lebensleid sehnt er sich dann doch nach Erlösung, und auf dem Begräbnis seufzen die Trauergäste einander tröstend zu, der Tote habe es nun hinter sich. Plausibler scheint mir: wir fürchten nicht das Nichts im Tod, sondern weiteres Leid, wie wir es bei anderen um uns herum ein Leben lang mitansehen müssen. Wir fürchten, dass es uns einmal wie anderen - Menschen, Tieren, Pflanzen oder Dingen - ergeht, wenn wir unser jetziges Leben verloren haben.

Statt Erlösung im Jenseits: zufällige Wiedergeburt im Diesseits

Das zeitgemäße Nichts im Tod ist ebenso wie das überkommene Paradies im Tod ein ewiges leidloses Jenseits, in das wir unser endliches leidvolles Diesseits nur allzu gerne eingebettet sehen wollen. Aber viel wahrscheinlicher ist doch, dass es nur das gibt, was wir wirklich sehen können, nämlich leidvolles Existieren. Dass wir als ewig leidende Ich-Kerne nach dem Zufallsprinzip immer wieder endliche persönliche Gestalt annehmen müssen, statt in einem individuell für uns reservierten Himmels- oder Nichts-Jenseits auf ewig vor all dem Leid sicher sein zu dürfen, das uns bereits in unserem privilegierten Leben zumeist verschont hat.

Ein anderes Los im Diesseits ist fast immer ein schlechteres Los

Wer diesen Text hier lesen kann, ist umgeben von zahllosen anderen, die viel mehr leiden als er. Vielleicht beneidet er ein paar wenige Glückspilze, aber mit den Heerscharen von unglücklicheren Wesen würde er keinesfalls tauschen wollen. Suizid erwägt er v.a. dann, wenn er glauben kann, dass der Tod für ihn eine endgültige Erlösung vom Dasein bedeutet. Aber auch wenn die Realisten dies steif und fest behaupten - ist das wirklich "realistisch"? Wir haben uns an den Gedanken gewöhnt, dass im Tod alles aus sei, mehr nicht. Besser noch einmal gründlich nachdenken und erkennen: das Nichts im Tod ist viel zu schön, um wahr zu sein!




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Why true pessimists don't commit suicide


This world sucks

The stronger ones exploit, kill and eat the weaker ones

We humans from wealthy countries are very privileged

but even our lives are mostly worse than nothingness


The art of honest metaphysics

Honest metaphysics means speculating about the whole story

when only a part of the story can be known and understood

So where do I as an individual come from and where do I go to?


Random reincarnation in this world's eternity

Monotheism and realism both promise us salvation from all earthly suffering

but isn't the ultimate relief of pain when I'm dead way too good to be true?

The belief in random reincarnation is more plausible and ends my suicidality