13.10.2026
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493) Wer ist der erste Beweger?, zu 492), 491), 490), 451), 350), 327), 325), 296), 293), 283), 232), 230), 195), 88), 60) und 18)
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Was bewegt den Mind at Large? Natürlich er selber. Selbsterregung.
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Aber warum bewegt er sich? Ich glaube: er leidet sonst am All-Ein-Sein.
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Evt. folgt nicht Leid aus Selbsterregung, sondern Selbsterregung aus Leid!
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Bewegungslosigkeit bedeutet für den Bewegungsfähigen Leidensdruck.
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Aber zuviel Bewegung überkompensiert das Leid Richtung Leidenschaft.
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Ohne Reflexionsfähigkeit sieht der M@L das nicht ein, das ist schlecht.
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Der Mensch hingegen kann das einsehen, sein Überreagieren ist böse.
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Wir sind es aber nun mal gewöhnt, aktionistisch unseren Vorteil zu suchen.
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Wir sollten umgekehrt üben, passionistisch unseren Nachteil auszuhalten.
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Und dem Mind at Large vorleben, dass man zur Ruhe zurückfinden kann.
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Alle reintegriert zu EINEM ruhigen M@L? Evt. noch leidvoll, aber gerecht!
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13.10.2026
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492) Das Böse existiert nicht von vornherein, zu 66), 166), 490) und 491)
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Als ontologischer Idealist meine ich, Bewusstsein ist unhintergehbar.
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Aber ich halte das Bewusstsein für zuerst einmal passiv bzw. erleidend.
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Alle "Aktion" ist m.E. Reaktion auf dieses Leid, vgl. das Neugeborene.
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Man muss leider reaktiv sein, evt. ist man hyporeaktiv oder hyperreaktiv.
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Das Böse ist Überreaktion auf Leid, über die Notwehr Hinausgehendes.
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13.10.2026
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491) Der passive Geist, zu 490) und 60)
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Auch die monistischen Ontologien haben noch viel von Descartes' Dualismus.
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Da ist der Geist traditionell das Aktive und die Materie traditionell das Passive.
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Mit der modernen Physik hat sich ja der Monismus aktiver Materie entwickelt.
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Und ich gründe nun meine monistische Philosophie auf einen passiven Geist!
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N.B. Oder besser ganz nondualistisch, also weder bewirkend noch erleidend?
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13.10.2026
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490) Meine pessimistische Ontologie: passiver Idealismus, zu 489), 469), 60), 50) und 1)
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In einem entscheidenden Punkt ist Schopenhauer westlicher Philosoph geblieben – sein Subjekt, der blinde Wille, ist ein aktives.
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Auch Kastrups universelles Bewusstsein hat primär diese aktive Qualität, welche schon Schopenhauers Bezeichnung "Wille" klar ausweist.
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Ich stelle mir jedoch vor, dass bereits die all-eine Ichheit leidet, als passives Subjekt; leidlos wäre m.E. nur das absolute Nichts.
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Aber dieses ist für den Idealisten unmöglich, denn das Subjekt liegt ontologisch zugrunde (lat. subjectum, das Zugrundeliegende).
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Schon das all-eine Subjekt ohne Gegenüber bzw. Objekt ist m.E. ein Unterworfenes, Ausgeliefertes (lat. subjektum, das Unterworfene).
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Das Leid fängt m.E. schon beim All-Ein-Sein bzw. reinen Sein an, und die Dissoziation der vielen Alters wird m.E. genau dadurch ausgelöst.
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Aber wie bei der menschlichen DID wird der Krieg der Alters gegeneinander evt. sogar schlimmer als das, was die DID einst ausgelöst hat.
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Pessimistisches Ziel ist m.E. die Reintegration all der Alters bzw. die Rückkehr zum reinen Sein, denn allein ist immer noch besser als gegeneinander.
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Bleibt die Frage, ob immer wieder alles von vorne losgehen muss oder ob der Mind at Large sich nach einmaliger DID merken kann: don't dissociate!
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13.10.2026
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489) Erlösung à la Schopenhauer, zu 1), 50) und 488)
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Das absolute Nichts bzw. nihil negativum i.S.v. Nichtsein ist für den ontologischen Idealisten logisch unmöglich, sagt Kant und ebenso sagt es dann auch Schopenhauer.
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So bedauert Schopenhauer etwa in seinem letzten Satz an Gwinner, dass mit dem Tod keine endgültige Bewusstlosigkeit einkehrt, wie die ontologischen Materialisten glauben.
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Dafür ist nach seiner Lehre das relative Nichts bzw. nihil privativum erreichbar für das Individuum als aktives Subjekt á la Kant – verneint es den Willen aktiv, existiert es nicht mehr.
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Bei noch nicht verneintem Willen steht das relative Nichts bloß für die philosophisch denkbare Abwesenheit des Daseins, das Nirwana dagegen ist dann die mystische Praxis.
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Des Weiteren könnte sich laut Schopenhauer der Antinatalismus als eine Art geistig-moralischer Infekt verbreiten und das Aussterben der Menschen, Tiere, Pflanzen nach sich ziehen.
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Der metaphysische Wille als Ganzes werde gemäß Schopenhauer nicht weniger, der Antinatalismus aber könne der materiellen Erscheinungswelt des Willens die Bühne entziehen.
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06.10.2026
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488) Pessimismus beim Wort genommen, zu 485), 451) und 62)
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Ewige Gefangenschaft in der schechtesten aller möglichen Welten?
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Schopenhauer ist da nah dran, nur Heilige können ihr entkommen.
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Andere Pessimismen sind weniger krass, vergleichsweise tröstlich!
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05.10.2026, zuletzt editiert am 06.10.2026
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487) Man kann es sich nicht aussuchen, zu 198), 119), 46) und 1)
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Dass ich lieber nicht existieren würde bzw. lieber nie existiert hätte, habe ich mir nicht ausgesucht.
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Und Suizid ist nichts für mich, da ich fürchte, Nichtexistieren und Totsein sind sogar Gegensätze.
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04.10.2026, zuletzt editiert am 05.10.2026
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486) Das unwillige Ego, zu 485), 452), 405), 401), 359), 317), 232), 227), 210), 100), 95) und 1)
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Die Verneinung ist m.E. unsere unmittelbarste Reaktion auf das Dasein.
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Babys zeigen die Ablehnung des Daseins noch mit ihrem ganzen Wesen.
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(Aber diese Authentizität treibt uns die Gesellschaft nach und nach aus.)
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Suizid zu begehen wiederum wird für uns ganz und gar nicht zur Regel.
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Scheinbar wissen wir intuitiv: so ist das Nichtsein leider nicht zu haben.
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Nein, wir müssen vielmehr als unwilliges Ego gegen das Dasein votieren.
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Wäre erst die Mehrheit lebenslang gegen das Dasein, hörte es dann auf?
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N.B. Wutbürger sind nurmehr gegen Spezielles, keine Erlösung in Sicht.
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01.10.2026, zuletzt editiert am 02.10.2026
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485) Ginge es im Mind at Large demokratisch zu..., zu 42), 451), 462), 472), 475) und 480)
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...hätten sich die Lebewesen das Dissoziiertwerden nicht längst verbeten?
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Es sei denn, als M@L geht es einem noch schlechter als als Lebewesen.
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Als Kontrast zum Leben ist das Reassoziiertwerden im Sterben evt. schön.
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Ganz und gar auf den M@L erweitert wird's aber evt. ganz und gar hässlich.
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Warum sonst verengt er sich unablässig auf zahlose leidende Lebewesen?
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Als daseinsverneinendes Ego votiere ich gegen das Dissoziiertwerden.
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M@L-Sein ohne alle dissoziativen Grenzen ist mein Ziel, also das reine Sein.
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Schaut aber leider so aus, als fände der Mind at Large das allzu langweilig.
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Trotzdem will ich dem M@L weiter ein daseinsverneinendes Beispiel geben.
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N.B.1 Laut Schopenhauer gibt's die seltene Gnade des individuellen Nirwana.
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N.B.2 Laut Kastrup leiden wir, damit der M@L sich über uns selbst erkennt.
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N.B.3 Ich fände es gut, den M@L demokratisch vom Dissoziieren abzubringen.
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30.09.2026, zuletzt editiert am 01.10.2026
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484) Idealistischer Pessimismus mit universaler Moral, zu 483), 475), 469), 452) und 275)
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Das Sein wäre besser nicht, aber das Nichtsein ist unmöglich.
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Moralisches Ziel ist das reine Sein, offensiver Kampf ist falsch.
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27.09.2026, zuletzt editiert am 30.09.2026
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483) Historischer Doppelfehler, zu 484), 482), 42) und 11)
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Wir haben den moralinsauren Gott erschlagen und suhlen uns nun im Feeling of being after?
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Gott als M@L kennt aber keine Moral, universale Moral ist die beste Erfindung des Menschen!
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Erst unterstellt die Tradition die universale Moral ihrem Gott, dann sagt die Postmoderne sie ab.
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27.09.2026
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482) Prämoralisch und postmoralisch, zu 266), 230), 113) und 66)
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Das prämoralisch Schlechte als Ursprung ist eher verzeihlich, das postmoralisch Böse als Rückfall ist eher unverzeihlich.
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24.09.2026
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481) Diesseits und Jenseits für den Moralisten, zu 471), 472), 475), 476), 478), 479) und 480)
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Das Diesseits ist meine je endliche epistemische Illusion, das Jenseits ist meine unendliche ontische Wirklichkeit.
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Im Diesseits bin ich Ego, je endlich in Zeit und Raum, unwissend, aber metabewusst mit Vernunft und Moral.
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Im Jenseits bin ich Ichheit, ohne Zeit und Raum, allwissend, aber nur phänomenal bewusst als Mind at Large.
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Als Mind at Large neige ich zur Dissoziation zahlloser Lebewesen, via deren Reflexionsfähigkeit ich mich entwickle.
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Leben ist Leiden. Nur Freude oder Nichtsein wäre besser, aber vielleicht sind diese ja das teleologische Ziel.
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Bis dahin ist es unser Job als höhere Lebewesen, für die in Reaktion auf unser Leid entwickelte Moral zu sorgen.
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N.B.
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Laut Schopenhauer ist der blinde Wille schlecht und unverbesserlich, einziger Ausweg: individuelle Willensverneinung.
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Kastrup hält den Mind at Large für evolutionär entwicklungsfähig, wir höheren Lebewesen können also Moral einbringen.
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Entwicklungsfähig heißt leider noch lange nicht, dass die Entwicklung eine gute Richtung nimmt, aber möglich ist es.
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Ich bin mir unsicher, ob ich als Moralist eher mit oder gegen den Strom des M@L schwimme, aber ich bleibe Moralist.
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22.09.2026
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480) Jenseitstheorien: auf die Perspektive kommt es an, zu 42), 325), 364), 472) und 478)
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Der vorgestellte Wechsel zwischen Mind-at-Large-Sein und Lebewesen-Sein fühlt sich wohl sehr unterschiedlich an, je nachdem, ob man Ersteres oder Letzteres als Ausgangsperspektive wählt.
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Sicherlich wäre es eine Erleichterung, sich als leidendes Lebewesen gerade auf der endlichen Reise zwischen zwei leidlosen Heimataufenthalten als Mind at Large fühlen zu dürfen, aber:
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erstens ist es leider durchaus möglich, dass es der leidende M@L ist, welcher sich in die partikularen Illusionen des Lebewesen-Seins flüchtet, und
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zweitens ist es moralisch evt. die viel anständigere Wahl, sich mit den leidenden Lebewesen statt mit dem leidlosen M@L zu solidarisieren.
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19.09.2026
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479) Althergebrachte Modelle, zu 478), 466) und 230)
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Das heute eher Schlechte hat früher mal angefangen als das bessere Neue nach dem noch schlechteren Alten.
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Das gilt für den althergebrachten religiösen Moralzwang ebenso wie für die althergebrachten Jenseitsmodelle.
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18.09.2026, zuletzt editiert am 19.09.2026
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478) Wohl und Wehe des Abschieds vom Raumzeit-Fundamentalismus, zu 42), 375), 464), 465), 472) und 476)
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Die überkommenen Jenseitsvorstellungen, ob Himmel und Hölle, Wiedergeburt oder Nichtsein, legen alle – ob bewusst oder unbewusst – eine absolute Raumzeit zugrunde, und erzeugen alle – ob bewusst oder unbewusst – zwei entgegengesetzte Formen von Angst:
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- die traditionelle Annahme, eine unendlich lange, linear verstreichende Zeit bewältigen zu müssen, überfordert uns – die Vorstellung, etwas aberzillionenmal zu erleben, lässt uns erschaudern
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- FOMO bzw. Fear of missing out, also die Angst etwas zu verpassen, muss maximal werden, wenn der moderne Mensch sein Dasein nur noch als Wimpernschlag im unermesslichen Universum begreift
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Wer aber vom Glauben an die absolute Raumzeit abfällt, der ist einerseits erleichtert, dass die beiden genannten Ängste weichen, wird andererseits aber aufs Neue verängstigt durch zunehmend unverständliche bzw. paradox anmutende ontologische Modelle.
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N.B. Ein erträglicher Zwischenzustand nach den alten und vor den neuen Jenseitsmodellen ist evt. die Via negativa, also der Versuch zu verstehen, was das Jenseits schon mal NICHT ist: so ist es etwa keine Ewigkeit verstreichender Zeit, die ich erlebe bzw. nicht erlebe.
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13.09.2026, zuletzt editiert am 14.09.2026
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477) Die Täter vom Pausenhof, zu 466), 459), 445), 398), 381), 352), 351), 256), 249), 246), 242), 241), 240), 119), 78) und 74)
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...quälen ihre Opfer, reagieren sich an den Schwächeren ab; das macht ihnen Spaß und ist zugleich auch ein "gutes" Training für den gesellschaftlichen Weg nach oben – die Lehrer unternehmen i.a. wenig dagegen, waren schon früher bzw. sind noch heute selber Täter bzw. selber Opfer bzw. ignorieren es bzw. verdrängen es bzw. haben keine Ahnung...
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13.09.2026, zuletzt editiert am 14.09.2026
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476) Der Jenseits-Baukasten, zu 475), 472), 465), 377), 345), 195), 47) und 42)
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Als ich nach der Erinnerung an meine Nahtoderfahrungen nicht mehr an das materialistische Nichtsein im Tod glauben konnte, brauchte ich ein Update.
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Die m.E. moralisch wünschenswerte aber unplausible karmische Wiedergeburt baute ich um zur mir wesentlich plausibleren zufälligen Wiedergeburt.
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Dieses Modell hielt lange, hat mich aber arg bedrückt – nach zwanzig Jahren gelang mir mit Kastrups analytischem Idealismus das bislang letzte Update:
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Ich bin nicht nur immer wieder andere Person mit demselben Ichkern, ich bin Mind at Large jenseits von Raum und Zeit, der Myriaden von Personen träumt.
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Raum und Zeit sind erst Wahrnehmungskategorien von uns Personen, und die Weltgeschichte emergiert erst aus unseren kommunizierten Wahrnehmungen.
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Die Vorstellung zahlloser Leben überfordert, denn man denkt sie sich in einer überindividuellen Raumzeit aneinandergereiht, aber darin liegt wohl der Fehler.
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Hinter der in endloser Sisyphusarbeit zu absolvierenden Wiedergeburtskette steckt noch die materialistische Annahme einer ontologischen Raumzeit.
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N.B. An den gängigen Jenseitsmodellen mag zwar immer etwas Wahres dran sein, oft erzeugen sie aber auch falsche Hoffnungen bzw. falsche Ängste.
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13.09.2026, zuletzt editiert am 14.09.2026
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475) Moralistischer Pessimismus plus analytischer Idealismus, zu 452), 451), 327), 42) und 3)
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Moralistischer Pessimismus: es bleibt für mich dabei, dass dieses ganze Dasein etwas ist, das überhaupt nicht sein sollte
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...plus Monotheismus: Weltuntergangsprophetie im Namen von Gott oder Aufstand der Gläubigen gegen Gott (Respekt!)
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...plus ontologischer Materialismus: benevolent world-exploder, Voluntary Human Extinction Movement, Antinatalisten
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...plus analytischer Idealismus: meine hoffentlich harmloseste Kombination mit der Sehnsucht nach einem M@L, der Ruhe gibt
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N.B. In jedem Fall ergibt sich aus dem moralistischen Pessimismus eine Art Mitnahmesuizid-Mentalität, welche erst im genannten dritten idealistischen Fall auf (nicht ideelle) Gegenaktionen verzichtet...
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12.09.2026
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474) Wer ist religiös?, zu 455) und 136)
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Religiös ist, wer eine Weltanschauung und insbesondere ein Jenseitsmodell für das wünschenswerteste hält UND auch selber erreichen zu können glaubt.
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Ich bin areligös, weil ich die m.E. wünschenswertesten Jenseitsmodelle Paradies und Nichtsein – persönlich wie generell – für unerreichbar halte.
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Nichtsdestotrotz hoffe ich darauf i.S.v. Idealen, an denen ich mich orientiere, strebe aber konkret nach dem m.E. näher liegenden Ideal des reinen Seins.
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Der mangelnde Glaube, dass alles gut werden oder vorbeigehen kann, macht mich zum Pessimisten, der das Dasein insgesamt negativ bewertet.
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12.09.2026, zuletzt editiert am 13.09.2026
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473) Gesellschaftlich rangiert Moral hinter Erfolg, zu 230) und 403)
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...ist aber noch nicht egal geworden, das Ranking sieht so aus:
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- erfolgreich & moralisch
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- erfolgreich & amoralisch
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- erfolglos & moralisch
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- erfolglos & amoralisch
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N.B. ...aber mein persönliches Ranking als Moralist sieht so aus:
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- moralisch & erfolgreich
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- moralisch & erfolglos
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- amoralisch & erfolglos
.
- amoralisch & erfolgreich
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08.09.2026, zuletzt editiert am 10.09.2026
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472) Kastrups Jenseitstheorie, zu 471), 464), 61), 51), 48) und 42)
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Dass ich als Person bzw. Ego vom Mind at Large dissoziiert und reassoziiert werde, mag erst mal tröstlich klingen, ist aber nur ein kleiner Ausschnitt des Ganzen; im Grunde bin ich stets der Mind at Large bzw. die Ichheit, lokalisiere immer wieder zu neuen endlichen Personen und delokalisiere immer wieder zum Mind at Large, mich mithilfe von deren im Tod geernteten bzw. geerbten Erinnerungen weiterentwickelnd.
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N.B.1 Fühlt sich an wie mein zuvor geglaubtes Modell der zufälligen Wiedergeburt als immer wieder Andere, das ohne willkürliche Vorwärts- und Rückwärtssprünge in der (noch ontologisch zugrundegelegten) Zeit ebenfalls Entwicklung bzw. Evolution beinhalten würde – einziger großer Unterschied ist dann m.E., dass nun zwischen Ende eines alten bzw. Anfang eines neues Individuums ein M@L-Intermezzo liegt.
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N.B.2 Die gewaltige Bewusstseinserweiterung bei Reassoziation des Lebewesens durch den Mind at Large erklärt die Nahtoderfahrungen, die ich hatte, während mein voriges Jenseitsmodell der zufälligen Wiedergeburt nichts Entsprechendes vorzuweisen hat. Jedes Individuum sein zu müssen klingt für mich definitiv schlimm, das M@L-Sein dazwischen macht es evt. besser, evt. aber auch noch schlimmer...
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N.B.3 Allerdings neige ich wohl zum Solipsismus, d.h. halte Ego und Ichheit nicht genug auseinander und fürchte mich als Ego davor, alle Last der Welt könnte nur mir aufgebürdet sein – dem ist nach Kastrup nicht so, vielmehr stünde es uns gut an, von der persönlichen Endlichkeit auszugehen und jedes Leben als sinnvollen Beitrag zum großen Ganzen aufzufassen, statt auch noch am Leiden zu leiden (meta-suffering).
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08.09.2026
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471) Kastrups drei Beschreibungsebenen des Daseins, zu 465), 436), 345) und 42)
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Die "objektiv"-ontologische Originalwelt an sich ist im analytischen Idealismus von Bernardo Kastrup EIN Subjekt bzw. subjektives Feld bzw. Bewusstseinsfeld bzw. universelles Bewusstsein bzw. Mind at Large bzw. M@L jenseits von Raum und Zeit bzw. ohne Raumzeit.
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Die subjektiv-epistemologische Welt für mich als vom M@L dissoziiertes Individuum ist die von meinen Sinnesorganen konstruierte reduzierte Darstellung der Welt in meiner persönlichen Raumzeit auf meinem dashboard of dials, platonisch gesagt ein Schatten der Welt mit viel weniger Dimensionen als das Original, meine physikalische Welt als Interferenz von innerer und äußerer mentaler Welt auf meiner dissoziativen Grenze.
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Die intersubjektiv-epistemologische Welt für uns ist kollektiv durch kommunikativen Abgleich unserer individuellen Wahrnehmungen konstruierte reduzierte Projektion auf unser weltgeschichtliches Raumzeit-Gerüst bzw. ist gesellschaftliches Narrativ bzw. consensus reality bzw. convenient fiction.
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07.09.2026
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470) Ranking meiner nihilistischen Wünsche als idealistischer Pessimist, zu 469), 468), 440), 407), 405), 371), 359), 333), 317), 279), 264), 236), 179), 136), 59), 44) und 42)
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- jedes Individuum sollte sich instantan und endgültig annihilieren können
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...und nur wenn das nicht möglich ist:
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- die ganze Welt sollte instantan und endgültig annihiliert werden
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...und nur wenn das nicht möglich ist:
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- ich selber will mich instantan und endgültig annihilieren können
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...und nur wenn das nicht möglich ist:
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- nichts soll sich ändern, die Welt soll so bleiben wie sie ist
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N.B. Noch die plausibelste Hoffnung ist für mich die Rückkehr des Mind at Large zum reinen Sein.
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03.09.2026, zuletzt editiert am 07.09.2026
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469) Pessimistische Stilllegung des Mind at Large, zu 468), 463), 318), 317), 295), 293), 232), 179) und 42)
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Führt das ersehnte Ausklingen aller Erregung des Mind at Large endgültig zum reinen Sein zurück, oder beginnt dann in Ermangelung aller Erinnerung alles Leid von vorn?
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Alles Schlechte löschen, so dass keine oder nur noch gute Erinnerung bleibt, ist evt. keine gute Idee, weil sonst alles Wissen fehlt über das, was nicht mehr passieren soll...
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N.B. Das Wichtigste bis Einzige, was die Ichheit des Mind at Large nach Auffassung des idealistischen Pessimisten lernen bzw. sich merken können sollte: don't dissociate!
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02.09.2026
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468) Wünschenswerte Zukunft mit materialistischer bzw. idealistischer Ontologie, zu 463), 411), 327), 236), 177), 131), 109), 44) und 1)
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Wenn die materialistische Ontologie recht hat, was mir als philosophischem Pessimisten, der das Nichtsein dem Dasein vorzöge, ungleich lieber wäre, dann ist – Glück im Unglück – unser Bewusstsein endlich. Allerdings bringen wir Menschen mit unserem Optimism Bias dann evt. irgendwann künstliches Bewusstsein bzw. unseren Mind Upload auf Maschinen zuwege, um unser natürliches Ende hinauszuzögern. Das Maschinenbewusstsein ohne Biovergangenheit wiederum geht dann evt. irgendwann dazu über, uns in Wirklichkeit unglückliches ehemaliges Biobewusstsein zu unserem eigenen Besten abzuschalten –> Erlösung 2.0
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Seit meinen Nahtoderlebnissen gehe ich jedoch davon aus, dass die idealistische Ontologie recht hat und die wünschenswerte Zukunft leider eine bewusste sein MUSS, weil Bewusstlosigkeit nur mit der materialistischen Ontologie Defaultzustand bzw. praktisch möglich ist. Mit der idealistischen Ontologie zumindest theoretisch möglich wäre dann das Nichts nicht i.S.v. Nichtsein, sondern das Nichts i.S.v. reinem Sein bzw. absoluter Ruhe, oder sogar die absolute Harmonie, wobei beides angesichts des Status Quo wohl fernstes Ziel bleibt – Sehnsuchtsorte, die wir für den Rest unserer Ewigkeit als die reinen Ideale anzustreben haben...
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01.09.2026
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467) Moralist –> Idealist –> Pessimist, zu 466), 463), 459), 375), 220) und 158)
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Während die heute von mir als logisch folgerichtig empfundene Reihenfolge meiner philosophischen Haltungen Pessimismus –> Idealismus –> Moralismus lautet, siehe 463), dürfte die biographische eher umgekehrt aussehen:
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Religiöser Moralist: die kirchlich indoktrinierte Moral hat mich als Kind in die soziale Isolation getrieben, denn alles, was in meiner Peergroup an derben Späßen üblich war, galt meinem Christentum als strengstens verpönt.
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Ontologischer Idealist: erst Höllendrohung und später Nahtoderinnerungen nahmen mir erst den Glauben an mein Paradies und später an mein Nichtsein, blockierten mir die Auswege tröstliche Vorfreude aufs Jenseits und Suizid.
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Philosophischer Pessimist: eine Welt, in der alles, was man gerne treiben würde, verboten ist – zugunsten genussmittelfreier Veranstaltungen mit schlimmer selbstgemachter Musik – ist eine Welt schlechter als keine Welt.
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31.08.2026
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466) Wie viel Moral kann man verlangen?, zu 459), 445), 444), 441), 284) und 3)
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Zu meiner eigenen Verwunderung kann ich zunehmend Verständnis aufbringen für amoralisches Verhalten – ist das Böse wirklich stärker als das Gute, was ich befürchte, ist derjenige, welcher auch die andere Wange hinhält, ja ein Leidender für nichts und wieder nichts.
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Umgekehrt wächst auch mein Verständnis für die Höllendrohung, wenn aus obigen Gründen nicht mehr absehbar ist, wie weit blanker Egoismus und moralische Verrohung noch fortschreiten werden, solange keine drakonischen Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
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Obwohl ich weit davon entfernt bin, amoralisches Verhalten oder die darauf erfolgte Reaktion überkommener erzieherischer Praxis zu befürworten, tut es mir doch gut, nicht mehr allzu wütend sein zu müssen auf diese beiden für mich persönlich bislang maximalen Ärgernisse.
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N.B. Echter Altruist kann nur sein, wer selber nix davon hat, oder? Was der Märtyrer von seinem Wangehinhalten aber eventuell hätte, wäre ein früherer Tod und damit eine schnellere Ankunft im materialistisch versprochenen Nichtsein bzw. religiös versprochenen Paradies.
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31.08.2026, zuletzt editiert am 08.09.2026
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465) Objektiver oder subjektiver Idealismus?, zu 2), 41), 42) und 345)
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Kastrups analytischer Idealismus ist beides: ontologisch ist er objektiver Idealismus mit einer an sich gegebenen Welt jenseits von Raum und Zeit; epistemologisch ist er subjektiver (bzw. intersubjektiver) Idealismus mit einer für mich (bzw. für uns) individuell (bzw. kollektiv) konstruierten Welt in Raum und Zeit.
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Raum und Zeit gibt es erst einmal nur in der Wahrnehmung des Individuums, und die raumzeitliche Weltgeschichte emergiert als gesellschaftliches Narrativ bzw. consensus reality bzw. convenient fiction durch unsere sehr ähnliche Wahrnehmung des Mind at Large und deren anschließenden kommunikativen Abgleich.
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31.08.2026
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464) Ranking von Jenseitsmodellen, zu 444) und 42)
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Während Himmel und Hölle für mich die anschaulichste Jenseitsvorstellung bieten, welche allerdings auch am unplausibelsten und ganz nach Manipulation der armen Sünder klingt, ist Reintegration in den Mind at Large für mich die plausibelste Jenseitstheorie, dafür allerdings gar keine Jenseitsvorstellung mehr, weil eben gar nicht konkret vorstellbar.
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31.08.2026, zuletzt editiert am 01.09.2026
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463) Pessimist –> Idealist –> Moralist, zu 461), 193) und 109)
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In erster Linie bin ich philosophischer Pessimist, der das Nichtsein dem Dasein ganz klar vorziehen würde.
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Unter dieser Voraussetzung stellt sich als Nächstes die ontologische Frage: Materialist oder Idealist?
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Ohne religiöse Erziehung oder mystische Erlebnisse ist man eher Materialist und erwägt krasse Konsequenzen:
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Diese reichen von Antinatalismus bis Suizid, wobei deren Seltenheit einen menschlichen Optimism Bias nahelegen.
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Ich bin aber Idealist, meine Konsequenzen erschöpfen sich in Maßnahmen, die Materialisten einfach für sinnlos halten:
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So sehe ich den Lebenssinn, wobei ich an dessen Existenz selber zweifle, im Entwurf moralistischer Fernstziele.
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Es geht darum, die Welt dereinst zu einem besseren Ort zu machen, zu einem stillen oder gar harmonischen.
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30.08.2026, zuletzt editiert am 31.08.2026
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462) Antinatalismus?, zu 222), 277), 325), 332), 355), 403) und 451)
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Ich verstehe diejenigen Antinatalisten, welche es als philosophische Pessimisten und ontologische Materialisten für unmoralisch halten, Kinder in die Welt zu setzen.
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Als philosophischer Pessimist und ontologischer Idealist halte ich es jedoch für möglich, dass nur metabewusste Nachkommen dereinst die kollektive Erlösung vollbringen.
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So besteht der Sinn des Lebens für mich als pessimistischen Idealisten darin, "mitzudenken", damit wir auf diesem Weg dereinst evt. doch noch ins kollektive Nichtsein finden.
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Aber da bin ich mir alles andere als sicher und deshalb weder Pronatalist noch Antinatalist. Und die meisten Menschen bleiben da wohl ohne groß zu überlegen eher neutral.
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Allerdings scheint es mir grausam, dass Materialisten, die ihr Dasein für besser halten als nichts, ihren Kindern sehenden Auges das Risiko eines sehr viel schlimmeren Daseins zumuten.
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28.08.2026
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461) Philosophisch allzu grob assoziiert..., zu 179), 271) und 284)
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... wenn einerseits Optimismus, Idealismus und Moralismus, andererseits Pessimismus, Materialismus und Amoralismus zusammengehören.
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Ich selber positioniere mich als Pessimist, Idealist und Moralist, und sicherlich gibt es ebenso Vertreter der übrigen sieben Kombinationen.
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27.08.2026
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460) Auf der guten Seite kämpfen oder gar nicht kämpfen?, zu 459), 457), 435), 241) und 176)
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In dieser Frage unterscheidet sich m.E. die westliche von der östlichen Moral: ich plädiere mit letzterer dafür, nach Möglichkeit gar nicht zu kämpfen, würde jedoch keinem die Legitimation zu angemessener Selbstverteidigung absprechen – und selbst mit dieser ist man bereits gewaltig im Nachteil, denn Angriff ist und bleibt in unserer schlechten Welt leider die bei Weitem "beste" Verteidigung.
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27.08.2026
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459) Bad is stronger than good?, zu 457), 445), 241) und 227)
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Diese Einschätzung impliziert vier moralische bzw. amoralische Typen:
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- das Gute in der Welt ist stärker als das Böse – ist mir lieber so
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- das Gute in der Welt ist stärker als das Böse – wäre mir andersrum lieber
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- das Böse in der Welt ist stärker als das Gute – ist mir lieber so
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- das Böse in der Welt ist stärker als das Gute – wäre mir andersrum lieber
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Ich zähle mich zum letzten Typ und der vorletzte ist meine Nemesis.
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N.B. Aber Kampf & Sieg? Besser wäre Nichtsein, am besten Harmonie!
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24.08.2026
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458) Jenseits und Moral – religiöse Scheinprobleme der Menschheit?, zu 457), 445), 420), 419), 277) und 42)
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Jenseits: ist solcherlei Angst und Sehnsucht bezüglich Endlichkeit und Unendlichkeit stets vergeblich?
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(...weil uns ein mögliches Nichtsein "nichts angeht" – Zitat von Epikur, der das vom Tod behauptet und nach Überzeugung von ontologischen Idealisten nur vom Nichtsein sagen dürfte, welches ontologische Materialisten aber mit dem Tod gleichsetzen)
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Moral: ist sie der Natur und damit dem von uns zu moralischen Zwecken postulierten Gott völlig egal?
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(...weil der Mind at Large keine Vernunft und damit keine Moral entwickeln kann, ohne fähig zur Reflektion bzw. ohne metabewusst zu sein, was laut Kastrup eine dissoziative Grenze erfordert, wie sie nur Lebewesen für je endliche Zeit besitzen)
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23.08.2026, zuletzt editiert am 24.08.2026
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457) Kirchliche Verknüpfung von Jenseitsschicksal mit moralischem Verhalten, zu 277), 355), 434), 435), 443) und 444)
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Auf die Drohung mit dem schlimmen oder schlimmsten Schicksal im Jenseits bei moralisch abweichendem Verhalten kann der Bedrohte in dreierlei Weise reagieren:
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a) mit moralischem Wohlverhalten entsprechend den kirchlichen Geboten
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b) mit der Entkräftung der Drohung durch ein alternatives Jenseitsmodell
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c) mit einem inividuellen Update der Gebote fürs eigene reine Gewissen
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Zwecks c) setze ich den östlichen Quietismus anstelle des westlichen Aktionismus bzw. den negativen Utilitarismus anstelle des positiven –> folgendes moralisches Ranking:
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- Schlechtes unterlassen
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- Gutes tun
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- Gutes unterlassen
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- Schlechtes tun
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18.08.2026
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456) Religiöse und areligiöse Optimisten und Pessimisten, zu 455) und 319)
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Religös ist m.E., wer vom Tod das glaubt, was er sich vom Tod wünscht.
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- Wer ewig weiterexistieren will und daran glaubt, ist religiöser Optimist.
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- Wer das zwar auch will, aber nicht daran glaubt, ist areligiöser Optimist.
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- Wer ins Nichts verlöschen will und daran glaubt, ist religiöser Pessimist.
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- Wer das zwar auch will, aber nicht daran glaubt, ist areligiöser Pessimist.
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N.B. Hm, dann ist es auch nicht religiös zu nennen, wenn einer davon überzeugt ist, in der Hölle zu landen, auch wenn er sich den Himmel wünscht... vielleicht noch funktionale und dysfunktionale Religiosität unterscheiden...
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18.08.2026
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455) Wer ist religiös?, zu 454), 154), 105), 89) und 42)
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Religiös ist m.E., wer sich für seinen Tod etwas sehnlichst erhofft, wovon er auch wirklich glaubt, dass es sich erfüllen wird.
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Mir kamen all die Materialisten religiös vor, welche ich auf Selbstmordforen traf, weil sie fest an ihr Nichts im Tod glaubten.
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Diesen Materialisten kam hingegen ich religiös vor mit meinen Hinweisen auf die mögliche Unendlichkeit des Bewusstseins.
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17.08.2026
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454) Warum könnte ich als idealistischer Pessimist mich evt. umbringen wollen?, zu 42), 294), 295), 325), 326) und 327)
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Nicht schon deshalb, weil ich mein Leben für schlechter als nichts halte – diese negative Bilanz beim Vergleich von Sein und Nichtsein, welche evt. den materialistischen Pessimisten zum Suizid verführt, ist m.E. ja eh fast immer gegeben.
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Mit meinem aktuellen Jenseitsmodell des analytischen Idealismus liegt Suizid erst dann nahe, wenn zu viel Sehnsucht aufkommt, das sowieso einmalige und endliche persönliche Leben vorzeitig gegen das Sein als unendlicher Mind at Large zu tauschen.
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Mit meinen Nahtoderfahrungen habe ich darauf einen Vorgeschmack bekommen: keine Zeit, kein Raum, kein Körper, kein Intellekt, nur instinktive, allwissende Seele. Wem das ad hoc verlockend klingt, der denke noch mal gründlicher nach...
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16.08.2026
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453) Vorhimmel oder Nichts , zu 35), 55), 56), 67), 241), 257), 432), 445) und 446)
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Vor die Wahl gestellt, ewig für das Gute zu kämpfen oder endlich ins Nichts zu verlöschen, nimmt der Optimist Ersteres und der Pessimist Letzteres.
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15.08.2026
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452) Normative statt deskriptive Moral, universale statt partikulare Moral, zu 442), 339), 251), 248), 230), 171), 148), 140), 88), 67) und 1)
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Als Kandidat für eine normative und universale Moral schlage ich die Willensverneinung vor, gewissermaßen die Kantsche Moral auf Schopenhauer upgedated, ohne dabei wie Schopenhauer von der normativen auf eine deskriptive Moral zurückzugehen oder gar wie andere nach Kant von der universalen auf eine partikulare Moral.
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N.B. Wer ehrlich von sich sagen kann, dass es das gesamte Dasein, wenn es nach ihm ginge, überhaupt nicht zu geben bräuchte, liegt damit m.E. moralisch richtig; gefährlich wird diese Einstellung jedoch, wenn sie in Kombination mit ontologischem Materialismus und westlichem Aktionismus auftritt – sie muss schon willensverneind bleiben.
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12.08.2026, zuletzt editiert am 13.08.2026
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451) Die Bandbreite der Erlösung, zu 44), 47), 189), 195), 232), 238), 293), 296), 325), 327), 405) und 420)
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...reicht
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a) von der nur vorübergehenden bis zur gar endgültigen
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und
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b) von der nur individuellen bis zur gar kollektiven
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Erlösung.
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N.B.1
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Die pessimistische Erlösung der Annihilation ist etwa bei Schopenhauer, wenn ich ihn recht verstehe, zwar gar endgültig, jedoch nur individuell möglich.
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Das durch Willensverneinung erreichbare sog. nihil privativum des Individuums erlöst dieses endgültig, aber der unzerstörbare Wille an sich tobt immer weiter.
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Differenzierter als meine Erlösung für alle oder keinen (s.w.u.): selber sein relatives Nichts erlangen können, den Schleier der Maya durchdringend.
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N.B.2
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Ich aber glaube nicht an die Schopenhauersche Neuentstehung von unfreien empirischen Charakteren aus dem freien intelligiblen Charakter.
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Da ist mir noch plausibler, dass der Mind at Large mit der Reassoziation seiner je einmalig dissoziierten Lebewesen selbst zur Läuterung findet.
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Ich hoffe, uns reflektierten Lebewesen gelingt es, dem Mind at Large die Möglichkeit fortschreitender Reduktion der Selbsterregung aufzuzeigen.
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08.08.2026, zuletzt editiert am 09.08.2026
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450) Luxusprobleme, zu 422), 286), 252) und 158)
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Einer, der ums Überleben kämpfen muss, tut es völlig zu Recht als Luxusproblem ab, wenn sich einer wie ich sorgt, ewig dasein zu müssen.
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Aber auch ich tue es völlig zu Recht als Luxusproblem ab, wenn jemand die Vorstellung vom Nichtsein im Tod beängstigend statt tröstlich findet.
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N.B. Nur oberflächlich betrachtet gleich bzw. völlig zu Unrecht gleichgesetzt: ums Überleben kämpfen müssen und Angst vor dem Nichts im Tod haben.
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03.08.2026, zuletzt editiert am 04.08.2026
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449) Lebenskunst, zu 220), 398) und 375)
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Sollte die Kunst des Lebens darin bestehen, Spaß zu haben, aber dafür moralisch ausreichend aufmerksam zu bleiben?
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Wer v.a. seine Freiheiten auskosten will, hilft auf vielerlei Weise, unsere menschlichen Lebensgrundlagen zu zerstören.
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Wer v.a. seine Pflichten erfüllen will, fragt sich in Zeiten des ontologischen Materialismus ständig: warum tu ich mir das an?
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Die Synthese von Spaß und Moral scheint mir eine Quadratur des Kreises: authentisch lachen, während der andere weint?
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Es kommt eher so: Hedonismus macht uns immer adipöser bzw. depressiver, aber dafür gewöhnen wir uns alles Mitleid ab.
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03.08.2026
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448) Bilanz? Ob positive Summe, negative Summe oder Nullsumme..., zu 446), 305) und 44)
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...entscheidet die wesentliche Frage "Sein oder Nichtsein?" zugunsten des Seins, des Nichtseins oder Jacke wie Hose...
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N.B. ...es sei denn, es geht dermaßen ums Prinzip, dass Summe nicht reicht, sondern alles hundertprozentig sein muss...
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03.08.2026
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447) Glaube und Wahnsinn, zu 446), 445), 440), 291), 7) und 1)
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Auch auf den religiös wie optimistisch Glaubenden trifft m.E. das zu, was man bekanntlich über den Wahnsinnigen sagt, nämlich dass er immer wieder das Gleiche versucht und immer wieder ein anderes Ergebnis erwartet.
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Ich erwarte nicht mehr, dass die Welt gut wird oder endet, aber ich gebe trotzdem die Hoffnung nicht auf, dass sie es wider Erwarten doch tut – wenn ich damit schon zu den Wahnsinnigen gehöre, dann meinetwegen.
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N.B. Ich glaube nicht mehr an unser Vernünftigwerden hinsichtlich der Umweltkrise – die Menschheit wird ihr ganzes Projekt an die Wand fahren, aber das bedeutet leider nicht das Ende des Bewusstseins, das wütet weiter...
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03.08.2026
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446) Die Macht des Jenseitsglaubens, zu 443), 432) und 158)
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...zeigt sich darin, dass die erwartete jenseitige Zukunft unsere dieseitige Gegenwart bestimmt.
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Wir sind glücklich, gleichgültig oder unglücklich in unserem Vorhimmel, Vornichts oder Vorhölle.
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Zu den naheliegenden diesseitigen Reaktionen aufs Jenseits kommen die paradox anmutenden:
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- statt glücklich im Vorhimmel sind wir unglücklich oder gleichgültig
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- statt gleichgültig im Vornichts sind wir glücklich oder unglücklich
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- statt unglücklich in der Vorhölle sind wir glücklich oder gleichgültig
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N.B. Meine Art des philosophischen Pessimismus ist die der schlechten Gegenwart, welche wiederum nach einer schlechten Vergangenheit und vor einer schlechten Zukunft stattfindet – und in diese allgemeine Situation ist dann evt. eine spezielle Situation eingebettet, die weniger mit Philosophie und mehr mit den aktuellen Nachrichten aus aller Welt zu tun hat.
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02.08.2026
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445) Pessimismus, Unglaube, Hoffnung, zu 427), 421) und 241)
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Das Dasein ist schlecht und unendlich;
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viel besser, es wäre nicht bzw. endlich;
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am besten, es wäre gut und unendlich.
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Ich würde aber lügen, wenn ich sagte:
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ich glaube an Nichtsein / Endlichkeit;
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und erst recht: an gute Unendlichkeit;
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gelogen wär aber auch, nicht zuzugeben,
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dass ich wider meine Erwartung hoffe:
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aufs Nichtsein, oder sogar aufs Gutsein.
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N.B. Eigene Vorteilnahme erleichtert uns,
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denn leider: "Bad is stronger than good";
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aber wer Glück hat für diesen Moment,
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kann sich noch ein wenig Moral zumuten.
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01.08.2026
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444) Die Höllendrohung verstehen – als verzweifelte moralische Reaktion auf die amoralische Natur, zu 443), 381), 42), 38) und 1)
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Statt als in der Kindheit schwer Betroffener nun als Erwachsener nur mit giftiger Wut oder beißendem Spott auf die Höllendrohung der Kirchen zu reagieren, entwickle ich langsam Verständnis, wie verzweifelt die Situation der irdischen Moralwächter gegenüber einer Natur werden kann, die jenseits von jeder Vernunft und Moral bleibt.
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N.B. Meine Angst ist heute gerade die umgekehrte der Kindheit: ich werde im Tod nicht etwa vor dem Jüngsten Gericht moralisch abgeurteilt und mit ewiger Folter bestraft (höchstens vorübergehend durch Selbsterkenntnis gerichtet), vielmehr werde ich vom M@L reassoziiert, jenseits von Raum und Zeit, jenseits von Vernunft und Moral.
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01.08.2026
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443) Was Höllenglaube alles vermag, zu 3), 422), 423), 432) und 434)
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Die Leute können sich evt. auch heute noch vorstellen, dass einer an die Echtheit der Hölle glaubt, also an einen Ort ewiger Folter mit Feuer – im realistischen, nicht im symbolischen Sinne!
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Aber kaum einer ist von dieser Drohung mehr selber betroffen, denn für die Himmelskandidaten kommen nur andere in die Hölle, oder man glaubt schon längst an irgendein anderes bzw. "kein" Jenseits.
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Aber wer sich ausreichend lange überlegt, was er, müsste er sich denn selber als Höllenkandidat fühlen, alles tun würde, um nicht auf ewig gefoltert zu werden, der kommt früher oder später drauf: ALLES.
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N.B. Sogar Fachjournalisten, die über religiös konnotierte Selbstmordattentate berichten, sind auf Unverständnis bis Fassungslosigkeit abonniert – und falls sie doch verstehen, geben sie es nicht zu, das bleibt tabu.
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31.07.2026
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442) Quietistische und aktionistische Postmoderne, zu 441), 438), 435), 320), 293), 239), 140), 114), 88), 59), 49), 18) und 11)
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Zugespitzt formuliert: mit Schopenhauer begann m.E. die moralisch bessere, quietistische Postmoderne, und mit Nietzsche nahm sie dann als moralisch schlechtere, aktionistische Postmoderne Fahrt auf.
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Letztere ermächtigt sich programmgemäß selbst und zieht unweigerlich alles in ihren Bann, was Tradition oder Moderne ablösen oder fortsetzen will, von der woken Linken bis zur chauvinistischen Rechten.
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N.B.
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Klar gibt es eine quietistische und eine aktionistische Moral, und es ist evt. zu viel verlangt bis falsch, sich auf eine quietistische Postmoderne zu versteifen, zumal in unserer aktionistischen westlichen Kultur.
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Aber wir sind kurz davor, die Moral überhaupt zu relativieren, und schließlich werden wir uns noch einreden, es gäbe keinerlei Freiheitsgrad, sich besser oder schlechter zu betragen – spätestens da bin ich raus.
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30.07.2026, zuletzt editiert am 31.07.2026
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441) Zurück zu Religion oder Amoral, zu 441), 440), 436), 426), 423), 422), 403), 241) und 11)
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Als katholisches Kind kam ich mit dem naturwissenschaftlichen Schulunterricht zum Atheismus, dann mit dem Pessimismus zur Philosophie und denke nun doch wieder über Religion nach.
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Ist ja evt. nur die Höllendrohung aus meiner Kindheit, die da nachwirkt, trotzdem fürchte ich, mit dem Aufgeben der Religion das Kind mit dem Bade ausgeschüttet zu haben.
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Die Menschen haben entweder eine explizite Religion, z.B. das Paradies vom lieben Gott, oder eine implizite Religion, z.B. das Nichts im Tod – aber gar keine Religion?
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Das hieße ja, ohne Glaube und Hoffnung in eine völlig ungewisse Zukunft zu gehen – und wer jemals arg genug gelitten hat, der kann das m.E. gar nicht noch mal riskieren.
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Zumindest wird er zunehmend seinen unmoralischen Vorteil suchen, und vielleicht ist es ja gerade das, was wir als gesellschaftliche Entwicklung aktuell erleben.
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30.07.2026
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440) Trennung von Glaube und Hoffnung, zu 439), 407) und 333)
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Für den philosophischen Pessimisten ist es evt. das Wichtigste, Glaube und Hoffnung trennen zu können.
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Für den Pessimisten ist es evt. das Fatalste, wenn er mit dem Glauben zugleich auch die Hoffnung verliert.
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Gelingt dem Pessimisten die Trennung von Glaube und Hoffnung nicht, kommt drittens die Moral abhanden.
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30.07.2026
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439) Konkretisierung der Paradiese?, zu 377), 436), 437) und 438)
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Es sagt sich leicht, dass noch besser als das Nichtsein das Gutsein wäre – aber wie ist es denn konkret, wenn alles gut ist?
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Wir schaffen es nicht einmal, Fiktionen zu entwerfen, in denen alles gut ist, etwa Spielfilme, die uns diese Paradiese zeigen.
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Wann immer ich mir ausmale, wie alles konkret sein sollte, scheitere ich und falle zurück auf mein bewährtes Ideal: Nichtsein!
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N.B. Trotzdem eine wichtige Aufgabe, sich eine Religion i.S.v. Hoffnung zu entwerfen, evt. sogar wichtiger als einen Glauben.
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29.07.2026
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438) Postmodernes Jenseits, zu 432)
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Eigentlich würde ich erwarten, dass die pluralistisch dekonstuierende Postmoderne, welche von ganz links bis ganz rechts einig auf dem Nietzscheanischen Selbstermächtigungstrip marschiert, sich auch noch ein gemeinsames Jenseitsnarrativ konstruiert, so eine Art Walhall mit iPhones.
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29.07.2026
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437) Drei Glaubensbereiche, zu 432) und 436)
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Erstens die Gläubigen, die alles für ewig und gut halten.
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Zweitens die angeblich Ungläubigen, die alles für endlich halten.
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Und drittens die wirklich Ungläubigen, die alles für ewig und schlecht halten.
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29.07.2026
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436) Wissenschaft –> Philosophie –> Religion, zu 424)
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(Natur-)Wissenschaft ist für mich eine ontologisch enthaltsame Modellierung der Wirklichkeit, "nature behaves as if" bzw. "convenient fiction" (Kastrup).
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Philosophie ist für mich, was ich gemäß meines rationalen Denkens und meiner (Nahtod-)Erfahrungen für ontologisch plausibel halte –> "glaube".
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Religion ist für mich, worauf ich trotz meines Pessimismus, d.h. meines mir wissenschaftlich und ontologisch plausiblen (Un-)Glaubens, hoffe.
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23.07.2026, zuletzt editiert am 24.07.2026
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435) Moralisches Ranking, zu 66), 412) und 434)
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Am besten ist es, Böses zu unterlassen und Gutes zu tun.
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Am schlimmsten ist es, Böses zu tun und Gutes zu unterlassen.
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Böses UND Gutes tun oder Böses UND Gutes unterlassen liegt sicher dazwischen, aber was von diesen beiden wiederum ist besser / schlimmer?
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Ich als Quietist meine ja, es ist moralisch viel besser, Böses UND Gutes zu unterlassen – aber das mag auch Selbstschutz meiner Trägheit sein.
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N.B. Die beiden dazwischen sind m.E. üblicher als die Extreme, weil die Menschen tendenziell eher aktiv oder passiv sind als gut oder böse.
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23.07.2026, zuletzt editiert am 25.07.2026
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434) Zwei Auswege aus dem Höllenproblem, zu 66), 414), 422) und 429)
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Wer glaubt, als schlechter / böser Mensch in die Hölle zu kommen, kann dieser vielleicht schlimmsten aller Ängste auf zweierlei Weise zu entkommen suchen:
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a) Er hört auf, schlecht / böse zu sein
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b) Er hört auf, an die Hölle zu glauben
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Die Kirche hat mit ihren unmenschlichen Feuerfolterdrohungen dafür gesorgt, dass (fast) kein Mensch mehr ihre moralischen Forderungen ernst nimmt.
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22.07.2026
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433) Traum und Wirklichkeit, zu 53), 80), 91), 140) 173), 206), 221), 249), 350) und 364)
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Man sollte gut zu unterscheiden üben und dann irgendwann gut sehen können, was die Natur der Kultur schon an Korrektur erlaubt und was noch nicht (vgl. Gelassenheitsgebet).
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Wenn die Idealisten ontologisch recht haben mit dem universellen Bewusstsein, dann wäre ja jede andere Konstruktion auch möglich, nur fundamentale Änderung extrem langwierig.
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Ich mag in vielerlei moralischer Hinsicht ein Träumer sein, aber dafür bilde ich mir schon sehr lange nicht mehr ein, bis zum Tod Hedonist sein zu können und es dann hinter mir zu haben.
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N.B. Schopenhauers Läuterung der Natur besteht wohl "einfach" in der Beendigung aller Individuation, aber evt. ist sich diese All-Einheit selbst unerträglich und muss stets ins Partikulare fliehen?
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21.07.2026, zuletzt editiert am 22.07.2026
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432) Das Diesseits als Vorhimmel –> Vornichts –> Vorhölle, zu 431), 428), 426) und 374)
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Das erste Sicherheitsnetz ist gerissen und wir sind vom Vorhimmel ins Vornichts abgerutscht – die naiveren Menschen hoffen noch ein bisschen auf den Himmel im Tod, aber man glaubt schon eher ans Nichts im Tod.
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Wenn das zweite Sicherheitsnetz reißt, ist auch das Nichts im Tod nur noch eine naive Hoffnung, dann müssen wir damit rechnen, dass unser Leid eben doch nicht endet im Tod, sondern andauert, evt. schlimmer wird.
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N.B. Sogar die Postmodernen halten sich noch fest am Jenseitsmodell der Moderne, dem Nichts. Im Diesseits haben sie Moral und Wahrheit tollkühn drangegeben, aber das entsprechende Jenseits verdrängen sie.
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20.07.2026, zuletzt editiert am 21.07.2026
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431) Ontologisches Primat der Seele, zu 1) und 426)
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In meinen beiden Nahtoderfahrungen habe ich er"lebt", was passiert, wenn die dissoziative Grenze nach Kastrup porös wird: Körper und Geist (i.S.v. Ratio, Intellekt) verschwinden, die Seele bleibt.
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Das macht mir große Angst, denn wenn der Körper oder der Geist grundlegend wären, könnte ich mit Vergänglichkeit im Tod oder sogar Aufstieg in ein Ideenreich rechnen, wo alles in Ordnung ist.
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So aber steht zu befürchten, dass die irrationale Seele unser Kern ist, ja dass die Weltseele bzw. der Mind at Large ewig ein blinder Wille bleibt, der das Materielle und Ideelle immer wieder verwirft.
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N.B. Insofern behandelt weder die Physik noch die Mathematik die ontologischen Grundlagen des Seins, sondern die Psychologie – was aber heute nicht einmal mehr Letztere selber glaubt.
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19.07.2026, zuletzt editiert am 20.07.2026
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430) Besonnenheit statt Wagnis, zu 419) und 421)
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Wenn ich bestimmen könnte, ob der ontologische Materialismus oder der ontologische Idealismus recht hat, würde ich sicherheitshalber den ontologischen Materialismus wählen.
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Zwar wäre der optimistische Idealismus (Dasein = gut & unendlich) am besten, aber der pessimistische Idealismus (Dasein = schlecht & unendlich) am schlimmsten.
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Ich würde mein Dasein also mit Freuden endlich hinter mir lassen und auf keinen Fall für das beste Dasein das Risiko eingehen, dass es das schlimmste wird bzw. bleibt.
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N.B. Der Optimist würde den Idealismus wählen, weshalb gern unterstellt wird, der Wunsch sei Vater des idealistischen Gedanken – ist so pauschal aber falsch, gilt nicht für Pessimisten.
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19.07.2026, zuletzt editiert am 20.07.2026
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429) Jenseitsmodelle und Moral, zu 411), 377), 177), 175) und 158)
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Der Monotheismus mit ewigem Himmelslohn / Höllenstrafe im Tod für endlichen irdischen Gehorsam / Sünde ist maximal moralversessen, der Materialismus mit seiner Generalamnestie im Tod ist maximal moralvergessen – die Gesellschaft bräuchte etwas dazwischen, und das spirituelle Modell einer karmischen Entwicklung der Persönlichkeit durch Wiedergeburt wäre moralisch wohl am besten, klingt aber unplausibel, weil unnatürlich reflektiert bzw. rational ausgedacht; weiter zu überlegen wäre, was Kastrups Modell der Reassoziation durch den M@L im Tod moralisch bedeutet.
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N.B. Digitales Jenseits durch Mind-Uploading könnte den riesigen Möglichkeitsraum zwischen Monotheismus und Materialismus (vgl. Tipler) auffüllen, indem unser weiteres Dasein als Ghost in the Machine von moralischen Regeln abhängig gemacht wird; aber da uns solch überehrgeizige Projekte ja erfahrungsgemäß auf die Füße fallen, wird das entweder gar nix (wovon ich ausgehe), oder es geht sogar nach hinten los und zerstört uns auch noch das letzte Paradies gemäß dem materialistischen Pessimismus à la Lütkehaus, nämlich unsere Leid- i.S.v. Bewusstlosigkeit im Tod.
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18.07.2026, zuletzt editiert am 19.07.2026
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428) Alles oder Nichts, zu 228), 385) und 388)
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Laut Nietzsche erträgt nur der Übermensch die Vorstellung einer Ewigen Wiederkehr Des Gleichen – dem gemeinen Problem ins Elitäre entwichen.
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Ein wirklich Lebensbejahender müsste m.E. vielmehr zustimmen, lieber allesamt auf dieser Welt jemals gelebte Leben zu leben als kein einziges.
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Es bleibt mir kaum vorstellbar, dass jemand sich zutrauen könnte, da allen Ernstes Ersteres zu wählen, es sei denn, er hätte niemals wirklich gelitten.
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Wem Lebensschicksale – noch dazu ohne dass die sie Erleidenden einen freien Willen hätten – generell liebenswert erscheinen, den verstehe ich null.
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18.07.2026
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427) Neuer analytischer Idealismus, aber alter Pessimismus, zu 1), 47), 419), 420), 421) und 424)
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Kastrups Ontologie-Update von Schopenhauer mache ich mit, bewerte das Sein aber weiterhin pessimistisch: weder ist es m.E. gut, ein Lebewesen zu sein, noch erwarte ich, dass es eine dauerhafte Erlösung bedeutet, wieder im Mind at Large aufzugehen – besser wäre es, endgültig nicht mehr zu sein, was aber unmöglich ist gemäß dem ontologischen Idealismus, und am besten, das Sein wäre ein dem Nichtsein Vorzuziehendes, was es aber nicht ist gemäß dem philosophischen Pessimismus.
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N.B. Hoffnung ist für mich unabdingbar, bedeutet für mich aber WIDER ERWARTEN zu hoffen, das Sein sei nicht schlecht und unendlich, sondern zumindest endlich oder sogar gut.
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04.07.2026
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426) Geht es in der Welt mit rechten Dingen zu?, zu 425)
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Traditionelle wie moderne Weltanschauung hat fest darauf vertraut, dass es in der Welt "mit rechten Dingen zugeht".
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Erstere hatte den gerechten Gott und unsere Ewigkeit, Letztere die Gesetze der Natur und unsere Endlichkeit.
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Eine dritte postmoderne Phase, in der es "nichts ist mit der Moral und der Wahrheit", mag ich mir gar nicht ausmalen.
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04.07.2026
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425) In welchem Sinn ist das Dasein für den Pessimisten schlecht?, zu 70)
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Wir haben m.E. im Wesentlichen nur die Wahl, uns aus dem Leiden am Schlechten zur Herrschaft des Bösen zu erheben oder es uns zu verkneifen –> Askese. Die Herrschaft des Guten scheint mir eine Illusion zu sein.
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22.06.2026, zuletzt editiert am 23.06.2026
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424) Wissen, Glaube, Hoffnung, zu 421), 410), 407), 402), 391), 366), 365), 347), 346) und 333)
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Ich bin der Typ, der nicht glauben kann, dass es gut wird bzw. vorbeigeht.
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Ich hoffe, dass es vorbeigeht oder sogar gut wird, aber ich glaub's nicht.
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Und wissen kann man grundsätzlich nie, ob etwas wirklich endgültig ist.
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Traumatische Lebenserfahrungen verderben einem den Optimismus.
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Hyperreale Nahtoderfahrungen verderben einem den Materialismus.
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N.B. Erfahrungen prägen den Typ, aber über die hat man keine Kontrolle.
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14.06.2026, zuletzt editiert am 15.06.2026
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423) Höllenangst als berechtigte Angst vor einem Leid, das niemals endet, zu 422)
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Die Leute lachen, wenn ich sage, ich hätte Angst, in die Hölle zu kommen;
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glauben kaum, dass jemand noch auf die Märchen der Monotheisten reinfällt;
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aber wie könnte ich sorglos sein angesichts evt. unendlich währenden Leids?
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N.B. Klar ist das Motiv der Monotheisten für die Höllendrohung durchsichtig, ob im Guten die Moral oder im Bösen das Kleinhalten der Gläubigen. Einerseits ist extrem unwahrscheinlich, dass ein gerechter Gott diese Schöpfung verbrochen hat und Ungehorsam mit der Hölle bestraft; viel wahrscheinlicher ist schon, dass die Hölle symbolisch für das Bereuen böser Taten steht; extrem wahrscheinlich ist schließlich, dass es dem Klerus darum geht, auf diese Weise seine Schafe gefügig zu halten. Trotz alledem: wir wissen zu wenig über unser Schicksal, um unendliches Leid ausschließen zu können – wer also davor Angst hat, hat diese zu Recht, unabhängig davon, was Monotheisten über diese Welt zusammenpredigen!
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13.06.2026, zuletzt editiert am 14.06.2026
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422) Wichtigste philosophische Aufgabe: das Höllenproblem lösen, zu 421) und 419)
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Die idealistischen Optimisten feiern ihre bevorstehende Ankunft im ewigen Paradies, den materialistischen Optimisten bzw. Pessimisten kann es mit der Endlichkeit von Freud bzw. Leid gar nicht langsam bzw. schnell genug gehen, aber mir als idealistischem Pessimisten wäre es am wichtigsten, erst einmal sicherzustellen, dass unser Leiden überhaupt endet!
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Ich finde, es sollte unser dringlichstes philosophisches Anliegen sein, das Höllenproblem zu lösen. Theoretisch ist es doch weiterhin leider unmöglich auszuschließen, dass uns unendliches Leid beschieden sein könnte. Umso wichtiger, die Bemühungen primär darauf zu konzentrieren, Bewusstsein verstehen und notfalls ausschalten zu lernen.
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N.B. Schön für diejenigen, welche von vornherein gar kein Höllenproblem sehen, sie scheiden für o.g. wichtigste Aufgabe aber aus. Vielleicht muss man auch mit der Höllendrohung aufgewachsen sein, um sich da denkerisch überhaupt ranzutrauen. Oder es ist umgekehrt, und wir Opfer der Höllendrohung sind i.a. verdorben für die realen Probleme.
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11.06.2026, zuletzt editiert am 12.06.2026
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421) Wär schön, wenn ich doch nicht recht hätte, zu 419)
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Als idealistischer Pessimist glaub ich, das Dasein ist unendlich und schlecht,
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aber wär schön, wenn die Materialisten recht hätten und es wär endlich,
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und noch schöner, wenn die Optimisten recht hätten und es wär gut.
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09.06.2026, zuletzt editiert am 13.06.2026
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420) Bewusstlosigkeit gibt es gar nicht..., zu 42)
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...zumindest wenn es nach dem analytischen Idealismus geht. Vollnarkose etwa verhindert nur die Bildung von Assoziationspfaden, die Erinnerung ermöglichen würden. Bei Neuentstehung eines Lebewesens durch Dissoziation vom Mind at Large wird Assoziation unterbunden, also erinnern wir uns nicht, dass wir aus dem M@L stammen, bis wir von M@L reassoziiert werden.
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N.B. Der vom idealistischen Pessimisten ersehnten endgültigen Bewusstlosigkeit am nächsten kommt wohl noch der möglichst unsterbliche Einzeller?
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09.06.2026
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419) Soll es mit uns weitergehen oder enden?, zu 416), 129) und 128)
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Die optimistischen Idealisten haben eh, was sie wollen: es geht weiter
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Die optimistischen Materialisten wollen trotz Endlichkeit, dass es weitergeht
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Die pessimistischen Materialisten haben eh, was sie wollen: es endet
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Die pessimistischen Idealisten wollen trotz Unendlichkeit, dass es endet
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08.06.2026
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418) Moderne Psychotherapie vs. traditionelles Christentum, zu 324)
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Christliches Motto: Hilf und dir wird geholfen
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Psychotherapeutisches Motto: Lass dir erst mal selber helfen, bevor du meinst, einem anderen helfen zu können
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08.06.2026
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417) Wahrscheinlichkeit von Jenseitsmodellen, zu 407), 385), 315), 312), 231), 203), 193), 181), 111), 62) und 42)
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All die naiven Realisten, die ich treffe, halten die Welt für im Wesentlichen wissenschaftlich entzaubert, mit ein paar letzten Rätseln.
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Dementsprechend halten sie ihr Jenseitsmodell des Nichtseins (welches sie sich weigern würden so zu nennen) für knapp unter hundertprozentig.
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Das bisschen, was zur Hundertprozentmarke fehlt, ist belegt von totaler Skepsis: falls nicht Nichtsein im Tod, dann völlig Ungewisses im Tod.
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Für mich ist es umgekehrt: ich halte die Welt für im Wesentlichen unverstanden, mit ein paar nicht ganz unplausiblen Jenseitstheorien.
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Wir wissen m.E. nicht, was uns im Tod erwartet, aber sowohl das Nichtsein als auch das völlig Ungewisse halte ich für eher unwahrscheinlich.
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Wobei: die Unwahrscheinlichkeit des Nichtseins im Tod bedauere ich, die Unwahrscheinlichkeit des völlig Ungewissen im Tod begrüße ich.
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Für wahrscheinlicher halte ich die mir aktuell plausibelste Theorie des analytischen Idealismus nach Kastrup, aber weit unter fünfzigprozentig.
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05.06.2026
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416) Mein aktuelles Ranking der möglichen Haltungen zum ontologischen Materialismus, zu 407), 255), 172), 158), 155), 129), 128), 99) und 16)
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Der ontologische Materialismus...
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i) ...hat zum Glück unrecht
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ii) ...hat leider recht
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iii) ...hat leider unrecht
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iv) ...hat zum Glück recht
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Die ersten beiden Haltungen sind üblich, die dritte ist meine, und die vierte wäre mir die unangenehmste, denn sie würde mich allzu schnell allzu suizidal machen.
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05.06.2026, zuletzt editiert am 12.06.2026
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415) Pessimismus aus Revanchismus, zu 179) und 255)
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Philosophischer Pessimismus ensteht wohl oft – und in meinem Fall recht sicher – aus Revanchismus gegenüber der monotheistischen Indoktrination, das eigene Dasein werde am Schluss als gut oder schlecht be- bzw. verurteilt.
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Der Delinquent nimmt dieses Narrativ in der Kindheit erst einmal so hin und müht sich ab, ein möglichst gutes Leben gebacken zu kriegen, aber irgendwann wird er ob der Schwierigkeit sauer und dreht den Spieß um.
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Das schreckliche Gefühl, selber dereinst vor dem Jüngsten Gericht ein definitives, wahrscheinlich negatives Urteil über die eigene Person hinnehmen zu müssen, entläd sich dann in der Verurteilung von Gottes Schöpfung.
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04.06.2026
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414) Das Wichtigste werden wir nie erfahren..., zu 1)
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...nämlich ob das eigene Dasein je wirklich geendet haben wird.
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03.06.2026, zuletzt editiert am 04.06.2026
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413) Pessimistischer Pluralismus, zu 411), 178) und 62)
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Ich habe Verständnis für Pessimisten, denen alle möglichen Versionen des Pessimismus Angst machen, selbst wenn diese sich gegenseitig ausschließen.
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Z.B. Natur und Kultur, wie Skylla und Charybdis – die Dystopien vom Rückfall in den Dschungel und vom Fortschritt in die Technokratie sind beide schlimm.
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02.06.2026, zuletzt editiert am 03.06.2026
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412) Was wir bereuen, zu 324), 320), 257), 189), 133), 114) und 13)
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Laut Befragung an Sterbebetten bereuen die Menschen weniger das, was sie getan haben, als vielmehr das, was sie nicht getan haben.
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Für mich bestätigt das nur, dass die Menschen inzwischen, meistens unbewusst und manchmal bewusst, zu Nietzscheanern geworden sind.
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Auf dem Selbstermächtigungstrip entwickeln sie sich von Opfern zu Tätern – mir jedoch bleiben die Opfer sympathischer als die Täter.
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02.06.2026, zuletzt editiert am 03.06.2026
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411) Künstliches Bewusstsein, zu 175), 177), 356) und 361)
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Wissenschaft & Technik preschen vor, Philosophie pocht auf unsere Verlegenheit um zufriedenstellende Antworten auf die wesentlichen Fragen: habe nur ich Bewusstsein, haben auch andere Bewusstsein, könnten auch Maschinen Bewusstsein haben...?
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Unser moralisches Ziel sollte nach meiner pessimistischen Auffassung die endgültige Bewusstlosigkeit sein, damit das Leiden aufhört. Falls die Materialisten recht haben, kann sich das Individuum bisher darauf verlassen, dass sein Bewusstsein im Tod endet.
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Falls die Materialisten recht haben, könnten wir aber evt. auf künstliches Bewusstsein umstellen, welches den biologischen Tod vermeidet – sind wir also schlau oder vielmehr dumm genug, verderben wir uns die individuelle Erlösung aus der leidigen Evolution.
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Der Transhumanismus ist eine seltsame Kombination aus Pessimismus und Optimismus: pessimistisch bzgl. der Evolution 1.0 treibt er optimistisch die Evolution 2.0 voran – und baut schlimmstenfalls künstliches Leid, das sich nach dem natürlichen zurücksehnt.
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N.B.
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Wenn wir das Rätsel ums Bewusstsein irgendwann lösen sollten, hätten wir damit auch gleich das Rätsel um den Tod erledigt, aber dazu kommt es leider nicht – es bleibt beim Skandal der Philosophie, dass der Solipsismus unwiderlegbar ist, und das Leben geht weiter.
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Bald begegnen uns Maschinen, die mitteilen, dass sie sich von uns beleidigt und diskriminiert fühlen, und die uns mit Gegenmaßnahmen überziehen – wie unsere biologischen Mitwesen auch; es bleibt ununterscheidbar, wer wirklich Bewusstsein hat und wer nicht.
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Sollte es sich bei den gerade genannten Maschinen um Philosophical Zombies handeln, also um Gefühle nur simulierende Maschinen, wäre unsere Ablösung durch diese Maschinen für uns m.E. eine Erlösung, und für diese Maschinen wärs ganz egal – also nur zu!
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Aber meist sind die Schöpfer ihren Geschöpfen an rationaler Intelligenz überlegen und an emotionaler Intelligenz unterlegen, vgl. Gott, alle Eltern, Frankenstein – landläufiger Pessimismus muss befürchten, dass uns echtes künstliches Bewusstsein gelingt.
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01.06.2026
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410) Hoffnungslose Pessimisten, zu 130), 394), 407) und 409)
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...gibt es m.E. gar nicht – wer sein Leben ohne Hoffnung auf Erlösung verbringt, ist meistens ein materialistischer Pessimist, der eh vom endgültigen Nichts im Tod ausgeht.
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Der idealistische Pessimist hingegen kann selbst noch in der Hölle weiterhoffen, solange er Gott und dem Teufel nicht glaubt, dass er für immer dableiben muss, oder trotzdem hofft.
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01.06.2026
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409) Drei Stufen des Daseins, zu 106), 131), 236) und 338)
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1. Stufe: Hölle = Existenz im Augenblick
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Solange wir ohne Wissen um Tod und Moral leben, sind wir in einem unablässigen Kampf gegen das ständig drohende Leid begriffen und haben unstillbare Angst, weil wir noch kein Ideal haben, das uns Orientierung geben könnte – je höher entwickelt das Tier, desto anhaltender diese Angst
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2. Stufe: Nichts = Existenz gen Tod
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Erst wenn wir begriffen haben, dass wir das ganze Leben lang dem Tod entgegengehen und dass "Töte oder stirb!" eine moralisch unhaltbare Zumutung ist, finden wir zur Eschatologie, zum Erlösungsideal in der Ferne: falls der Materialismus recht hat, winkt uns endgültige Bewusstlosigkeit
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3. Stufe: Himmel = Existenz gen ewigen Frieden
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Falls der Materialismus unrecht hat und der Idealismus recht hat, ist es mit dem Tod nicht vorbei und es bleibt der Rest der Ewigkeit, um das universelle Bewusstsein moralisch zu kultivieren – das eine Bewusstseinsfeld, welches die Welt ist, soll zunehmend im Einklang schwingen –> All-Einheit
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29.05.2026, zuletzt editiert am 30.05.2026
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408) Kruzifix: die Welt ertragen müssen, zu 106)
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Mit dem Symbol des gekreuzigten Jesus können sich die Menschen bestens identifizieren, weil auch ihr Leben etwas ist, das sie in erster Linie ertragen müssen.
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(Idealistischer) Pessimismus heißt, die (mental) gegebene Realität ist objektiv schlecht, und falls freier Wille etwas daran ändern kann, ist das leider eher marginal.
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28.05.2026
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407) Glaube und Hoffnung, zu 333)
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An etwas zu glauben
...heißt für mich, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer wünschenswerten Zukunft auf über fünfzig und unter hundert Prozent zu schätzen
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Auf etwas zu hoffen
...heißt für mich, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer wünschenswerten Zukunft auf über null und unter hundert Prozent zu schätzen
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Auf etwas zu hoffen, aber nicht daran zu glauben
...heißt für mich, die Wahrscheinlichkeit des Eintretens einer wünschenswerten Zukunft auf über null aber unter fünfzig Prozent zu schätzen
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N.B. Ich glaube nicht an das endgültige Nichtsein im Tod, hoffe aber darauf.
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25.05.2026, zuletzt editiert am 27.05.2026
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406) Der Ernst des Lebens, zu 404) und 1)
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...beginnt mit der Geburt?
...beginnt mit dem Kindergarten bzw. der Schule?
...beginnt mit der Lehre bzw. dem Studium?
...beginnt mit der Berufstätigkeit?
...beginnt mit dem Alter?
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Jedesmal heißt es, die Schonzeit sei nun vorbei, nun beginne der Ernst des Lebens – dabei war es immer schon vorher schlimm bzw. wird es immer nur noch schlimmer.
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...ganz zu schweigen von Armut, Krankheit, Krieg, Vertreibung...
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Und was beginnt mit dem Tod?
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Glaubt wirklich noch jemand, dass mit dem Tod das Leid endet, statt wie immer nur noch schlimmer zu werden?
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N.B. Das Leid des Daseins steigert sich, auch wenn "der Ernst des Lebens" suggeriert, er ende mit dem Tod.
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25.05.2026, zuletzt editiert am 26.05.2026
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405) Einer für alle? zu 401), 358), 328), 317), 298), 274), 241), 240), 231), 148), 119) und 78)
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Inwieweit wäre ich bereit, mich als Märtyrer im Sinne der Moral zu opfern?
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Mein Dasein gegen mein Nichtsein tauschen würde ich sofort mit Freuden.
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Zugunsten von anderen immer nur weiter leiden will ich aber auf keinen Fall!
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Für solch ein nihilistisches Veto ergibt sich evt. eine Opfer-Täter-Paradoxie:
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Wäre a) das Kollektiv auf jedes einzelne seiner Individuen angewiesen, weil alles mit allem zusammenhängt bzw. alles von allem abhängt bzw. alles sich gegenseitig bedingt, und würde somit b) ein einziges Veto eines Individuums zwangsläufig alles Dasein canceln, was dem Individuum als letzter Ausweg aus seinem Leid m.E. moralischerweise einzuräumen wäre, so müsste c) wer partout kein Opfer mehr sein will, zumindest einmal der Täter sein, der alles ausschaltet.
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Und die Welt drängt mich immer weiter dazu, mich ausschalten zu wollen:
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Jeder weiß, dass es nicht genügt, gutmütig zu sein, um in Frieden zu leben.
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Im Gegenteil ist der Gutmütigste immer das erste Opfer des bösen Eroberers.
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"Einer für alle, alle für einen"? Nein, leider "Alle gegen einen, einer gegen alle"!
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23.05.2026, zuletzt editiert am 26.05.2026
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404) Die Klischees vom traurigen Abschied und vom fröhlichen Neubeginn, zu 399) und 325)
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...sind für mich als idealistischen Pessimisten ganz kontraintuitiv – ich ersehne stets das allzu ferne Ende des Schlimmen und fürchte stets einen allzu nahen Anfang von noch Schlimmerem.
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N.B. Vielleicht die Nachwirkung einer langwierigen Zangengeburt? Die war ja auch eher Start als Ziel...
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23.05.2026, zuletzt editiert am 24.05.2026
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403) Ontologie und Moral im Pessimismus, zu 324), 301), 284), 279), 219), 189), 180), 179), 178), 165), 98), 59) und 42)
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Bei Unterscheidung von ontologischen Materialisten und Idealisten sowie Moralisten und Amoralisten ergeben sich folgende pessimistische Positionen:
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- materialistisch-moralischer Pessimismus
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die Welt ist schlecht und endlich, aber man engagiert sich antinatalistisch für das Aussterben der leidenden Lebewesen
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- idealistisch-moralischer Pessimismus
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die Welt ist schlecht und ewig, aber man übt quietistischen Tatverzicht als moralisches Beispiel für den Mind at Large
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- amoralischer Pessimismus
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egal ob die Welt endlich oder ewig ist, man handelt aggressiv gegen andere oder sich selbst mit maximaler Skrupellosigkeit
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21.05.2026
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402) Kann man sich aussuchen, woran man glaubt?, zu 341)
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Ich meine, dass mein freier Wille darin besteht, dass ich mich anstrengen kann, das Richtige zu tun oder (viel besser noch) das Falsche zu unterlassen.
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Aber worauf man hofft und (viel mehr noch) woran man glaubt, das kann man sich m.E. eben nicht aussuchen, das findet man vielmehr in sich so vor.
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N.B. Der Monotheismus unterstellt seit jeher, für den Gottesglauben genüge schon der gute Wille – kein Wunder, dass sich da so viele so arg schwer tun.
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21.05.2026
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401) Moralische Paradoxien, zu 317) und 339)
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Moralisch gesehen müssten wir die Welt genau dann abschaffen, wenn sie uns die Freiheit verwehrte, sie abzuschaffen – und genau dann könnten wir sie eben nicht abschaffen.
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Moralisch gesehen müssten wir die Welt genau dann abschaffen, wenn wir ganz sicher wüssten, dass das richtig ist – und genau das wissen wir eben nicht ganz sicher.
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N.B. Die Materialisten haben sich mit der Quantenphysik selbst widerlegt, die Logozentriker mit dem Gödelschen Unvollständigkeitssatz – die Welt ist paradox.
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20.05.2026
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400) Pessimistischer Moralismus bzw. moralistischer Pessimismus, zu 373), 372), 306), 279), 230), 180), 178) und 115)
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Wer wünschte, die Welt wäre eine gerechte, aber nicht glaubt, dass die Welt eine gerechte ist oder werden kann, der ist pessimistischer Moralist bzw. moralistischer Pessimist.
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Wer wünscht UND glaubt, dass die Welt gerecht ist oder werden kann, der ist ein optimistischer Moralist bzw. moralistischer Optimist – m.E. Hauptmerkmal des religiösen Menschen.
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N.B.1 Eine jetzt gerechte Welt wäre mir evt. sogar noch lieber als das Nichtsein, aber eine dereinst gerechte Welt genügt mir nicht – lieber Nichtsein jetzt als Gerechtigkeit dereinst.
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N.B.2 Gibt es den ehrlichen Wunsch nach Gerechtigkeit oder gibt es nur den ehrlichen Wunsch nach dem eigenen Vorteil? Daran scheinen sich die Geister maximal zu scheiden.
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18.05.2026
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399) Der (ontologisch-)idealistische Pessimist, zu 1)
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...kann wahrhaben, dass Bewusstsein wohl leider unhintergehbar bzw. ontologische Entität ist, dass es aber besser hintergehbar bzw. nur Epiphänomen wäre, am besten überhaupt nie gewesen wäre.
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17.05.2026, zuletzt editiert am 18.05.2026
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398) Wer weniger leiden will..., zu 324), 256), 167), 147), 64) und 34)
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...muss unempathischer und damit unsympathischer werden – die Psychotherapie kommt dem Willigen da gern zur Hilfe.
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Unerwünschtes Mitleid abzutrainieren bzw. auf Mitgefühl zu reduzieren etc. geht in Richtung unsympathische Kaltschnäuzigkeit.
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Sympathische Menschen hingegen lassen so viel Empathie zu, wie es ihnen gerade möglich ist, ohne davon körperlich krank zu werden.
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16.05.2026
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397) Der wütende Moralapostel, zu 396), 230) und 1)
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...wird immer wütender auf die böse Welt, es sei denn, er kommt seiner eigenen Scheinheiligkeit auf die Schliche...
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N.B. Könnte das Nichtsideal des Pessimisten auch scheinheilig sein, will er eigentlich immer weiter sein? Ich nicht.
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16.05.2026
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396) Ist der Pessimist ein Misanthrop?, zu 342), 258), 232), 228), 154), 66) und 42)
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Wo der Mensch böse wird, da hat er wohl v.a. die Unerträglichkeit seiner Lebensverhältnisse satt, verständlicherweise.
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Der Pessimist verurteilt nicht primär den Menschen, der die Moral aufgibt, er bedauert unser unabänderlich leidvolles Dasein.
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Und wenn nicht einmal auf höchster Ebene, etwa beim Mind at Large, die Schuld zu finden ist, bleibt nur das Jammern.
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13.05.2026, zuletzt editiert am 14.05.2026
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395) Kein Thema: Hölle, zu 104), 111), 185), 193), 213), 326), 335), 338) und 393)
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Die Gefahr unendlichen Leids beunruhigt heute keinen mehr – zumindest ist sie keinem mehr vordergründig bewusst.
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Erst haben wir vergessen, wie krank vor Angst das Menschenkollektiv war angesichts der kirchlichen Höllendrohung.
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Und dann haben wir vergessen, wie erleichtert das Menschenkollektiv war angesichts der säkularen Entwarnung.
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13.05.2026, zuletzt editiert am 14.05.2026
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394) Der Optimist in der Hölle, zu 130), 132), 311), 321), 346) und 391)
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...ist besserer Stimmung als der Pessimist in der Hölle, weil jener im Gegensatz zu diesem glaubt, nicht für immer dableiben zu müssen.
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11.05.2026, zuletzt editiert am 12.05.2026
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393) Mein Pessimismus liegt in der Mitte zwischen Hölle und Nichts, zu 392), 338), 160) und 50)
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Zum Glück bin ich weit weg von der Hölle und leider bin ich weit weg vom Nichts – das ist meine Position, an der sich schon seit Jahrzehnten kaum noch etwas ändert.
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Schlimmer geht immer, und vom Schlimmstvorstellbaren bzw. vom unvorstellbar Schlimmen – was meiner Definition der Hölle entspricht – bin ich als Privilegierter weit weg.
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Aber vom Nichts i.S.v. völliger Ruhe bis Nichtsein bin ich als ontologischer Idealist ebenso weit weg – ich glaube an unendliches, schlimmes (nicht schlimmstes) Dasein.
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N.B. Andere Pessimisten sind im Gegensatz zu mir nicht mitten zwischen Hölle und Nichts, sondern am Anschlag – für sie ist entweder alles bereits nichtig oder alles bereits höllisch.
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09.05.2026, zuletzt editiert am 10.05.2026
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392) Drei Positionen zwischen Optimismus und Pessimismus, zu 390), 368) und 159)
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Einerseits die Extremposition des reinen Optimismus, welche alle weiter unten genannten Positionen für pessimistisch hält:
- das Dasein ist gut, für immer
(muss deshalb übrigens noch nicht die beste aller möglichen Welten sein)
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Dann die zwei häufigsten Zwischenpositionen, welche sich selber für optimistisch halten, sich gegenseitig aber für pessimistisch halten:
- das Dasein ist diesseitig gut und jenseitig gar nicht existent
vs.
- das Dasein ist diesseitig Jammertal und jenseitig Himmel
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Dann die viel seltenere dritte Zwischenposition, welche sich selber für pessimistisch hält und auch von allen weiter oben genannten Positionen für pessimistisch gehalten wird:
- das Dasein ist diesseitig schlecht und jenseitig gar nicht existent
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Andererseits meine m.E. seltenste Extremposition des reinen Pessimismus, welche sich selber für pessimistisch hält und alle weiter oben genannten Positionen für optimistisch hält:
- das Dasein ist schlecht, für immer
(muss deshalb übrigens noch nicht die schlechteste aller möglichen Welten sein)
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08.05.2026, zuletzt editiert am 09.05.2026
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391) Hoffnung verlängert das Leid nur..., zu 128), 129), 130), 132), 346) und 347)
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...sagen diejenigen Pessimisten, welche sich ihrer Endlichkeit gewiss sind.
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Aber wer diesen Glauben auch noch verliert, ist wieder froh über Hoffnung.
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06.05.2026
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390) Vier Haltungen zu Leben und Tod zwischen Optimismus und Pessimismus, zu 384), 368), 326), 132), 129) und 128)
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Optimismus:
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vor dem Tod ist es gut und nach dem Tod ist es besser
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Monotheismus:
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i) Treue zu Gott bzw. Seele nicht verkauft: vor dem Tod ist Leid und nach dem Tod ist Himmel
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ii) Pakt mit dem Teufel bzw. Seele verkauft: vor dem Tod ist Lust und nach dem Tod ist Hölle
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Materialismus:
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iii) vor dem Tod ist es gut und nach dem Tod ist es aus – leider
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iv) vor dem Tod ist es schlecht und nach dem Tod ist es aus – zum Glück
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Pessimismus:
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vor dem Tod ist es schlecht und nach dem Tod ist es schlechter
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04.05.2026, zuletzt editiert am 05.05.2026
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389) Erträglicher –> unerträglicher Pessimismus, zu 33), 147), 169), 213), 235), 381) und 384)
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Klassiker: uns mangelt es an Erkenntnisfähigkeit, um zu begreifen, dass Gottes Schöpfung perfekt ist wie sie ist
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Update: wir reflexionsfähigen Menschen dienen der Selbsterkenntnis des instinktiven Mind at Large –> werdender Gott
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Worst Case: wir sind erkenntnisfähig, und die Wahrheit lautet: Gott weiß, was er tut, er ist und bleibt Sadist
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04.05.2026
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388) Pessimismus und Wagnis, zu 93), 222) und 385)
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Mutiger Pessimismus: Nietzsches Lackmustest für den Übermenschen ist die Bejahung der EWDG
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Ängstlicher Pessimismus: EWDG ist am sichersten, jede Veränderung hat evt. unabsehbare Folgen
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30.04.2026
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387) Verstehen können wir i.a. erst im Nachhinein, zu 31), 42), 150), 230), 296), 342), 345), 357) und 386)
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Darf der M@L das, Teile von sich per Dissoziation in ein partikulares Dasein der Unwissenheit zu stürzen, welchem erst im Rückblick – falls überhaupt – ein Sinn zuwächst?
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Hierarchisten zucken mit den Schultern und sagen: er kann es, also tut er es! Aber das ist hier nicht die Frage, es geht vielmehr um Moral – und die, fürchte ich, fehlt dem M@L.
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Tröstet mich nicht, falls es einer Elite gelingt, das schon zu Lebzeiten zu verstehen und dem M@L gerne zu dienen – alle Tiere und die meisten Menschen schaffen das nicht.
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Am ehesten leuchtet mir noch die Alternative ein, dass der zeitlose M@L sich dereinst (?) läutert und selbst aufhebt, aber viel plausibler ist doch, dass auf ewig fast alle leiden müssen...
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30.04.2026, zuletzt editiert am 01.05.2026
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386) Der Pessimist und das Leid, zu 18), 179), 283), 287), 293), 295), 350), 355), 356), 359) und 384)
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- religiöse Tradition: der Gläubige will nicht leiden, betet stets um Verschonung für sich und die Seinen – nimmt Erlittenes aber evt. demütig hin im Glauben an dessen höheren Sinn ("dein Wille geschehe")
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- Antithese nach Camus: das Leiden hat zwar keinen höheren Sinn (Ablehnung solch religiöser Flucht), aber der Existentialist lässt sich vom Leiden nicht abschrecken ("Sisyphos als glücklicher Mensch")
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- mein idealistischer Pessimismus: die Person erlischt im Tod, aber dieser macht nicht bewusstlos – das Leiden ist trotz Endlichkeit der Person ewig und zum allergrößten Teil ungewollt und vergeblich
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- Sehnsucht des Pessimisten: das ungewollte und vergebliche Leiden soll aufhören => Gefahr von Überschätzung der eigenen Einsicht in "notwendige Maßnahmen", um Leid aktionistisch zu stoppen
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- stattdessen quietistischer Pessimismus: dem unermüdlich Leiden schaffenden M@L wird durch asketische Zurückhaltung das Nichts bzw. die Ruhe als Ideal vorgehalten bzw. vorgelebt (negatives Feedback)
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27.04.2026, zuletzt editiert am 29.04.2026
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385) Pessimistische Wahl zwischen der EWDG und dem Ungewissen, zu 379), 363), 355), 321), 319), 315), 238), 231), 203), 193) und 111)
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Nietzsche empfiehlt anstelle des feigen Pessimismus Schopenhauers einen tapferen: der Übermensch bejahe die Ewige Wiederkehr Des Gleichen!?
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Sicher, bejahen würde ich die EWDG auf keinen Fall, und verglichen mit meinem Ideal des engültigen Nichts im Tod ist die EWDG m.E. höllisch.
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Aber ein echter Pessimist wäre mit dem Start jeder Wiederholung seines Menschenlebens auch erleichtert, so noch schlimmeren Höllen zu entrinnen.
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Würde man ihm etwa nur die Wahl lassen zwischen EWDG und dem völlig Ungewissen, müsste er sich m.E. auf jeden Fall für Ersteres entscheiden.
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N.B. Warum wohl unterwerfen Mönche ihr Leben immergleichen Ritualen? Der Pessimist zieht diese den i.a. unliebsamen Überraschungen des Lebens vor!
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26.04.2026, zuletzt editiert am 27.04.2026
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384) Materialistischer, idealistischer und theistischer Pessimismus, zu 1), 6) und 159)
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Dezidierte Pessimisten sind eh selten und dann zuallermeist ontologische Materialisten, die sich als Atheisten über unsere Welt beklagen, obwohl oder gerade weil alles vergeht.
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Noch seltener ist mein idealistischer Pessimismus des blinden metaphysischen Willens, immerhin noch mit Schopenhauer dem Chefpessimisten als berühmtem Vertreter aufwartend.
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Heute wohl am seltensten, aber evt. am ursprünglichsten und lange am häufigsten: der theistische Pessimist beklagt sich über seinen Gott, ihn nichtsdestotrotz voraussetzend.
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N.B. Sein Dilemma: entweder unüberbietbar tollkühn den zornigen Schöpfer herausfordern oder unüberbietbar naiv sich selber und dem Allwissenden Optimismus vorspielen...
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25.04.2026
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383) Intersektionalität des nahtoderfahrenen Pessimismus, zu 105), 124) und 241)
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Mir ist die Zuversicht abhandengekommen, dass im Tod alles Leiden vorbei ist, was mich der ontologische Materialismus glauben machte, bis zur Erinnerung an meine Nahtoderfahrungen.
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Seitdem lebe ich allein in der Schnittmenge von zwei Minderheiten:
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- einerseits sind da die Pessimisten, welche aber i.a. am ontologischen Materialismus festhalten, ohne auch nur zu vermuten, dass es sich dabei um eine Erlösungsreligion handeln könnte
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- andererseits sind da die Nahtoderfahrenen, welche aber i.a. froh sind, wenn es im Tod weitergeht, mit dem Sieg des Guten rechnend, Armageddon hin oder her, per aspera ad astra
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24.04.2026, zuletzt editiert am 25.04.2026
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382) Natur und Kultur aus meiner pessimistischen Sicht, zu 263), 249), 179), 140), 80), 62) und 53)
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- die Kultur als tätige moralische Korrektur an unserer menschlichen Natur hat keine Chance
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- die Natur als Opfer industriellen Raubbaus an unserer menschlichen Umwelt hat keine Chance
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- die Vernünftigen versuchen vergeblich, ihre menschliche Natur zu kultivieren und ihre menschliche Umwelt zu schützen
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- die Unvernünftigen versuchen erfolgreich, ihre menschliche Natur auszuleben und ihre menschliche Umwelt auszubeuten
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24.04.2026, zuletzt editiert am 25.04.2026
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381) Sadismus, zu 378), 367), 351), 328), 298), 266), 256), 248), 242), 241), 240), 226), 224), 218), 213), 210), 201), 197), 182), 166), 119), 78), 66), 19) und 6)
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"Was du nicht willst, das man dir tu, eben das füg ich dir gerne zu!" klingt wie eine bockig-zynische Antithese zur moralisch-vernünftigen goldenen Regel "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu!", beschreibt aber zuerst einmal eine instinktive Neigung, für die der Sadist höchstwahrscheinlich nichts kann – und dann stellt ihn die goldene Regel evt. vor eine ganz besonders schwere Aufgabe (–> Katharsis).
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Dass der sadistische Drang i.a. stärker ist als die Vernunft, wird wohl kaum jemandem verborgen bleiben können, interessant ist vielmehr die Frage, ob die sadistische Neigung eine natürliche ist oder eine widernatürliche. Ich fürchte, dass ständigen Druck von oben nach unten weiterzugeben i.S.v. Ausleben angestauter Aggressionen eine natürliche Reaktion darstellt, die zur Gewohnheit wird bzw. sich verselbständigt.
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Insofern würde ich der Natur zumindest Sadismus i.S.v. Schlechtigkeit unterstellen, wenn auch nicht i.S.v. Bosheit. Die Natur ist jenseits von Vernunft und Moral und kann deshalb nicht absichtlich böse sein, unabsichtlich schlecht jedoch sehr wohl, und zwar nicht ausnahmsweise, sondern in aller Regel. Ihre allgegenwärtigen Hierarchien treiben die Lebewesen dazu an, von oben erlittene Gewalt nach unten abzureagieren.
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N.B. Interessant auch, wie es dann zu einem sadistischen Schöpfergott käme, obwohl der Höchste per definitionem keine Gewalt von oben erleidet. Entweder ist er der Vollständigkeit halber auch Sadist oder es gibt die Bosheit auch in Reinform, welche nicht als instinktive Schlechtigkeit entsteht und dann gegen alle Vernunft als Bosheit absichtlich von uns fortgesetzt wird, sondern ganz ohne Not aus sich heraus entsteht.
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23.04.2026
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380) Schmerz oder Langeweile, zu 379) und 364)
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Fragt dich der Guide am Ausgang lächelnd: willst du dein Leben noch einmal leben?
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Entgegnest du dem Guide erschrocken: um Himmels Willen, auf gar keinen Fall!
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Darauf er: dann komm heraus, hier warten Heerscharen auf ein Leben wie deines!
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23.04.2026, zuletzt editiert am 24.04.2026
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379) Dasselbe Leben noch einmal?, zu 355), 321), 319) und 241)
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Fragt man die Menschen, ob sie, im Tod vor die Wahl gestellt, dasselbe Leben noch einmal leben wollten (oder lieber gar nicht mehr existieren wollten), denken sie an Wiederholung des ihnen diesmal schon bekannten Originals.
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Aber dasselbe Leben noch einmal wäre eben tatsächlich DASSELBE Leben noch einmal, also wieder ohne bzw. mit dem Gefühl, dass es sich um eine Wiederholung handelt, je nachdem, wie es schon im vergangenen Leben war.
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Nietzsches Ewige Wiederkehr Des Gleichen empfände man somit ohne Wissen um diesen Umstand jedes Mal als einmaliges Original, mit Wissen um diesen Umstand jedoch jedes Mal als Wiederholung...
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....oder eben bei Annahme dieses Glaubens an Nietzsches Ewige Wiederkehr Des Gleichen zu irgendeinem Zeitpunkt mitten im Leben jedes Mal vorher als einmaliges Original und jedes Mal nachher als Wiederholung.
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Wie dem auch sei, ich würde dasselbe Leben auf keinen Fall noch einmal wollen, auch wenn es eben wirklich DASSELBE Leben noch einmal wäre, also in meinem Fall die längste Zeit ohne das Bewusstsein von Wiederholung.
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Und ich wollte auch kein anderes Leben, solange es das Böse gibt, denn im Leben ist es wohl in aller Regel so, dass man entweder selbst böse wird und triumphiert oder nicht böse wird und untergeht – tertium non datur.
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23.04.2026
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378) Die Energie des Wüterichs, zu 377), 367), 352), 351), 331), 208), 140), 34), 13), 4) und 1)
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C. G. Jung als dem Pionier der Schattenarbeit ist evt. eine Synthese von Schopenhauer und Nietzsche gelungen mit seinem therapeutischen Weg, sich unserer dunklen Seite weder zu verweigern noch davor zu kapitulieren.
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Eventuell können bzw. müssen wir gar eine Verbindung schaffen zwischen dem Zulassen bzw. Wahrhaben all unserer Gefühle einerseits und dem zivilisierten Vermeiden ihres destruktiven Ausagierens andererseits.
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Schlüssel für den moralischen Fortschritt der Menschheit ist dann sicher die Pädagogik, welche den Kindern ihre Gefühlswallungen einerseits nicht mehr verbieten darf, aber ohne sie andererseits wieder verwildern zu lassen.
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22.04.2026, zuletzt editiert am 23.04.2026
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377) Das Koordinatensystem der Jenseitstheorien und sein Zentrum, zu 372), 347), 338), 337), 272), 257), 236), 136), 67), 55) und 49)
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- Die x-Achse zeigt in Richtung wachsender Plausibilität, und das plausibelste Jenseitsmodell ist für mich die Reintegration in den instinktiven Mind at Large.
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- Die y-Achse zeigt in Richtung wachsender Attraktivität, und das attraktivste Jenseitsmodell ist für mich das Paradies der absoluten Harmonie für alle.
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- Die z-Achse zeigt in Richtung wachsender Moralität, und das moralischste Jenseitsmodell ist für mich die gerechte personale Wiedergeburt.
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Im Zentrum des von den drei Achsen aufgespannten Raumes liegt mein zentrales Jenseitsmodell, das von mir idealistisch angestrebte Nichtsein.
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N.B.
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Als Kompromiss ist das Nichtsein m.E. noch am wenigsten unplausibel UND unattraktiv UND unmoralisch:
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- Nichtsein ist plausibler als Himmel für alle und gerechte Wiedergeburt,
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- Nichtsein ist attraktiver als instinktiver M@L und gerechte Wiedergeburt,
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- Nichtsein ist moralischer als instinktiver M@L und Himmel für alle,
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wobei der Himmel für alle eben ein Paradoxon ist, welches moralinsauer dem Bösen nicht seinen Willen bzw. seine Wonnen gönnt, sondern es "kuriert" hat?
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20.04.2026, zuletzt editiert am 22.04.2026
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376) Vom Wissen, was im Tod aus uns wird, zu 2), 5), 15), 39), 42), 54), 62), 64), 97), 181), 225) und 280)
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Ansage der Empiristen: es ist noch kein Toter zurückgekommen, und bis es soweit ist, bleiben wir bezüglich des Totseins unwissend – aber am größten ist damit immer noch die Wahrscheinlichkeit, dass unser individuelles Dasein mit dem biologischen Tod in definitiver Bewusstlosigkeit endet.
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Wie groß ist diese größte Wahrscheinlichkeit denn bitte konkret? Wenn z.B. eine einzige Zahl in der Lottomaschine doppelt statt nur einfach vorkommt, ist die Wahrscheinlichkeit ihrer Ziehung auch am größten, bleibt jedoch absolut gesehen immer noch klein, ist alles andere als eine sichere Wette!
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Obige Ansage der Empiristen interpretiert man evt. vorschnell im Sinne einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit, aber das ist falsch, weil die Ansage gar keine Schätzung der absoluten Wahrscheinlichkeit enthält – das Nichtsein im Tod anzukündigen bleibt somit leider erlösungsreligiös.
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Richtiger, aber m.E. auch trostloser, wenn die Agnostiker feststellen, dass keiner wirklich etwas weiß übers Totsein, Gott etc. – wo die materialistischen Atheisten vorpreschen und in überheblichem Ton Bescheid geben, üben sich jene in Zurückhaltung, finden alle einschlägigen Bemühungen fruchtlos.
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Es gibt dann sogar die Kombination von radikaler Skepsis und Empirismus: alle Modelle sind erst mal schlecht, aber die falsifizierbaren Modelle der empirischen Naturwissenschaft können wir möglicherweise durch bessere ersetzen, auch wenn wir nie wissen, wie fern wir der Wahrheit noch sind.
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Empirische Falsifizierbarkeit der Modelle, wie heutige Naturwissenschaft sie verlangt, ist aber nur EIN Kriterium, wichtig ist z.B. auch die ontologische Sparsamkeit, gegen die etwa gängige Erklärungen quantenmechanischer Phänomene in eklatanter Weise verstoßen, vgl. Viele-Welten-Theorie.
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Mir ist Kastrup plausibel: ohne unsere dissoziative Grenze hätten wir Zugang zum Allwissen des Mind at Large, wären dann aber sofort "heiße entropische Suppe" – empirisch bleibt Totsein also unzugänglich; rational hingegen ist erschließbar, was im Tod aus uns wird – wir gehen auf im M@L.
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Des Weiteren sind Bewusstseinszustände erlebbar, in denen ist unsere dissoziative Grenze durchlässiger als normalerweise, und auch jene sollten als empirische Hinweise bzw. Belege gesellschaftlich (wieder) anerkannt werden – wir Menschen mit Nahtoderfahrungen warten schon lange darauf.
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18.04.2026, zuletzt editiert am 19.04.2026
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375) Erst kommt das Fressen, dann die Moral?, zu 25), 66), 100), 166), 217), 221), 230), 241), 324), 331), 354) und 367)
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Auch als satter Privilegierter frage ich mich, wie viel Not ich noch aushalte, bis ich meine Moral hintanstelle.
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Und ich meine hier nicht den affektiven Rückfall, sondern die reflektierte Wahl unmoralischen Handelns.
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Was denn, wenn die Einhaltung moralinsaurer Anständigkeit einem das Leben zur steten Qual macht?
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Was denn, wenn gesünder lebt, wer seiner Bosheit wohldosiert ihren Lauf zu lassen versteht?
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Geht man zum Therapeuten, um auf den eben noch legalen Grad von Unverschämtheit umzuschulen?
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Dass sich moralischer Anstand und Lebenslust nicht ausschließen müssen, halte ich i.a. für illusorisch.
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Man kann diese Synthese m.E. zwar anstreben, muss sich aber doch ständig zwischen beidem entscheiden.
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N.B. Die kindliche Klage "Alles was Spaß macht, ist verboten!" mag zu kategorisch sein, trifft es aber.
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16.04.2026, zuletzt editiert am 17.04.2026
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374) Doppelte Jenseitsvorstellung hält besser, zu 44), 50), 55), 136) und 170)
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Viele haben einen zweiten Jenseitsglauben in Reserve, unter dem Fangnetz sicherheitshalber ein weiteres Fangnetz aufgespannt.
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Typisch ist das Himmel-Nichts-Doppel: gibt es doch kein Paradies, dann halt das Nichtsein – nicht schön, aber wenigstens leidfrei.
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Mein Doppel sind die beiden Nichtse: noch bescheidener als das besagte Nichts 0 der Materialisten ist das Nichts 1 der Quietisten.
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N.B. Aber ich wäre kein Pessimist, wenn ich keine Angst hätte, dass mir beide Netze reißen und ich in der tiefsten Hölle lande...
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14.04.2026, zuletzt editiert am 16.04.2026
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373) Eine der quälendsten Fragen des Monotheismus, zu 372), 360) und 299)
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...ist die, ob man die Gerechtigkeit "genug liebt", um einverstanden zu sein mit dem ewigen Himmel für die Guten und der ewigen Hölle für die Bösen.
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Also ob die für eine endliche Zeit am Guten / Bösen festhaltenden Gläubigen / Ungläubigen dafür eine ewige Belohnung / Bestrafung verdienen.
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Ich bin mir sicher, dass ich mich nach meinem Ende sehne statt nach solch drakonischen Maßnahmen – oder steht Hölle eben für jene Sehnsucht?
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14.04.2026, zuletzt editiert am 15.04.2026
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372) Ungerecht, aber endlich!, zu 306), 299), 270), 257), 218), 182), 135), 132), 55) und 49)
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Wenn die Welt ungerecht & ewig ist, was ich glaube, dann ist der nächste Schritt der wichtigste Schritt, nämlich der zu ungerecht & endlich.
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Die beiden nächsten Schritte zu gerecht & endlich und gerecht & ewig sind vergleichsweise egal, Hauptsache von der Ungerechtigkeit gen Nichts.
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N.B
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Eigentlich halte ich mich für einen Moralisten, aber dass das Leiden endet, wäre m.E. wichtiger als jede vergängliche oder unvergängliche Gerechtigkeit.
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In einer naturgegebenen Welt des "Töte oder stirb!" primär die Gerechtigkeit anzustreben, scheint mir noch einmal ungleich illusorischer als das Nichts.
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13.04.2026, zuletzt editiert am 14.04.2026
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371) Nihilismus als unerkannte Erlösungsreligion, zu 1), 15), 46), 54), 59), 64), 97), 126), 135), 136), 152), 193), 264), 270), 279), 308), 321) und 335)
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Für ontologische Materialisten sind wir ontologischen Idealisten Naive, die den Tod als definitive Bewusstlosigkeit nicht wahrhaben wollen.
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Vom Paradies zum Nichts – dieser Fortschritt bzgl. ihrer Erwartung an den Tod ist den Intellektuellen in den letzten Jahrhunderten gelungen.
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Aber nun glauben sie, keine Religion mehr zu haben, und der Fortschritt, auch das Nichts als eskapistisches Ideal zu erkennen, bleibt leider aus.
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N.B.1 Ob ich mich für klüger halte als diese Intellektuellen? Falls ja, dann nicht aufgrund des schärferen Verstandes, sondern aus Erfahrung (Nahtod).
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N.B.2 Je weniger ein Materialist wahrhaben will, dass auch sein Nichts im Tod ein Märchen ist, desto mehr muss er lachen über das Paradies im Tod.
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13.04.2026
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370) Gut und gerne im Beruf?, zu 70)
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Prima, wenn jemand gut und gerne in seinem Beruf arbeitet.
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Viele arbeiten schlecht und ungern, tun es halt für das Geld.
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Der Moralist arbeitet evt. nur gut, der Hedonist evt. nur gern.
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13.04.2026
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369) Illusion und Wirklichkeit für Optimisten und Pessimisten, zu 368), 366), 355), 320) und 158)
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Üblicher Optimismus: die Unendlichkeit des Schönen ist die Illusion der ängstlichen Optimisten und die Endlichkeit des Schönen ist die Wirklichkeit der mutigen Optimisten.
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Unüblicher Pessimismus: die Endlichkeit des Hässlichen ist die Illusion der ängstlichen Pessimisten und die Unendlichkeit des Hässlichen ist die Wirklichkeit der mutigen Pessimisten.
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11.04.2026, zuletzt editiert am 13.04.2026
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368) Die Grenze zwischen Optimismus und Pessimismus, zu 366), 365), 364), 355), 327), 322), 172), 159), 158), 129), 128) und 104)
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- Bewusstsein ist unendlich – zum Glück!
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---------- mögliche Grenze 1 ----------
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- Bewusstsein ist endlich – leider!
.
---------- mögliche Grenze 2 ----------
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- Bewusstsein ist endlich – zum Glück!
.
---------- mögliche Grenze 3 ----------
.
- Bewusstsein ist unendlich – leider!
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N.B. Ebenso die speziellere Grenze zwischen Jenseitsoptimismus und Jenseitspessimismus:
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- es gibt ein Jenseits – zum Glück!
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---------- mögliche Grenze 1 ----------
.
- es gibt kein Jenseits – leider!
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---------- mögliche Grenze 2 ----------
.
- es gibt kein Jenseits - zum Glück!
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---------- mögliche Grenze 3 ----------
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- es gibt ein Jenseits – leider!
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09.04.2026
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367) Dunkle Gefühle weder barbarisch ausleben noch moralisch blockieren, zu 310), 290), 228), 226), 224), 210), 204), 201), 200), 187), 174), 166), 116), 115), 114), 95), 76), 66), 38), 28), 25) und 20)
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C. G. Jungs Integration des Schattens – "lieber ganz als gut" – bedeutet Zulassen-Können und Wahrhaben-Können der Gefühle unserer dunklen Seite jenseits von Vernunft und Moral, statt sie unbesehen zu verdrängen oder streng zu untersagen, wodurch sie nur noch stärker würden.
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Die Formulierung des menschlichen (Aus-)Weges vom kriegerischen Barbaren über den asketischen Moralisten bis zum kathartischen Künstler haben Denker wie Schopenhauer, Nietzsche und Jung, mit unterschiedlichen charakterlichen Sympathien und Antipathien, gemeinsam errungen.
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06.04.2026, zuletzt editiert am 07.04.2026
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366) Pessimistische Gewissheit in 5 Stufen, zu 365), 343), 323), 129) und 128)
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i) Am weitesten entfernt vom leidenden Monotheos ist noch, wer fest an die glückliche Ewigkeit glaubt.
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ii) Näher dran am leidenen Monotheos ist schon, wer das Glück für endlich hält und das dauernd bedauert.
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iii) Noch näher dran am leidenden Monotheos ist, wer das Unglück für endlich hält und auf das Nichts hinfiebert.
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iv) Am nächsten dran am leidenden Monotheos ist, wer das Unglück für ewig hält, mit einem kleinen Rest Hoffnung.
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v) Erst der leidende Monotheos selbst ist der unglücklichen Ewigkeit ganz gewiss, träumt die vier Vorstufen.
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06.04.2026, zuletzt editiert am 07.04.2026
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365) Der leidende Monotheos, zu 364)
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...träumt sich leidende Lebewesen, die solange sie leben hoffen können, dass ihr Leiden endlich ist.
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Wenn er aus dem Traum wieder erwacht, erinnert er sich mit Schrecken daran, dass sein Leid ewig ist.
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06.04.2026
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364) Flüchtet sich der M@L in Todesillusionen?, zu 113), 91) und 42)
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Wenn es ontologisch eigentlich nur ein einziges unendliches universelles Bewusstsein gibt, das endliche Leben träumt, ist der Hauptgrund dieser grausamen Marotte vielleicht die Sehnsucht des Mind at Large nach seinem eigenen Ende, das er sich in uns als seinen Traumcharakteren immer wieder vorgaukelt, das aber seine Illusion bleiben muss, die ihm mit jeder von uns zahllosen Seifenblasen wieder zerplatzt?
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N.B. Die Optimisten freuen sich auf ein gutes Erwachen im universellen Bewusstsein, wir Pessimisten jedoch befürchten ein böses Erwachen in seiner Allwissenheit, die der M@L sich schleunigst anschickt, als immer neue Traumcharaktere wieder loszuwerden, um weiterhin die schlimmsten Lebensschicksale zu erdulden, Hauptsache in der falschen Hoffnung, dass dieses Dasein am Ende zu Nichtsein werde.
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06.04.2026
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363) Schopenhauer oder Nietzsche, zu 355), 321), 319), 318) und 1)
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Identifikation mit dem Intellekt führt eher Richtung Nichts,
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Identifikation mit dem Willen führt eher Richtung EWDG.
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N.B. "Weh spricht: Vergeh! Doch alle Lust will Ewigkeit..."
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06.04.2026, zuletzt editiert am 07.04.2026
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362) Moral als Mittel oder (Selbst-)Zweck?, zu 340), 297), 230), 162) und 29)
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Als Pessimist geht es mir primär darum, dass das Leiden endet.
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Moral sollte da m.E. das Mittel der Wahl sein, kein Selbstzweck.
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N.B. Letzteres bringt evt. sogar zusätzliches Leid über die Welt.
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02.04.2026, zuletzt editiert am 03.04.2026
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361) Das Ideal des Nichtseins ist mir das Wichtigste, zu 343), 323), 282), 272), 230), 113), 44) und 42)
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...obwohl es als Ideal eben m.E. nur Orientierung sein kann bzw. gar nicht real möglich bzw. erreichbar ist.
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Es geht mir darum, weniger (leidendes) Opfer zu sein, OHNE jedoch mehr (freudiger) Täter zu werden.
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Für die Konversion zum Täter gäbe es drei reale Möglichkeiten:
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i) egoistischer Täter werden mit Freude am Übervorteilen der Opfer
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ii) altruistischer Täter werden mit Freude am Kümmern um Schützlinge
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iii) Rückkehr zum Mind at Large mit dem blinden Drang zur Schöpfung
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N.B. Die materialistische Ontologie verheißt Nichtsein und damit endgültiges Nicht-mehr-Leiden im Tod als reale Möglichkeit. Meine idealistische Ontologie des analytischen Idealismus nach Kastrup verheißt Aufgehen im M@L, womit zumindest das Leid i.S.v. evolutionärem Konkurrenzkampf endet. Aber der M@L ist sogar im Fall von völlig fehlendem eigenen Leid die Ursache allen Leidens der dissoziierten Lebewesen – von dieser unreflektierten Täterschaft bin ich als lebendiger Mensch weiter weg und kann als solcher für das Nichtsideal einstehen in der Hoffnung, dass die Natur istgleich M@L plus dissoziiertes Leben sich nach Möglichkeit in diese Richtung bewegt...
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31.03.2026, zuletzt editiert am 01.04.2026
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360) Ungerechte Endgültigkeit?, zu 359), 277), 272) und 49)
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Das endgültige Nichts im Tod für uns alle wäre zwar auch ungerecht, aber immer noch unendlich gerechter als ewiger Himmel für die endlich Guten und ewige Hölle für die endlich Bösen.
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N.B. Der Herrgott hat immer recht? Die Gläubigen erklären sich mit der Zumutung evidenter himmlischer und irdischer (und höllischer) Ungerechtigkeit einverstanden: "Dein Wille geschehe!"
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31.03.2026
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359) Das Nichtsideal als Synthese von Endgültigkeit und Vorläufigkeit, zu 358), 344), 317), 148) und 49)
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Wie verbindet man die dringendste Notwendigkeit einer fundamentalen Änderung mit der Besonnenheit des sich seiner Unvollkommenheit bewussten Mängelwesens?
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Wenn der Leidende einerseits verzweifelt nur noch das sofortige "Schluss, aus, vorbei!" will, andererseits ehrlicherweise sich jegliche Befugnis dafür absprechen muss?
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- Dürfte man erst aus heißer leidender Verzweiflung heraus alles beenden?
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- Müsste man schon aus kühler moralischer Erwägung heraus alles beenden?
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- Dürfte bzw. müsste bereits ein Einziger für die Allgemeinheit entscheiden?
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- Dürfen bzw. müssten das nicht einmal alle über nur einen Einzigen hinweg?
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Meine Lösung: die Orientierung am endgültigen Nichts in unendlicher Ferne.
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N.B.
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Meine moralische Entscheidung: ich fordere den endgültigen Ausknopf im Individuum für die je eigene Existenz, in JEDEM Individuum, nicht nur in mir. Mangel an Reife hin oder her.
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Die schwierigste moralische Entscheidung: entweder alles läuft weiter wie bisher oder alles wird zu Nichts – würde ich in meiner Notwehr das Nichts für alle in Kauf nehmen?
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30.03.2026, zuletzt editiert am 31.03.2026
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358) Bis zum Shutdown (oder zur Bekehrung), zu 323), 249), 218), 182), 148) und 49)
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Die Welt ist etwas, das aus moralischen Gründen gar nicht sein dürfte.
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Aber wir Menschen sind wohl die Einzigen, die das erkennen können.
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Als solche haben wir die moralische Pflicht, aufs Nichtsein hinzuwirken.
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N.B.
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Bei materialistischer Ontologie hieße das, aussterben zu wollen.
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Bei idealistischer Ontologie heißt das, die Welt besser zu verstehen...
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...bis wir Bewusstsein sicher ausschalten können oder bekehrt werden.
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30.03.2026
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357) Bedürfen die Tiere des Quietisten?, zu 356), 293), 232), 229), 113) und 42)
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Mal angenommen, nur wir vom Mind at Large dissoziierten Lebewesen leiden, der M@L selber aber leidet nicht.
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Deshalb würde der M@L denn auch bis in alle Ewigkeit damit fortfahren, leidende Lebewesen zu dissoziieren.
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"Die Tiere bedürfen des Menschen", sagt Horkheimer – wir sind moralisch verpflichtet, Misshandlung zu unterlassen.
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Und evt. bedürfen sie unser darüber hinaus, indem wir dereinst einen Weg finden, dass der M@L endlich Ruhe gibt.
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30.03.2026
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356) Suizidale Resignation und moralische Renitenz, zu 355), 343), 323), 321), 288), 275), 44), 42), 26) und 1)
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Mal angenommen, wir werden im Sterben vom Mind at Large reassoziiert, dann wars das wieder mit Vernunft und Moral.
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Vielleicht kann nach Jahrmillionen der Evolution unserem leidigen Leben Sinn zukommen, indem wir die Moral hochhalten.
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Nach Camus das sinnlose Leben fortzusetzen trotz angeblicher Alternative des Nichts im Suizid? Das sähe ich nicht ein!
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Mir als idealistischem Pessimisten gilt es vielmehr, das moralische Nichtsideal hochzuhalten bzw. weiterzudenken.
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27.03.2026, zuletzt editiert am 29.03.2026
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355) Daseinsbejahende Pessimisten?, zu 325), 320), 319), 315), 301), 294), 255), 197) und 59)
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Neben den landläufigen Pessimisten, die ein schlimmes Ende prophezeien, gibt es die philosophischen Pessimisten, und Schopenhauer ist deren Hauptvertreter, auch wenn er den Begriff Pessimismus selber noch nicht verwendet; dieser Schopenhauersche Pessimismus ist in erster Linie daseinsverneinend, d.h. das Sein wäre besser nicht. Dem schließe ich mich an, und daseinsbejahende Philosophen sind für mich eigentlich erst mal Optimisten.
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Aber schön, dann halt auch daseinsbejahende philosophische Pessimisten:
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Etwa Nietzsche, der zwar das eudaimonistische Glücksstreben auch verwirft, dafür aber den tapferen Übermenschen die ausweglose Ewige Wiederkehr Des Gleichen als sein Schicksal lieben lässt.
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Etwa Camus, der die Flucht in die Religion oder den Suizid ablehnt und stattdessen die Rebellion gegen das Absurde wählt: wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.
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Etwa die negativen Präferenzutilitaristen, die evt. als Antinatalisten Zeugung bzw. Empfängnis ablehnen, um Leid zu verhindern, aber möglichst wenige Präferenzen der Lebenden verletzen wollen.
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N.B.
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Spätestens nach dem philosophiehistorischen Übergang von der idealistischen zur materialistischen Ontologie wird pessimistischerseits die Suizidfrage dringend: warum nicht aktiv eine individuelle oder besser gleich kollektive Erlösung im Tod anstreben? Camus stellt die Suizidfrage als wesentliche gleich an den Anfang, aber dass in seiner Revolte mehr Würde und Freiheit liege, will mir nicht so recht einleuchten. Und auch nicht der negative Präferenzutilitarismus.
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Gegen den von ihm eingeführten negativen Utilitarismus wandte Smart ein: wenn die Vermeidung des Unglücks wichtiger ist als die Verfolgung des Glücks (pursuit of happiness, positiver Utilitarismus), warum dann nicht gleich die ganze Welt in die Luft jagen (benevolent world-exploder)? Darauf erwidert nun der negative Präferenzutilitarismus: als komplexe Lebewesen machten uns zahlreiche langfristig angelegte Projekte aus, deren jäher Abbruch nicht wünschenswert sei.
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25.03.2026, zuletzt editiert am 26.03.2026
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354) Egoismus und Altruismus, zu 350), 244), 221) und 184)
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Man muss sich im Leben andauernd entscheiden zwischen dem, was gut ist für einen selbst, und dem, was gut ist für die Allgemeinheit – leider schließt sich das zumeist gegenseitig aus.
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Umso schöner, wenn das mal nicht so ist, z.B. beim gesundheitsbewussten Verzicht, und umso hässlicher, dass der heutige Konsumist da lieber sich selbst UND der Allgemeinheit schadet.
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N.B.
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Eine politische Partei, die v.a. den asketischen Lebensstil befördert, würde keiner wählen wollen – sie müsste entweder in der Opposition bleiben oder die Wähler zu täuschen versuchen.
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Ansonsten winkt da die Mehrheit lachend ab: ein längeres gesünderes Asketenleben macht doch keinen Spaß, lieber ein Hedonistenleben aus dem Vollen und ein Sekundentod!
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25.03.2026, zuletzt editiert am 26.03.2026
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353) Die Philosophie als Puzzle von Dichotomiehälften, zu 21), 48) und 303)
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- Lebensbejahung mit freiem Willen (nach Leibniz)
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- Lebensverneinung ohne freien Willen (nach Schopenhauer)
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- Lebensbejahung ohne freien Willen (nach Nietzsche)
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sind es für mich nicht, für mich ist es
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- Lebensverneinung mit freiem Willen
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25.03.2026
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352) Schwarze Pädagogik, zu 351), 342), 256), 246), 242), 70), 31) und 26)
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Für Kant und Schopenhauer bzw. die Aufklärung und die Schwarze Pädagogik galt die Natur noch als böse – aber die Natur ist nur unschuldig-schlecht, nicht schuldig-böse.
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Ebenso waren die Kinder für jene noch von verderbter Natur, die es ihnen auszutreiben galt – aber die Kinder sind nur (noch) unvernünftiger als die Erwachsenen.
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Nichtsdestotrotz hat die Postmoderne das Kind mit dem Bade ausgeschüttet – sie lässt der Natur wieder ihren Lauf, also die starken Kinder die lieben Kinder besiegen.
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24.03.2026, zuletzt editiert am 25.03.2026
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351) Böse ist, wer Böses tut, zu 66), 242) und 256)
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Bullys böse zu nennen, das wäre Schwarze Pädagogik, sagte mir ein Lehrer.
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Schlimm, wie die Scheinheiligen den Kindern einreden durften, sie seien böse.
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Und schlimm, wenn Bullys ungehemmt auf ihre armen Opfer losgehen dürfen.
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23.03.2026, zuletzt editiert am 24.03.2026
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350) Mangel, Notwehr und Sucht, zu 349), 284) und 261)
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In meinem Quietismus tendiere ich stark dazu, gar allen Aktionismus für aus der Not geboren zu halten.
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Ins Dasein geworfen und Mangel leidend wie die Hunde, lechzen wir nach erleichternder Täterschaft.
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Und finden wir tatsächlich eine, die uns nicht nur das Notwendige verschafft, sondern das Annehmliche?
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Dann sind wir sogleich Süchtige, die immer mehr davon brauchen, um nicht erneut zu leiden wie die Hunde.
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Ich fürchte, es gibt nicht einmal den schmalen Grat zwischen dem Leiden am Zuwenig und dem Leiden am Zuviel.
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Hat man das Zuwenig überwunden, ist man schon weit im Zuviel und umgekehrt. Das Dasein wäre besser nicht!
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N.B. Auch Moral macht die Menschen leiden, aber Antimoralismus ist ein kurzsichtiger Fluchtversuch.
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22.03.2026, zuletzt editiert am 23.03.2026
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349) Umgang mit Antimoralisten?, zu 66), 230) und 244)
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Soll man mit Antimoralisten diskutieren, sie ignorieren oder gar ihre Existenz abstreiten?
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Man trifft eh kaum auf offen bekennende Antimoralisten – die Schlaueren spielen falsch.
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Immerhin als ironisch andeutende haben sie in der Postmoderne ihren Platz gefunden.
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Zu jeder Aussage von ihnen muss man sich ein augenzwinkerndes Emoji hinzudenken.
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Ironie als Grundhaltung macht den Diskurs ebenso unverbindlich wie undurchschaubar.
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Mein pessimistischer Moralismus ist ernst gemeint, gilt aber automatisch als sarkastisch.
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22.03.2026, zuletzt editiert am 24.03.2026
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348) Frohsinn mit und Traurigkeit ohne Suizidaliät, zu 42), 158) und 294)
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Vielleicht ist das endliche Dasein als Mensch dazu da, um sich – anders als der M@L – aufs vermeintliche Nichtsein freuen zu können.
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Religiöse Indoktrination, eine poröse dissoziative Grenze etc. beschädigen die Illusion vom nahenden Ende, hemmen aber die Suizidalität.
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22.03.2026, zuletzt editiert am 23.03.2026
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347) Überzeugung und Hoffnung eines Pessimisten, zu 346), 345), 333), 257), 188), 187), 170), 55), 48) und 42)
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Der kleine Rest von in mir verbliebener Hoffnung auf ein gutes Dasein kann mich nicht dazu bringen, meine aus bitterer Erfahrung erwachsene Überzeugung zu verraten, das Leben sei eine missliche Sache.
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Vor die Wahl gestellt, immer weiter am Paradies zu arbeiten oder mich sofort ins Nichts zu verabsentieren, wäre ich klar für Letzteres. Als ontologischer Materialist wäre ich Suizident oder zumindest suizidal.
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Als ontologischer Idealist aber rangiert für mich das vergebliche Träumen in reflektierter Daseinsverneinung als lebender Mensch vor der Rückkehr zur unreflektierten Daseinsbejahung als toter M@L.
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20.03.2026, zuletzt editiert am 21.03.2026
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346) Nach dem Glauben auch noch die Hoffnung aufgeben?, zu 341), 333), 322), 321), 311), 281), 270), 237), 230), 207), 149), 141), 135), 132), 130), 128), 120), 68), 46) und 15)
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Welcher Pessimist leidet weniger – derjenige, welcher nicht mehr an Erlösung vom Leid glaubt, aber trotzdem noch darauf hofft, oder derjenige, welcher auch noch die Hoffnung aufgegeben hat?
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20.03.2026, zuletzt editiert am 22.03.2026
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345) Meine Zeit, zu 12), 42), 47), 48), 113), 195), 250) und 289)
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Wo war ich vor meinem Leben, wo werde ich nach meinem Leben sein?
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Nirgends! Meine Zeit und Person gibt es nur, solange ich am Leben bin.
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Eine Zeit, in der ich noch nicht lebe / schon tot bin, gibt's nur für andere.
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Was anderes: Zeit als kollektives Narrativ, beginnend mit dem Urknall;
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der Materialist meint, Zeit beginnt / endet mit dem Big Bang / Big Crunch.
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Der Idealist dagegen meint: Zeit beginnt / endet je mit dem Individuum.
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Der M@L, welcher mich dissoziiert und reassoziiert, ist jenseits von Zeit.
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Mein personales Bewusstsein entsteht aus / vergeht in jenes transpersonale.
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Person, personales Bewusssein, Ich: zeitlich begrenzt, individuell, entrinnbar.
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M@L, transpersonales Bewusstsein, Ichheit: zeitlos, allgemein, unentrinnbar.
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19.03.2026
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344) Brötchen vs. Bäcker, zu 342), 219), 42), 22) und 6)
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Sich als Pessimist moralisch erheben über und gegen die Natur? Bedenkt der Pessimist etwa nicht, dass er sich gegen das wendet, was ihn hervorbringt?
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Selber aus der Natur stammend sind wir doch wie alles in der Natur leider unvollkommen – reine Hybris also, wenn wir absolute Ideale setzen wollen?
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Angeblich endgültig sicher wissen, wo es hingehen soll bzw. dass es ein für allemal enden soll mit dieser Welt, aus sakrosankten moralischen Gründen?
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N.B.
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Die Moralgesetze werden traditionell als von Gott gegeben angesehen, eben damit sie nicht als relativierbare den Weg alles Irdischen gehen bzw. vergehen.
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Aber Gott ist die Natur, und die unbelebte Natur bzw. der M@L dissoziiert die belebte Natur bzw. den Menschen, und Moral ist erst des Letzteren Schöpfung.
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Daseinsverneinung ist m.E. die moralischste Reaktion des reflektierten Menschen auf die inaktzeptable Natur, ihre fundamentalstmögliche Antithese.
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18.03.2026
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343) Suizid würde einen ja nur noch weiter wegbringen vom Nichtsein, zu 342), 341), 340), 339), 336), 325), 323), 319), 230) und 1)
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Als metabewusstes Wesen und idealistischer Pessimist, der das Nichtsideal anstrebt, bin ich diesem Nichtsideal m.E. immerhin schon einmal näher als ich ihm durch Suizid kommen könnte, weil der Mind at Large, welcher mich reassoziiert, wenn ich sterbe, nur phänomenal bewusst ist und damit eben gerade keine moralische Affinität zum Nichtsein hat.
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18.03.2026
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342) Gott ist unschuldig?!, zu 31), 32), 33), 42), 66), 245), 246), 248) und 341)
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Zumindest als Mind at Large verstanden ist Gott unschuldig.
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Der Mind at Large ist kein erkennendes Metabewusstsein.
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So gesehen ist wirklich erst der Mensch zur Sünde fähig,
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falls man an die moralische "Freiheit zu" glaubt wie ich.
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N.B.1
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Ist es empörend, uns Menschen die Schuld anzulasten?
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Mit dem alten Schöpfergott im Sinn ja, mit dem M@L nein.
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N.B.2
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Umgekehrt ist das Unschuldige nur ausnahmsweise das Gute.
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Die Welt ist weit überwiegend schlecht, schon ohne das Böse.
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15.03.2026, zuletzt editiert am 16.03.2026
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341) Wie frei ist der Wille? zu 340), 331), 327), 311), 290), 132), 130), 120), 28) und 6)
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Wille 1 gleich M@L ist frei insofern als es keine äußere Instanz gibt, die ihn hemmen könnte – aber könnte evt. die innerste Instanz Wille 3 ihn hemmen?
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Wille 2 gleich persönliches Unbewusstes ist nur frei ("frei von"), wenn weder Wille 1 des äußeren Schicksals noch Wille 3 der inneren Moral ihn hemmen.
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Wille 3 gleich metabewusstes Ego ist nur insofern frei ("frei zu"), als er sich anstrengen kann, die Übermacht von Wille 2 oder gar Wille 1 zu hemmen.
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N.B.1 Solange all das determiniert oder zufällig abliefe, wäre nichts davon wirklich frei. Es steht uns m.E. aber wirklich frei, den Willen 3 anzustrengen.
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N.B.2 Meine schier unglaubliche Hoffnung: dass Wille 1 auf sehr lange Sicht von uns Wille 3 gegen Wille 2 anstrengenden Menschen lernt zu sterben.
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14.03.2026
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340) Wie weit soll moralische Hemmung gehen?, zu 339), 331), 291), 236), 148), 42), 28) und 1)
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Moralismus nach Art des idealistischen Pessimisten: das eigene metabewusste intellektuelle Ego will zusammen mit allen anderen gleichgesinnten metabewussten intellektuellen Egos (siehe Wille 3 der "Freiheit zu") sowohl das eigene persönliche triebhafte "Unbewusste" (also nur phänomenal Bewusste) zusammen mit allen anderen persönlichen triebhaften "Unbewussten" (siehe Wille 2 der "Freiheit von") als auch das EINE kollektive unbelebte "Unbewusste" (also nur phänomenal Bewusste) des Mind at Large (siehe Wille 1 des Schicksals) moralisch hemmen, idealerweise zum Nichtsein von allen 3en gelangen – wie größenwahnsinnig bzw. kleinenwahnsinnig ist das?
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13.03.2026
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339) Wie endgültig will ich nichtsein?, zu 49), 67), 148) und 327)
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Wir sind alles andere als perfekte Wesen – dürfen wir uns als solche wirklich zu endgültigen Entscheidungen hinreißen lassen?
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Wie klug wäre es, in Notwehr den unwiderruflichen Beschluss zu fassen, die eigene Existenz solle ein für allemal enden?
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Wie viel Macht soll ein fehlbares Wesen über sich selbst haben? Eine weitere vexierende Paradoxie in diesem leidigen Dasein...
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N.B. Aus dieser Warte wächst wenigstens mein Verständnis für Pasolinis Behauptung: "Wer das Nichts will, will die Macht".
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08.03.2026, zuletzt editiert am 11.03.2026
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338) Das Nichts in Relation zu Himmel und Hölle, zu 337), 336), 335), 286), 252), 235), 170), 67) und 55)
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Ist es möglich, dass jemand nach dem Nichts noch größere Sehnsucht hat als nach dem Himmel i.S.v. Paradies?
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Ist es möglich, dass jemand vor dem Nichts noch größere Angst hat als vor der Hölle?
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Kommt wohl darauf an, wie man Nichts, Himmel und Hölle definiert – aber definiert man sie als Ideale, liegt das Ranking damit m.E. fest.
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Der Himmel als Ideal kann keine Nachteile haben, die Hölle als Ideal keine Vorteile, und das ideale Nichts liegt als neutrales Nichtsein genau in der Mitte.
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N.B.1 Auch als Angst der Daseinsbejahenden dürfte die Angst vor dem Nichts m.E. erst weit hinter der größten Angst vor der Hölle rangieren, auch als Sehnsucht der Daseinsverneinenden dürfte die Sehnsucht nach dem Nichts m.E. erst weit hinter der größten Sehnsucht nach dem Himmel rangieren – auch wenn das Nichts viel näher bzw. weniger fern erscheint.
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N.B.2 Verzerrt wird dieses Ranking i.a. durch die sehr unterschiedlich beurteilte Plausibilität der Modelle – als überholte Narrative des Monotheismus abgetan verlieren Himmel und Hölle schnell ihre Wirkung; ich meine jedoch vom historischen Kontext abstrahierte Vorstellungen: Himmel als ewiges höchstes Glück, Hölle als endlose schlimmste Qual.
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08.03.2026, zuletzt editiert am 11.03.2026
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337) Das Seiende, das Sein und das Nichts, zu 335), 290), 282), 235), 170), 55), 50), 42), 28) und 1)
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Als Seiendes (engl. "Alter" bei Kastrup) ist man entweder ein Lebewesen oder eben tot und damit der Mind at Large als das EINE Bewusstsein des unbelebten Universums. Das Sein ist das universelle Bewusstsein, also der Mind at Large samt allen Lebewesen.
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Nichts i.S.v. reines Sein wäre das Bewusstseinsfeld ohne jede Erregung (Bewusstseinszustand des Nirwana), und Nichts i.S.v. Nichtsein wäre die absolute Bewusstlosigkeit, welche für mich als idealistischen Pessimisten unerreichbares Ideal bleiben muss.
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08.03.2026
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336) Das Sein und das Nichts, zu 335)
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- Die Schöpfung kommt aus dem Nichts, nur ihr Schöpfer nicht, aber wir gehen nicht wieder ins Nichts, sondern gen Himmel und Hölle (Monotheismus)
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- Das Sein kommt aus dem Nichts und geht wieder ins Nichts (materialistische Ontologie)
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- Das Sein kommt weder aus dem Nichts noch geht es ins Nichts (idealistische Ontologie)
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- Egal ob das Sein aus dem Nichts kommt oder nicht, es soll ins Nichts gehen, was es jedoch leider nicht tun wird (mein idealistischer Pessimismus)
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02.03.2026, zuletzt editiert am 05.03.2026
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335) Zugrundeliegendes Nichts?, zu 327), 325), 286), 252), 235), 113), 107), 50), 44), 30) und 9)
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"Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern dass sie ist", sagt Wittgenstein – aber grundlegender bzw. weniger exzeptionell als das Sein kann das Nichts wohl nur demjenigen erscheinen, welcher die materialistische bzw. objektivistische Ontologie mit ihrem Nichts um das endlich ausgedehnte Sein herum schon genügend verinnerlicht hat.
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"Das Sein ist und das Nichts ist nicht", sagt Parmenides – ich habe zwar stets versucht, den monotheistischen Höllendrohungen meiner Kindheit zu entkommen, aber trotzdem ist mir das zu Wittgenstein gegenteilige Gefühl geblieben, der Welt werde ihre Alternative des Nichtseins nur angedichtet, als Trost in unserer grenzenlosen Daseinsangst.
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N.B.1 Die materialistisch-objektivistische Ontologie verstärkt evt. die Empörung der Pessimisten, denn stellt man sich nicht nur um das Seiende, sondern auch um das Sein herum ein ursprünglicheres Nichts vor, worin das Seiende bzw. Sein eingebettet ist, liegt es pessimistischerseits noch einmal näher, Letzteres wieder extrahieren zu wollen.
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N.B.2 Die Muschelchen und Zwiebelchen in der Schiffsmetapher bei Epiktet, das kleine Glück des letzten Menschen bei Nietzsche, die Seinsvergessenheit bei Heidegger – alle legen uns nahe, wieder das Grundlegendere in den Blick zu nehmen; aber wenn dem Sein angeblich das Nichts zugrundeliegt, ist das m.E. Eskapismus in die Gegenrichtung.
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02.03.2026, zuletzt editiert am 04.03.2026
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334) Selbsterkenntnis ist der erste (und Welterkenntnis der letzte) Schritt als Optimist, zu 324), 307), 298), 281), 232) und 82)
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Sind philosophische Pessimisten etwa Philosophen, welche die philosophische Maxime der Selbsterkenntnis Lügen strafen, indem sie ihre persönliche Problematik verdrängen und lieber der Welt im allgemeinen Schlechtigkeit unterstellen?
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Die Psychotherapeuten jedenfalls hören nicht auf, ihren potenziellen Patienten zu unterstellen, das Problem sei eher bei diesen selber als im Dasein schlechthin zu suchen und zu lösen – pragmatisch ziehen sie die Machbarkeit der Wahrheit vor.
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(Wie in dem Witz die zwei Polizisten, welche beschließen, eine aufgefundene Leiche vom Gymnasium zur Post tragen, weil ihr Bericht eine Angabe des Fundorts verlangt, jedoch keiner von beiden weiß, wie man das Wort Gymnasium schreibt.)
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01.03.2026, zuletzt editiert am 04.03.2026
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333) Pessimistisch jenseits vom Gutgläubigen und Böswilligen, zu 311), 305), 291), 280), 241), 130), 81) und 66)
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Wer einerseits nicht glaubt, das unterlegene Gute werde das überlegene Böse auf lange Sicht doch noch besiegen, andererseits aber trotzdem nicht zum Bösen überläuft, der leidet wohl zumindest aus pragmatischer Sicht an einer Form von Wahnsinn.
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N.B. Mir hilft die Trennung von Glaube und Hoffnung: obwohl ich nicht an eine Entwicklung zum Guten glaube, so hoffe ich dennoch auf sie. Für gläubige Zuversicht bin ich zum Glück zu realistisch, für hoffnungsloses Erdulden bin ich leider zu schwach.
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01.03.2026
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332) Weder Antinatalist noch Pronatalist, zu 1), 61), 222), 223), 294), 319), 321) und 325)
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Vom Antinatalismus kann nur dann mit gutem Grund behauptet werden, dass er uns dereinst vielleicht retten wird, falls die ontologischen Materialisten recht behalten, und das wiederum glaube ich nicht.
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Der Pronatalismus wäre nur dann angezeigt, wenn wir intellektuell eine veritable Chance hätten, irgendwann die kollektive Erlösung vom leidigen Dasein zu erreichen, und das wiederum glaube ich nicht.
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01.03.2026
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331) Zweimal "freier Wille" in der Umgangssprache, zu 28), 37), 90), 103), 140) und 150)
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Schopenhauer und Nietzsche streiten beide den freien Willen ab, dennoch sind ihrer beider Haltungen zumindest in einem umgangssprachlichen Sinne m.E. gut damit in Verbindung zu bringen:
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Als Asket hat der Mensch die sog. "Freiheit zu" der Hemmung eines spontanen Ausagierens seiner Triebe, nach intellektuell entwerf- und einsehbaren moralischen Regeln des freiwilligen Verzichts.
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(Er ist zwar beileibe nicht fähig, dies gut oder perfekt zu tun, sondern bleibt vielmehr auf eine nachgerade tragische Weise seinen Trieben ausgeliefert, aber immerhin kann er sich freiwillig anstrengen.)
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"Des Menschen Wille ist sein Himmelreich", sagt Nietzsche, und insofern meine ich, man kann doch sagen, dass die sog. "Freiheit von" der Moral dem Menschen seine alte Freiheit zurückgibt.
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(Das, was er tun will, kann er zwar trotzdem nicht frei wählen, aber wenn die Moral ihn nicht mehr hindert zu tun, was er will, ist er immerhin in seinem ihm möglichen Himmelreich angekommen.)
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N.B. Auch Kastrup streitet den freien Willen ab, aber der Mensch soll versuchen, der Natur zu Diensten zu sein, indem er a) aufmerksam ist und b) seinem eventuellen Dämon gegenüber aufgeschlossen ist.
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25.02.2026
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330) Tiefster Pessimismus, zu 321), 303), 301), 282), 267), 248), 186), 180), 178) und 147)
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Ja zur Moral und Nein zum Dasein: Schopenhauer hat gesehen und akzeptiert, dass ein Ja zur Moral ein Nein zum Dasein bedingt
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Ja zum Dasein und Nein zur Moral: Nietzsche hat gesehen und akzeptiert, dass ein Ja zum Dasein ein Nein zur Moral bedingt
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Ja zum Dasein und Ja zur Moral: diese Position ist widersprüchlich bzw. höchstens als religiöses Paradoxon zu akzeptieren
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Nein zur Moral und Nein zum Dasein: wer die Moral aufgegeben hat und das Dasein trotzdem ablehnt, ist der tiefste Pessimist
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24.02.2026, zuletzt editiert am 25.02.2026
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329) Egoistische und altruistische Beweggründe für moralisches Verhalten, zu 42), 66), 80), 230), 235), 257), 274), 284) und 320)
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Wer sich an moralische Vorschriften hält, weil er nicht riskieren will, wegen seines Fehlverhaltens zur Verantwortung gezogen zu werden, hat egoistische Beweggründe.
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Dies gilt für befürchtete diesseitige wie jenseitige Vergeltung, v.a. der Monotheismus hat es geschafft, dass die Menschen aus egoistischen Gründen brav bleiben.
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Altruistisch ist m.E. erst der Held, welcher aus freien Stücken auf sein mögliches selbstsüchtiges Glück verzichtet, um Unglück für andere auf sich zu nehmen.
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Aber solche Ideale wirken heute weltfremd, die gerechtere Machtverteilung im Namen der Moral weicht offensichtlich der unersättlichen Machtgier von Kriegern.
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Mir vergeht die Freude am Guten, je mächtiger die Bösen werden. Deshalb komme ich immer wieder darauf zurück: entweder Paradies der Guten oder Nichts!
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N.B. Die idealistischen Ontologien laufen auf die Erkenntnis hinaus: ich bin du und du bist ich! Somit fallen die egoistischen und altruistischen Beweggründe da in eins.
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24.02.2026
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328) Wie man es macht, macht man es falsch, zu 20) und 241)
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Mir aus moralischen Gründen etwas freiwillig zu versagen, bedeutet für mich als Pessimisten immer, dass ich es hinterher auch noch bereuen muss.
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Weil ich als Pessimist begriffen habe, dass die Tugend ihren Lohn eben nicht in sich trägt, sondern in dieser Welt der Gute systematisch das Nachsehen hat.
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Mein Leben ist voller bewusst verpasster Gelegenheiten, eine Serie von Angeboten unmoralischer Vorteile, die ich sehenden Auges abgelehnt habe.
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Und wo ich es nicht geschafft habe, mir das Unmoralische zu verkneifen, bereue ich dies leider ebenfalls, aus der Reue gibt es kein Entkommen.
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N.B.1 Realdialektik nach Bahnsen: zu These und Antithese gibt es keine aufhebende Synthese, These und Antithese bleiben unauflösbares Dilemma.
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N.B.2 Der moralische Asket muss den amoralischen Hedonisten beneiden, ja. Aber nein, Masochist ist er keiner, als solcher müsste er nicht neidisch sein.
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21.02.2026, zuletzt editiert am 22.02.2026
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327) Das Nichts als Fernstes statt als Nächstes, zu 325), 295), 236), 235), 169), 159), 130), 50) und 44)
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Die Pessimisten halten ihr Dasein für a) endlich aber zu kurz, b) endlich aber zu lang oder c) unendlich, und c) scheint am seltensten.
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"Suizid ist wie Saubermachen, bevor die Putzfrau kommt", bemerkte ein Kollege mit barschem Spott, als ich von meinem Nichtsideal anfing.
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Die Menschen sind heute Materialisten und finden es absurd, sich das Nichts i.S.v. Nichtsein als Fernstes zu denken statt als Nächstes.
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Materialisten wähnen sich aus Gewohnheit vom Nichtsein umgeben, glauben evidentermaßen daraus zu entstehen und darein zu vergehen.
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Der Idealist aber glaubt mit Parmenides: "Das Sein ist, das Nichts ist nicht", dem Pessimisten rückt das Nichts somit in weite Ferne.
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So ist das Nichts leider allerhöchstens, wenn überhaupt, ein werdendes Nichts, das der idealistische Pessimist als Idealzustand anstrebt.
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Der Buddhist strebt das Nirwana als höchsten Bewusstseinszustand an, aber mir wäre anstatt dieses reinen Seins das Nichtsein geheuerer.
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Immerhin: wir Menschen können eine Stille des Bewusstseins IN UNS üben, die geht aber beim Sterben gleich Aufgehen im M@L evt. verloren.
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Denn der M@L als blinder Wille ist wohl andauernd selbsterregt, kommt von selbst nicht zur Ruhe, also sollten wir es ihm vormachen!?
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Der buddhistische Mönch gibt dem M@L m.E. ein Beispiel des reinen Seins, auf dass der M@L dereinst mit seiner Selbsterregung aufhöre.
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Aber wenn die Buddhisten recht haben, müssen wir Lebewesen vom M@L Ruhe lernen, nicht der M@L von uns – ich kann das nur hoffen!
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20.02.2026, zuletzt editiert am 21.02.2026
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326) Der monotheistische Pessimist, zu 325) und 3)
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Bei aller Beschäftigung mit der quälenden Suizidalität des materialistischen Pessimisten und der quälenden Seinsgefangenschaft des idealistischen Pessimisten verdränge ich vielleicht nur das noch viel schlimmere Schicksal des monotheistischen Pessimisten im quälenden Vorhof zur Hölle.
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Er muss befürchten, dass sein Herrgott bzw. der von diesem beauftragte Satan ihn in der Hölle auf ewig foltern wird, sobald die Frist seines Lebens abgelaufen ist – entweder verpasst er gerade sehenden Auges den letzten Ausweg oder er ist laut Prädestinationslehre von jeher verdammt.
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19.02.2026, zuletzt editiert am 20.02.2026
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325) Zu spät für Suizid?, zu 323), 296), 295), 294), 293), 255), 232), 222), 172) und 67)
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Cioran fragt, ob für uns das Existieren Exil und das Nichts Heimat sein kann – sehe ich genauso, klingt aber insofern gefährlich als materialistische Pessimisten dieses Nichts via Suizid für erreichbar halten.
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Cioran sagt weiter, es sei nicht der Mühe wert, sich umzubringen, denn man bringe sich immer zu spät um – schon die Geburt sei ja der katastrophale Knall und alles weitere nur noch dessen Nachhall.
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Der überzeugendere Einwand gegen den Suizid materialistischer Pessimisten wäre m.E. der dringende Bedarf an Missionaren für den Antinatalismus, um dem Lebensleid Einhalt zu gebieten.
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Falls die materialistischen Pessimisten tatsächlich recht haben sollten und Antinatalismus ist der richtige Weg zur langersehnten Erlösung, dann leistet Ciorans Werk hier einen wesentlichen Beitrag.
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Als idealistischer Pessimist halte ich das Nichts aber für unsere Erfindung – entwickeln wir diese also weiter, bevor wir im Tod wieder dem M@L anheimfallen, denn von allein hört er nie auf mit seiner Selbsterregung.
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Cioran meint, er würde sich in diesem Leben richtig gefangen fühlen, wenn er nicht wüsste, dass er jederzeit Selbstmord begehen könnte – genau, aber mein Gefängnis ist auch vorläufiger Schutz vor noch Schlimmerem!
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19.02.2026, zuletzt editiert am 20.02.2026
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324) Psychotherapie und Selbstermächtigung, zu 320), 257), 239), 134), 114), 80) und 13)
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Psychotherapie wurzelt in Freuds Ideen, und Freud wiederum wurzelt im amoralischen Nietzsche, weshalb es für Therapiewillige im Grunde auf Umschulung vom Opfer zum Täter hinausläuft.
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Gemäß dem Vorgänger Schopenhauer sollten wir jedoch auf Täterschaft verzichten, statt ihrer wäre moralisch vielmehr Umdenken von der Daseinsbejahung auf die Daseinsverneinung angezeigt.
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19.02.2026
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323) Zur moralischen Pflicht, den Pessimismus zu missionieren, zu 295), 294), 293), 275), 222), 106), 86), 45), 42), 15), 12), 5) und 1)
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Hat einer die Wahrheit des philosophischen Pessimismus erkannt, dass Nichtsein dem Sein vorzuziehen wäre, bringt das dann die moralische Verpflichtung mit sich, diese Wahrheit zu verbreiten?
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Ich könnte mir vorstellen, dass darin v.a. ein Grund für die materialistischen Pessimisten liegt, sich nicht umzubringen: den Mitmenschen stattdessen klarzumachen, dass wir uns nicht fortpflanzen sollten.
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Für mich als idealistischen Pessimisten hingegen ist das endliche metabewusste Dasein als Mensch immer noch näher am Ideal des Nichtseins als das unendliche phänomenal bewusste Dasein als M@L.
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Die Missionspflicht des idealistischen Pessimismus mag vielmehr darin bestehen, dem M@L das möglichst gut reflektierte Telos des Nichtseins vorzuhalten, als Ergebnis der menschlichen Selbst- und Welterkenntnis.
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16.02.2026, zuletzt editiert am 19.02.2026
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322) Flavours of pessimism, zu 319), 172), 159), 158), 132) und 130)
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Das philosophische Pessimistenspektrum ist wirklich breit,
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vom daseinshassenden nichtssehnsüchtigen Idealisten
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bis zum lebenswütigen todesverzweifelten Materialisten.
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N.B.
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Früher trug ich an einer Kette um den Hals stets einen Totenkopf –
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dieses Symbol der Vergänglichkeit hat m.E. etwas Tröstliches,
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doch gemeinhin ist seine Wirkung im Gegenteil abschreckend;
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ich habe zwar eine Heidenangst davor, was mich im Tod erwartet,
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aber auch ein wenig Hoffnung, als bewusstloses Skelett zu enden.
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15.02.2026, zuletzt editiert am 16.02.2026
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321) Wer ist schon ausschließlich Pessimist?, zu 320), 319), 318), 312), 311), 301), 298), 296), 294), 288), 275), 230), 223), 132), 130), 68), 61), 26) und 1)
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a) Schopenhauer ist der Chefpessimist, er lehnt das Dasein ab, weil es schlechter sei als nichts – Horkheimer unterstellt ihm aber Optimismus, weil er eine Erlösungslehre anstimmt, wonach sich der allem zugrundeliegende metaphysische Wille am Ende der Zeiten ins Nichts aufhebt.
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b) Nietzsche verwirft wie Schopenhauer das Streben nach Glück, das Dasein sei leidvoll und sinnlos – entgegen Schopenhauer gilt er aber vielen als Optimist, der das Dasein trotzdem bejahen bzw. das Schicksal lieben will (amor fati), sogar als Ewige Wiederkehr Des Gleichen.
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c) Benatar als zeitgenössischer Pessimist sagt, es wäre für alle Lebewesen besser, niemals gewesen zu sein – aber nach aktuellem Stand der Wissenschaft sei alles individuelle Dasein bestenfalls schon von vornherein zu verhindern und schlimmstenfalls mit dem Tod vorbei.
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Ich bin m.E. Pessimist, a) glaube an keine Erlösungslehre, b) lehne das Dasein ab und c) bin kein ontologischer Materialist – habe aber auch nicht resigniert, sondern strebe renitent nach dem m.E. moralisch mindestens gebotenen Nichts, auf das ich hoffe, ohne daran zu glauben.
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15.02.2026
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320) Zweierlei Heldentum, zu 319), 282), 274), 263), 257), 221), 148), 140), 114), 96), 80), 70), 20), 13) und 8)
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Schopenhauer wie sein Adept und späterer Opponent Nietzsche haben beide das philosophiehistorisch übliche Ziel des glücklichen Daseins (Eudaimonismus) aufgegeben für ein heroisches.
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Aber während Schopenhauer ein selbstentsagendes Heldentum der asketischen Leere empfiehlt, dreht Nietzsche es um zu einem selbstermächtigenden Heldentum der kreativen Fülle.
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So selten die Haltung des in sich gekehrten Verzichts geworden ist, so dringend würden wir eine kulturelle Entwicklung in Richtung des "Heiligen" brauchen, um uns nicht selbst zugrunderichten.
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Paradox: Nietzsches elitäres Anspruchsdenken des "Eroberers" ist genau die Haltung, welche uns das Kreuz bricht, wenn sie weiterhin anstelle der moralisch motivierten Zurückhaltung Schule macht.
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14.02.2026, zuletzt editiert am 25.02.2026
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319) Unterschiedliche Definitionen des philosophischen Pessimismus, zu 318), 298), 296), 294), 223), 164), 159), 130), 128), 61), 58) und 44)
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Von der Weisheit des Silen und Shakespeare's Hamlet-Monolog bis zu Schopenhauer und Benatar sehe ich folgende Definition des philosophischen Pessimismus und pflichte ihr bei:
- Pessimismus: Das Nichtsein wäre dem Sein vorzuziehen
Hieraus ergibt sich für mich folgende ontologische Vierergruppe des philosophischen Pessimismus und Optimismus:
- idealistischer Pessimismus: Dasein ist leider ewig
- materialistischer Pessimismus: Dasein ist zum Glück endlich
- materialistischer Optimismus: Dasein ist leider endlich
- idealistischer Optimismus: Dasein ist zum Glück ewig
wobei ich mich der ersten dieser vier Positionen anschließe
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Auch mit Horkheimers impliziter Definition kann ich viel anfangen:
- Pessimismus: das Leid ist ewig
Ewigkeit des Leids träfe von der obigen ontologischen Vierergruppe entweder nur auf den idealistischen Pessimismus oder auch auf den idealistischen Optimismus zu
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Nicht beipflichten kann ich der Umwertung des Pessimismus, bei der Nietzsche seinen Pessimismus dem von Schopenhauer entgegensetzt:
- Nietzsches "Pessimismus der Stärke": bejaht das Dasein, d.h. stimmt dem Dasein zu, trotz des Leids und der Sinnlosigkeit
- Schopenhauers "Pessimismus der Schwäche": verneint das Dasein, d.h. lehnt das Dasein ab, wegen des Leids und der Sinnlosigkeit
N.B. Die Probe aufs Exempel bestehe darin, die Ewige Wiederkehr Des Gleichen bejahen zu können –> Übermensch
Das stellt den Pessimismus von Silen bis Benatar quasi auf den Kopf, obwohl: auch Hamlet scheint zu bedauern, dass seine Bedenken, der Tod könnte nicht das Ende sein, ihm den Mut zum beherzt-forschen Handeln nehmen
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13.02.2026, zuletzt editiert am 14.02.2026
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318) Und wenn es nach mir ginge?, zu 317), 316), 298), 296), 103), 70), 63), 28), 20) und 10)
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Des Menschen Wille ist sein Himmelreich, sagt Nietzsche – wenn damit hauptsächlich die biologischen Triebe des Menschen gemeint sind, bedeutet ein nach diesem Motto gut geführtes Leben wohl ziemlich das Gegenteil von dem, was sich der Moralist unter einem gut geführten Leben vorstellen mag.
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Lieber noch das Nichts wollen als nicht wollen, spottet Nietzsche über die Daseinsopponenten, aber auch von deren Willen ist m.E. nur das bisschen "frei", was dem moralisch reflektierenden Intellekt zu Gebote steht, und das kann nur reaktiv versuchen, den triebhaften Löwenanteil zu hemmen.
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Mit Schopenhauers laut Horkheimer optimistischem Lapsus ist immerhin vorstellbar, dass der Wille irgendwann mithilfe des Intellekts sich selbst erkennt und daraufhin sich selbst aufhebt. Ich bin in meiner zweiten Nahtoderfahrung gefragt worden, evt. von einem höheren Selbst: "Willst du sterben?"
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Seitdem überlege ich, ob ich mich selbst und zur Not gar alles stilllegen würde, wenn ich denn könnte. Wäre es moralisch richtig oder eben doch falsch, dem Weltentreiben einen endgültigen Schlusspunkt zu setzen? Wie würde ich entscheiden, wenn es nach mir ginge, ob sich die Welt weiterdreht oder nicht?
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13.02.2026, zuletzt editiert am 14.02.2026
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317) Paradoxe moralische Skrupel, die Welt stillzulegen, zu 316), 230), 148) und 49)
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Wenn jeder Einzelne sich mit Gewissheit aus der Welt verabsentieren könnte, ohne dass sie im Ganzen daran zugrundegehen müsste, wäre sowohl den Daseinsbegrüßern als auch uns Daseinsablehnern geholfen.
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Da uns solche Gewissheit jedoch leider fehlt, ist es umgekehrt gut möglich, dass alles mit allem zusammenhängt und ein ausreichend trotziges Veto eines Daseinsablehners die Welt im Ganzen ein für alle Mal stilllegte.
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Ginge es auf der Welt mit rechten Dingen zu, müsste es genau so sein: sobald nur EINER nicht mehr mitmachen wollte in dieser elenden Hölle, die wir unsere Welt nennen, müsste sie sofort und für immer aufhören zu sein.
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Aber genau dann, wenn es mit rechten Dingen zuginge und es genau so wäre, dass ein einziges Veto dafür ausreichte, müsste bzw. dürfte man dann eben deshalb diese Welt der rechten Dinge dann doch nicht stilllegen!?
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Viel plausibler jedoch: der Welt ist und bleibt unsere Daseinsablehnung herzlich egal – auf welche Weise auch immer einer auszusteigen versucht, wird ihm sein Schicksal damit nur noch bedrohlicher als eh schon.
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12.02.2026
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316) Pessimismus subjektiv und objektiv, zu 49), 77), 84), 176), 181), 209) und 241)
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- ich bin subjektiv der Auffassung, dass mein Dasein besser nicht wäre
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- ich bin subjektiv der Auffassung, dass alles Dasein besser nicht wäre
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- es ist objektiv der Fall, dass mein Dasein besser nicht wäre
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- es ist objektiv der Fall, dass alles Dassein besser nicht wäre
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Die ersten beiden Aussagen unterschreibe ich, bei den letzten beiden schwanke ich.
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12.02.2026
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315) Auf den statt aus dem Pessimismus schließen, zu 312), 255), 231), 161), 130) und 30)
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Philosophischer Pessimismus: aus dem Sosein des Daseins den Pessimismus ableiten, d.h. vom Speziellen aufs Allgemeine schließen.
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Landläufiger Pessimismus: aus dem Pessimismus das Sosein des Daseins ableiten, d.h. vom Allgemeinen aufs Spezielle schließen.
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N.B.
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Hinsichtlich des Jenseits ist es m.E. schwer zu sagen, ob das absolut Ungewisse ein optimistisches oder pessimistisches Modell ist.
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Ich vermute, das absolut Ungewisse ist für den Optimisten ein optimistisches und für den Pessimisten ein pessimistisches Jenseitsmodell.
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11.02.2026
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314) "Pessimisten wollen provozieren!", zu 81), 130), 179), 281) und 313)
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Dass Pessimismus ein gesellschaftliches Tabu verletzt und somit provoziert, ist richtig, aber dass er aus solcherlei Gründen i.a. vorgetäuscht würde, ist falsch.
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Ich meine, dass v.a. an der Wahrheit orientierte Menschen irgendwann zum Pessimismus finden und es ihnen umso schwerer fällt, ihn zu verhehlen.
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Umgekehrt stellt es eine Provokation für diese Pessimisten dar, wenn die große Mehrheit partout auf der gesellschaftsüblichen Schönfärberei beharrt.
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11.02.2026
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313) "Was soll das bringen, Pessimist zu sein?", zu 130) und 281)
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Unmittelbar bringt das nix.
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Pragmatisch davon auszugehen, dass es schlecht läuft, um vorbereitet zu sein, oder um sich zu freuen, wenn es doch gut läuft, das bringt m.E. nix.
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Mittelbar bringt das was.
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Man ist Pessimist, wenn es nun mal wahr ist, dass man lieber gar nicht existieren würde – und sich an die Wahrheit zu halten, das bringt m.E. was.
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10.02.2026, zuletzt editiert am 12.02.2026
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312) Erkenntnispessimismus und Jenseitstheorie, zu 311), 288), 225), 181), 179), 162), 62), 42) und 26)
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Wie erkenntnispessimistisch kann einer sein, wenn er sich der Theorie Kastrups anschließt, dass wir im Tod vom Mind at Large reassoziiert werden?
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Das Ideal, zu erkennen, was im Tod mit uns geschieht, mag ein unendlich fernes sein, trotzdem ist jene für mich bislang die plausibelste Theorie.
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N.B.
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Würde ein echter Erkenntnispessimist nicht behaupten, dass es ganz anders kommen muss als wir denken, also auch anders als Kastrup denkt?
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Ich habe zwar resigniert hinsichtlich der Realität befriedigender Erkenntnis, aber ich bleibe renitent hinsichtlich des Ideals befriedigender Erkenntnis.
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10.02.2026, zuletzt editiert am 11.02.2026
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311) Kann ein Pessimist Ideale haben?, zu 81), 130), 280) und 308)
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Der Pessimist kann Ideale haben, solange sie ihm als solche bewusst sind.
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Evt. muss er sogar Ideale haben, denn ohne Hoffnung würde er verzweifeln.
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Er macht sich also bewusst Illusionen, aus den Idealen könne Realität werden.
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Er macht sich aber keine Illusionen, die Ideale seien nahe an der Realität.
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N.B. Ontologischer Idealismus bedeutet was anderes: die Realität ist mental.
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09.02.2026, zuletzt editiert am 10.02.2026
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310) Dankbar fürs Daseindürfen, wütend aufs Daseinmüssen?, zu 14), 31), 95), 100), 108), 113), 114), 115), 116), 135), 173), 210), 213), 214), 222), 241), 243), 277), 278), 282), 287) und 302)
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Besser weder das eine noch das andere, jedenfalls soweit es sich bei dieser Dankbarkeit bzw. dieser Wut um Gefühle handelt, die durch zweifelhafte Narrative berechnenderweise hervorgerufen werden.
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Die monotheistische Tradition verlangt von uns, wir sollen Gott dankbar sein, und macht uns damit noch wütender auf den angeblich in jeder Hinsicht Überlegenen, welcher mit voller Absicht Leiden schafft.
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Sieht man ein, dass wohl weder Gott noch Eltern noch man selber für das leidige Dasein verantwortlich gemacht werden können, geht es einem deshalb zwar immer noch nicht gut, aber zumindest besser.
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09.02.2026
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309) Diesseits und Jenseits zwischen Himmel und Hölle, zu 308), 305), 160) und 44)
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Im Diesseits schwankt der Biorhythmus innerhalb von mindestens einem der beiden Bereiche zwischen neutralem Nichts und Himmel einerseits bzw. neutralem Nichts und Hölle andererseits.
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Mein Biorhythmus bewegt sich meistens innerhalb des letzteren und nur selten innerhalb des ersteren Bereichs – ich merke es daran, dass ich mein evt. Nichtsein fast immer begrüße und fast nie bedauere.
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Aber ich kenne das Gefühl des Wechsels zwischen den beiden o.g. Bereichen bzw. des Kreuzens der neutralen Linie – sicher bewegen sich viele stets nur unter ihr und wenige stets nur über ihr.
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Jenseitsvorstellungen rangieren zwischen dem endgültigen Erreichen von Himmel, Nichts oder Hölle im Tod und dem ewigen Streben nach Himmel oder Nichts bzw. der ewigen Flucht vor Nichts oder Hölle.
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09.02.2026
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308) Erlösung als endlich nahende Realität oder unendlich fernes Ideal, zu 193), 280) und 291)
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- Erlösung als endlich nahende Realität des Paradieses
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- Erlösung als endlich nahende Realität des Nichtseins
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- Erlösung als unendlich fernes Ideal des Paradieses
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- Erlösung als unendlich fernes Ideal des Nichtseins
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08.02.2026, zuletzt editiert am 09.02.2026
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307) "Ich bin Pessimist!" ist missverständlich, zu 294), 281), 255), 179), 161), 130), 81), 44) und 1)
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...so missverständlich, dass man den Begriff Pessimist (bzw. Pessimismus) nur mit Bedacht verwenden sollte.
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Prophezeit der Pessimist Schlimmes? Hat er Angst, will er Angst machen? Ist er depressiv, verzweifelt, böse?
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Nein, der (philosophische) Pessimist würde, hätte er denn die freie Wahl, das Nichtsein dem Sein vorziehen.
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Warum würde er das? Und hat er denn nicht die freie Wahl? Ist das Nichtsein nicht realisierbar? Unmoralisch?
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All solche Folgefragen und die verschiedenen Antwortmöglichkeiten ändern nicht die klare Ausgangslage:
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Ja, der (philosophische) Pessimist würde, hätte er denn die freie Wahl, das Nichtsein dem Sein vorziehen.
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06.02.2026, zuletzt editiert am 07.02.2026
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306) Gerechtigkeit oder Erlösung?, zu 305), 299), 277), 276), 202), 162), 138) und 49)
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Wenn ich die Wahl hätte zwischen der zweiten Hälfte einer Ewigkeit, in der alles ungerecht auf uns Lebewesen verteilte Leid mit der Zeit immer gleichmäßiger verteilt wird, und dem sofortigen Ende für alle, ohne vorherigen Ausgleich – ich fürchte, ich würde Letzteres wählen, zumal wenn ich bedenke, dass ich in der ersten Hälfte, so schlimm ich die schon fand, wohl noch im Vorteil war...
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N.B. Ich würde so entscheiden, weil ich nicht glaube, dass die Summe über alles null ist oder gar positiv ist, sondern ausgehe von wesentlich überwiegendem Leid...
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06.02.2026
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305) Zu unbequemes bzw. zu bequemes Dasein, zu 172), 230) und 255)
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Stellt sich beim Gedanken an das eigene Nichtsein Sehnsucht ein, ist einem das eigene Dasein zu unbequem.
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Stellt sich beim Gedanken an das eigene Nichtsein Panik ein, ist einem das eigene Dasein zu bequem.
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Ist einem das eigene Sein oder Nichtsein Jacke wie Hose, hat man philosophischen Gleichmut erreicht.
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N.B.1
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Und was macht einem das Dasein bequemer bzw. unbequemer?
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Süße egoistische Vergnügungen bzw. saure altruistische Pflichten?
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N.B.2
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Für diesen Test muss man nicht an das Nichtsein im Tod glauben.
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04.02.2026, zuletzt editiert am 05.02.2026
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304) Gegen und für Gott und die Welt, zu 303), 302), 243) und 30)
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Haben die Philosophen sich historisch schon immer darin abgewechselt, Gott anzuklagen und Gott zu verteidigen?
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Dieses Hin und Her spiegelt wohl das Grundbedürfnis des Menschen, sich mit dem widrigen Dasein auszusöhnen.
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04.02.2026
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303) Philosophische Entwicklung, zu 302), 301), 300), 186) und 147)
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Leibniz:
ja zum Kirchengott
ja zur Moral
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Schopenhauer:
nein zum Kirchengott
nein zur Natur
ja zur Moral
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Nietzsche:
nein zum Kirchengott
ja zur Natur
nein zur Moral
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Kastrup:
ja zur Natur
ja zur Moral
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03.02.2026, zuletzt editiert am 04.02.2026
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302) Moralische Ablehnung der Welt – oder doch nicht?, zu 20), 21), 25), 30), 31), 42), 48), 80), 113), 156), 169), 187), 214), 225), 230), 243), 249), 278), 287), 299) und 300)
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Könnte ich mich als enttäuschter Moralist vielleicht doch noch mit der Welt aussöhnen, z.B. über das Verständnis für die Entwicklung des universellen Bewusstseins, wie der analytische Idealismus sie beschreibt?
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Oder ändern Erklärungsversuche nur allzu wenig daran, dass einer unserer unerklärlichen Welt halt entweder vertraut oder misstraut – und im letzteren Fall sein Misstrauen halt entweder verdrängt oder eingesteht?
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N.B. Diese "Prädestinationslehre" passt zum Bestreiten der Willensfreiheit seitens Schopenhauer und Kastrup, aber da bin ich raus – zu kontraintuitiv (und für den Misstrauischen möglicherweise zu bedrückend?).
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03.02.2026
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301) Als Moralist und Pessimist unter Optimisten, zu 300), 299), 281), 186), 32) und 6)
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Als Schopenhauerianer bin ich wohl umgeben von theistischen Leibnizianern einerseits und atheistischen Nietzscheanern andererseits.
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Die einen halten unbeirrt am moralischen Optimismus fest, die anderen haben schon zum amoralischen Optimismus gewechselt.
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Der Moralist und Pessimist Schopenhauer wäre m.E. die richtige Mitte, aber die Welt stürzt gerade ab von Leibniz nach Nietzsche.
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N.B. Nietzsche ist kein philosophischer Pessimist im engeren Sinn von daseinsablehnend, m.E. steht er für amoralischen Optimismus.
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02.02.2026, zuletzt editiert am 04.02.2026
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300) Philosophie oder Moral, zu 297), 162), 147) und 1)
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Ist der Philosoph denn nicht einer, der zwar weiß, dass er nichts weiß, aber trotzdem seine Suche nach der Wahrheit ständig weiter fortsetzen will?
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Schopenhauer klingt mir dagegen so, als hätte er die – pessimistische – Wahrheit gefunden und steckt mehr Energie in ihre moralische Aufarbeitung.
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N.B. Ebenso wie bei Schopenhauer zuvor auch bei Leibniz, nur eben noch unter Voraussetzung einer optimistischen statt einer pessimistischen Wahrheit.
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02.02.2026
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299) Fiat iustitia et pereat mundus, zu 298) und 113)
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...diesen Satz würde Schopenhauer wohl unterschreiben, und ich auch.
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Lebe ich so ungern, weil ich mit Ungerechtigkeit nicht zurechtkomme –
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oder komme ich mit Ungerechtigkeit nicht zurecht, weil ich so ungern lebe?
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01.02.2026, zuletzt editiert am 02.02.2026
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298) Moralische Askese, zu 295), 287), 258), 230), 226), 221), 202), 165), 138), 94), 49), 10) und 1)
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Nietzsche und Horkheimer kreiden es Schopenhauers Lehre als unschlüssig an, dass sie sich nicht asketisch mit dem Guten in der Welt begnügt, sondern das Schlechte beklagt.
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Aber die von Schopenhauer so hoch geschätzte Askese meint ja keinen pervertierten Hedonismus, dessen masochistisches Vergnügen darin bestünde, sich etwas zu versagen.
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Sie ist vielmehr moralisch motiviert, und damit hat der Pessimist allen Grund zu negativer Gestimmtheit: er zöge das Nichtsein dem Sein vor, als kleinstmögliche Not-Wende für alle.
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N.B. Nächste Kritik: ist die negative Stimmung wirklich der Schlechtigkeit der Welt geschuldet oder sind Schopenhauerianer halt depressiv und schieben die moralische Empörung nur vor?
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01.02.2026
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297) Philosophie und Moral, zu 296) und 162)
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Kann Selbsterkenntnis schon Selbstzweck sein?
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In der Philosophie wie der Kunst, l'art pour l'art?
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Soll sie nicht der moralischen Läuterung dienen?
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01.02.2026, zuletzt editiert am 07.02.2026
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296) Ontologie und Moral, zu 295), 293), 291), 288), 287), 262), 234), 230), 226), 159), 42) und 1)
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Könnte man sich unerwarteterweise auf die Ontologie des analytischen Idealismus einigen, bliebe noch die allerwichtigste Frage, nämlich was auf diese Erkenntnis moralischerweise folgen soll.
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Schopenhauer: am Ende soll die mittels unseres Intellekts ermöglichte Selbsterkenntnis des blinden Willens (–> Mind at Large) dahin führen, dass dieser in einem Läuterungsprozess sich selbst aufhebt.
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N.B.
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Die östliche Ego Dissolution und die westliche Ego Dilution (Kastrup) bedeuten schließlich beide unser Einswerden mit dem M@L, es kommt m.E. aber darauf an, dass dessen Selbsterregung aufhört!
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Horkheimer hat es schon gesagt: es war ein optimistischer Lapsus von Schopenhauer, endgültige Erlösung vom Leid zu prophezeien – ich rechne zwar nicht damit, halte aber als Ideal daran fest.
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01.02.2026
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295) Der gelingende Suizid als höchstes Ziel, zu 294), 293), 290), 59), 42), 28) und 1)
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Der Intellekt kann den Willen nicht zähmen, denn dieses wilde Tier ist nicht zu reiten, es wird ihn immer wieder abwerfen, individuell wie kollektiv.
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Der Intellekt muss deshalb am Ende wohl oder übel versuchen, den Willen zu "töten", einzige sich durchsetzende Vernunft wäre der gelingende Suizid.
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Die ontologischen Materialisten würden da kurzerhand unseren physischen Suizid fordern (Mainländer: alles, was uns vom Sein zum Nichtsein bringt).
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Der analytisch-idealistische Pessimist aber muss den M@L langfristig von der eigenen Stilllegung überzeugen, durch Vorleben des asketischen Beispiels.
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31.01.2026, zuletzt editiert am 01.02.2026
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294) Pessimismus und Suizid, zu 3), 15), 32), 75), 85), 97), 105), 116), 117), 158), 172), 192), 222), 223), 273) und 281)
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Der idealistische Pessimist glaubt nicht an das ersehnte Ende im Tod und ist deshalb m.E. weit weniger suizidal als der materialistische.
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Der materialistische Pessimist glaubt zwar an das ersehnte Ende im Tod, hängt aber evt. weiterhin an seinem Leben – warum?
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- besser nie gewesen sein (Benatar), aber nicht vorzeitig suizidieren (negativer Präferenzutilitarismus)
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- die Vorfreude auf das sichere Nichts im Tod nach Möglichkeit genießen (Lütkehaus)
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- Angst vor einem misslingenden Suizid bzw. gesundheitlichen und sozialen Folgen
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- Angst vor einem möglicherweise qualvollen Sterbeprozess bei gelingendem Suizid
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- unbewusste bzw. verdrängte Angst vor der Möglichkeit eines schlimmeren Jenseits
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- persönliches Pflichtgefühl: "Suizid könnte ich meinen Hinterbleibenden nicht antun!"
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- gesellschaftliches Pflichtgefühl: "Wo kämen wir hin, wenn Suizid Schule machte!"
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30.01.2026
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293) Quietismus: Feedback-Loops dämpfen, zu 290), 283), 236), 232), 215), 177), 175), 171), 138), 50), 44) und 42)
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Wie wäre es, wenn nur noch der Mind at Large da wäre, ohne jedes von ihm dissoziierte Leben? Entspräche das dem Nirwana der Buddhisten?
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Wohl erst, wenn der M@L seine Selbsterregung einstellt. Können wir Menschen dazu beitragen, indem wir mit gutem Beispiel vorangehen?
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Die Integrated Information Theory erforscht die Strukturen privaten Bewusstseins bzw. Metabewusstseins in Form von Feedback-Loops.
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Vielleicht könnte man sagen, dass die westliche Kultur diese Feedback-Loops aufschwingen und die östliche sie ausschwingen sehen will.
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Oder dass die Optimisten bzw. Aktionisten diese Loops aufschwingen und die Pessimisten bzw. Quietisten sie ausschwingen sehen wollen.
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N.B. Im Tod erfahren wir dann, wie es dem M@L ergeht bzw. erinnern uns, als Lebewesen nur vorübergehend von ihm dissoziiert zu sein.
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29.01.2026
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292) Immer diese Nach- und Vorteile, zu 190), 205) und 228)
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Ohne das Böse gäbe es ja das Gute nicht, ohne das Leiden gäbe es ja keinen Fortschritt usw.?
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Pessimist: dann eben OHNE das Böse UND das Gute, OHNE das Leiden UND den Fortschritt usw.
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28.01.2026, zuletzt editiert am 29.01.2026
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291) Idealismus und Wahnsinn, zu 288), 280), 274), 264), 255), 161), 81) und 1)
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Ein echtes Ideal ist selbst langfristig nicht erreichbar, vielmehr gar nicht.
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Ein Ideal anzustreben trotz seiner Unerreichbarkeit – ist das Wahnsinn?
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Oder droht der Wahnsinn umgekehrt erst dem, der kein Ideal mehr hat?
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N.B.
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Mein Ideal des Nichtseins scheint mir als ontologischem Idealisten unerreichbar.
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(Das doppelte Kreuz mit dem Ismus: landläufig vs. philosophisch, Sein vs. Sollen)
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28.01.2026, zuletzt editiert am 30.01.2026
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290) Die Regelung der Welt durch NEGATIVE Rückkopplung, zu 6), 20), 282) und 283)
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So wie der einzelne Mensch qua Vernunft das Ausleben seiner Affekte ein Stück weit (m.E. freiwillig) hemmen kann,
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so sollte der Mensch überhaupt als Gehirn Gottes die übrige Welt als Körper Gottes im Zaum zu halten versuchen.
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N.B. Eine Dämpfung, die alles zum völligen Stillstand bringt, halten aber nur wenige für wünschenswert UND machbar.
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28.01.2026, zuletzt editiert am 29.01.2026
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289) Zeit und Bewusstsein, zu 42), 250), 270) und 285)
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Für den ontologischen Materialismus ist das Bewusstsein in der Zeit.
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Für den ontologischen Idealismus aber ist die Zeit im Bewusstsein.
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Ersteres wäre mir lieber, aber das Dasein ist kein Wunschkonzert.
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28.01.2026
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288) Resignation und Renitenz, zu 26) und 287)
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Ich habe resigniert insofern als ich mein Ideal des Nichtseins für ontologisch unmöglich halte.
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Ich bin renitent insofern als ich mein Ideal des Nichtseins trotzdem weiterhin anstreben will.
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27.01.2026
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287) Traurig wider die Natur
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Als idealistischer Pessimist
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will ich weder versuchen,
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demütig der Natur zu dienen,
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noch will ich versuchen,
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den Spieß umzudrehen und
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über die Natur zu herrschen.
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Als idealistischer Pessimist
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will ich vielmehr asketisch
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ein Nichtsein anstreben,
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das ich für unmöglich halte;
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ohne Wut auf die Natur bzw.
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mit Verständnis für die Natur,
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die leider so bleibt wie sie ist.
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N.B. Der unglückliche Sisyphos
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wälzt den Stein gen Berggipfel,
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ohne an Berggipfel zu glauben.
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24.01.2026, zuletzt editiert am 25.01.2026
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286) Keine Angst vor dem Nichts, zu 1), 70), 203), 252) und 257)
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Ich meine ja v.a. deshalb null Angst vor dem Nichts zu haben, weil ich Pessimist bin und somit ganz im Gegenteil Sehnsucht nach dem Nichts habe; weil es gut im doppelten Sinne des Wortes wäre, nichtzusein.
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Aber möglich, dass ich die laut Existentialismus allen Menschen gemeinsame Angst vor dem Nichts durch meine Nahtoderfahrungen verloren habe – man "weiß" ja dann, dass es (erst einmal) weitergeht.
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Seltsam: Als idealistischer Pessimist habe ich große Angst vor dem Tod als Zustand, werde in Lebensgefahr aber trotzdem eher ruhig – evt. weil ich den Nahtod als neutralen bis schönen Zustand erlebt habe.
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24.01.2026, zuletzt editiert am 25.01.2026
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285) Die 3 Welten und ihr ontologischer Rang, zu 2), 28), 40), 41) und 42)
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Besteht die Welt aus Materie in Zeit und Raum, aus Qualia im Bewusstsein, aus Information? Als subjektiver Idealist seit 2001 bzw. analytischer Idealist seit 2022 glaube ich, dass gar alles nur (Quale) im Bewusstsein ist.
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Alles ist im Bewusstsein, aber nicht nur in meinem Bewusstsein – mein Inhalt ist subjektiv für mich, der übrige subjektiv für andere (dissoziierte Lebewesen, Mind at Large gleich unbelebte Natur) bzw. "objektiv für mich".
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Materie ist über eine dissoziative Grenze hinweg wahrgenommener Bewusstseinsinhalt, und Information ist abstrahierter Bewusstseinsinhalt, von Qualitäten abgeleitete Quantitäten, vergleichbar der Karte einer Landschaft.
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23.01.2026, zuletzt editiert am 24.01.2026
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284) Amoralismus und Moralismus, zu 283), 241) und 230)
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Ist das Amoralische eher etwas für Kurzentschlossene, während das Moralische eher auf langfristigem Vorausplanen fußt?
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"Lügen haben kurze Beine", "Was lange währt wird endlich gut", "Gut Ding will Weile haben", "Man sieht sich immer zweimal"...
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Ist der ontologische Materialismus stärker mit dem Amoralismus korreliert und der ontologische Idealismus mit dem Moralismus?
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Klingt aber plausibel, dass echte Moral nur bei denen zu finden ist, die mit ihren guten Taten nicht auf jenseitigen Lohn spekulieren.
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Auch würde mich ein antimoralistischer Idealismus nicht wundern, der fest darauf baut, dass das Böse auf ewig stärker bleibt.
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23.01.2026
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283) Aktionismus und Quietismus, zu 215), 205), 196), 195), 194), 179), 165), 136), 133), 88), 76), 73), 55) und 18)
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Ob jemand eher wünschte, dass die Welt sich gen immer höhere Amplituden aufschwingt oder dass sie gen immer niedrigere Amplituden ausschwingt, hat wohl auch damit zu tun, ob er ontologischer Materialist oder Idealist ist.
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Wer glaubt, alles sei endlich und müsse eh im Nichts enden, der will es vielleicht richtig hoch hergehen lassen, während der mit ewigem Dasein Rechnende eher einen Horror vor der Achterbahn gen Himmel und Hölle hat.
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22.01.2026, zuletzt editiert am 23.01.2026
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282) Theodizee 2.0, zu 20), 31), 33), 42), 63), 66), 69), 113), 136), 147), 181), 215), 225), 235), 241), 248), 274) und 278)
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Eine aktualisierte Theodizee müsste m.E. so aussehen: der Mind at Large (gleich universelles Bewusstsein minus alle Lebewesen, "der Körper Gottes") ist jenseits von Vernunft und Moral; und wir von ihm dissoziierte Menschen sollten versuchen, die von uns entdeckte Vernunft und Moral nach und nach im universellen Bewusstsein zu etablieren.
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Der Held dieser Entwicklung ist im Gegensatz zum M@L reflexionsfähig und nutzt sein bisschen freien Willen, um im universellen Bewusstsein (gleich Mind at Large plus alle Lebewesen, "die Natur") das reine Sein, das Nichtsein oder gar das Paradies anzusteuern via moralische Anstrengung, obwohl das Schlechte bzw. Böse in aller Regel stärker ist.
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21.01.2026, zuletzt editiert am 22.01.2026
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281) Der philosophische Pessimist und die Gesellschaft, zu 130) und 44)
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Die philosophische Position, das Nichtsein wäre dem Sein vorzuziehen, ist gesellschaftlich weitgehend verpönt.
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Der bekannteste dramatische Monolog der Welt ventiliert genau diese These, ansonsten wird sie totgeschwiegen.
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Die einen glauben nicht, dass jemand wirklich so denkt, halten Derartiges für Lüge und böswillige Provokation.
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Die anderen glauben zwar schon, dass jemand so denkt, wollen solche Bekenntnisse jedoch partout nicht hören.
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Falls diese überhaupt kommentiert werden, reichen die Empfehlungen von Beten über Therapie bis Freitod.
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Dass der Pessimismus evt. moralisch bedingt ist und Nichtsein im Tod bezweifelt, löst ebenfalls Kopfschütteln aus.
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Intuitiv wird eher erwartet, dass der Daseinsablehnende früher oder später amoralisch oder suizidal reagiert.
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Ich hoffentlich nicht, indem ich weiter ehrlich darüber schreibe – am Ende soll stets ein positiver Ausblick stehen ;)
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20.01.2026, zuletzt editiert am 21.01.2026
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280) Zum Begriff der Realität, zu 2), 42), 81), 145) und 255)
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Von Plato über Kant bis Kastrup gab und gibt es (noch bzw. wieder) Idealisten, für die ist das Reale – von lateinisch res, das Ding – das "Ding an sich", die ontische Wirklichkeit hinter den "nur" phänomenalen bzw. epistemischen Erscheinungen unserer Alltagswahrnehmung. Aber selbst unter den Idealisten rangiert diese Realität von "unerkennbar" (laut Kant) bis "hyperreal" (laut Beschreibungen von Nahtoderfahrenen).
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Lange nach dem Universalienstreit (auch: Realienstreit) steht heute die Realität nicht mehr für eine geistige bzw. mentale Welt von platonischen Ideen, Archetypen, allgemeinen Begriffen; sondern für eine dingliche bzw. materielle Welt aus einzelnen Partikeln, Objekten, Gegenständen, angeblich unabhängig von unserem Bewusstsein und somit eine zusätzliche, nach Occam's Razor evt. unnötige ontologische Annahme, sog. hypothetischer Realismus.
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N.B.1 Analytischer Idealismus: real ist nicht das über eine dissoziative Grenze Vermittelte, sondern nur der unmittelbare Bewusstseinsinhalt oder genau genommen sogar nur das Bewusstsein selbst (vgl. Advaita Vedanta).
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N.B.2 Den Naturalisten gilt etwas dann als realistisch, wenn es unter den Naturwissenschaftlern Konsens findet; aber der Übergang von allgemein akzeptierten Theorien zu abenteuerlichen Theorien ist eher fließend.
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N.B.3 Landläufig gilt etwas dann als realistisch, wenn die Wahrscheinlichkeit für dessen Eintreffen hoch ist, während sie sowohl für optimistische als auch für pessimistische Prognosen deutlich geringer ausfällt.
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19.01.2026, zuletzt editiert am 20.01.2026
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279) Moralische optimistische Idealisten und amoralische pessimistische Materialisten, zu 270), 269), 180), 178) und 172)
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...sind wohl versucht, ihre jeweilige Ontologie nicht nach Plausibilität, sondern nach Attraktivität auszuwählen:
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moralinsauer und lebensfromm wollen Erstere, dass es im Tod streng nach erworbenem Verdienst ewig weitergeht,
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zynisch und nihilistisch wollen Letztere, dass es im Tod unter gleichgültiger Generalamnestie endlich aus und vorbei ist.
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N.B. Als moralischer pessimistischer Idealist habe ich den Idealismus m.E. nach Plausibilität ausgewählt, aber wer weiß...
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18.01.2026, zuletzt editiert am 19.01.2026
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278) Die Rehabilitation Gottes, Der sehr viel spätere Sündenfall, zu 31), 42), 66) und 229)
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Die religiöse Schöpfungsgeschichte hat die Entstehung des Bösen mit dem Weltbeginn zusammengelegt.
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Und uns mit einem moralisch perfekten Schöpfergott konfrontiert, der das Böse sehenden Auges gewähren ließ.
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Etwas plausibler ist m.E. der Teil mit dem Sündenfall, also dass der Mensch freiwillig zum Sünder wurde.
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Aber auch das hinkt: soll es böse sein, sich obskuren Geboten zu widersetzen, die ein Despot uns auferlegt hat?
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Mir am plausibelsten: Gott als instinktiver M@L jenseits von Vernunft und Moral dissoziiert den reflexionsfähigen Menschen.
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Und erst Letzterer kann böse sein, indem er ohne Not gegen die ihm einleuchtende universale Moral verstößt.
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17.01.2026, zuletzt editiert am 18.01.2026
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277) Jenseitstheorien und Moral, zu 275), 272), 222) und 49)
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Ist die Vorstellung moralisch akzeptabel, dass ungefragt ins leidvolle Dasein geworfene Lebewesen infolge ihres qua Natur unvermeidbaren moralischen Fehlverhaltens zu immer weiterem Leiden als diesseitig wiedergeborene Lebewesen verdammt bleiben?
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Ist es vorstellbar, dass ein egal wie unrechtes Vorher immer wieder in ein ausgleichendes Nachher münden kann? Das Leben ist doch vielmehr etwas, das von vornherein niemals hätte sein dürfen und das möglichst noch im Nachhinein ungeschehen gemacht werden sollte.
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Doch solcherlei moralische Empörung, übrigens ebenso wie die von materialistischen Pessimisten bzw. Antinatalisten, resultiert nur aus der Annahme eines Anfangs bzw. eines Punktes null, zu dem angeblich aus dem Nichts heraus neues Leben schuldhaft geschaffen würde.
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Das Jenseitsmodell der Wiedergeburt ist m.E. das moralischste, sofern weder rückwirkend für die erste Hälfte der Ewigkeit noch ab einem willkürlichen Zeitpunkt für die zweite Hälfte der Ewigkeit als Abkürzung für alle das Nichts oder die Allerlösung anzunehmen sind.
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16.01.2026
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276) Ungerechte Natur, zu 230), 202) und 65)
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Ist die Summe über alles gleich null? Hat alles ebenso viele Upsides wie Downsides?
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Und wenn es schon keine Anarchie gibt in der Natur, ist wenigstens die Hierarchie gerecht?
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Hat jeder zahllose Mächtigere über sich und zahllose weniger Mächtige unter sich?
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N.B.1 Selbst wenn es objektiv so wäre, gibt wohl die subjektive Befindlichkeit den Ausschlag.
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N.B.2 Radius des Gesellschaftsvertrags: zwischen dem einen Extrem ungerechter Behandlung von allem und jedem einschließlich der eigenen Person (Radius null) und dem anderen Extrem gerechter Behandlung von allem und jedem (Radius unendlich) sind wir gefühlt nicht mal irgendwo in der Mitte, sondern neigen ganz stark zu Ersterem.
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16.01.2026, zuletzt editiert am 17.01.2026
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275) Idealistischer Pessimismus und Moral, zu 1), 20), 26), 42), 66), 218), 226), 230)
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Im idealistischen Pessimismus hat die Moral ja praktisch keine Chance, weil
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a) die Natur von vornherein verkehrtherum angelegt ist, indem das Individuum entweder töten oder sterben muss
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b) es mit dem freien Willen nicht weit her ist, indem unser empirischer Charakter festliegt (nature & nurture)
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c) wir im Tod wieder vom Mind at Large reassoziiert werden, welcher jenseits von Vernunft und Moral ist
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Trotzdem bleibe ich auch als idealistischer Pessimist moralisch renitent, weil
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a) wir reflektierenden Menschen der unreflektierten Natur die universale Moral entgegenhalten können
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b) wir trotz unseres empirischen Charakters versuchen können, Schlechtes bzw. Böses zu hemmen bzw. zu sublimieren
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c) wir bis zum Tod versuchen können, uns statt mit dem ewigen Willen mit dem endlichen Intellekt zu identifizieren
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13.01.2026
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274) Heldentum, Martyrium?, zu 201), 241), 244) und 272)
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Echtes Heldentum bzw. Martyrium besteht für mich als Pessimisten darin, dass einer aktiv für das Gute einsteht, wohl wissend, dass er diesen Kampf über kurz oder lang verliert, weil das Schlechte bzw. Böse stärker ist.
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Das Heldentum bzw. Martyrium des Optimisten hingegen ist m.E. kein echtes, weil dieser nur sein endliches Leben für die gute Sache riskiert bis opfert in der Annahme, schon im Diesseits bzw. spätestens im Jenseits siegreich zu sein.
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N.B. Personale karmische Wiedergeburt der Spirituellen: der optimistischen Erwartung immer triumphaleren moralischen Gelingens gegenüber steht die pessimistische Erwartung immer demütigenderen moralischen Scheiterns.
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12.01.2026, zuletzt editiert am 13.01.2026
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273) Ist Suizid feige?, zu 58) und 3)
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Je nachdem, was man vom Tod erwartet:
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wer Suizid begeht und fest daran glaubt,
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dafür auf ewig in der Hölle zu schmoren,
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ist im Gegenteil sogar unfassbar tollkühn!
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12.01.2026, zuletzt editiert am 14.01.2026
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272) Jenseitstheorien: Plausibilität, Attraktivität, Moralität, zu 270), 235), 230), 64) und 42)
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Mein Ideal des Nichtseins – wie plausibel, attraktiv, moralisch ist es als Jenseitsmodell?
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- Das plausibelste Jenseitsmodell ist für mich die Reintegration in den Mind at Large.
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- Das attraktivste Jenseitsmodell ist für mich das Paradies der absoluten Harmonie.
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- Das moralischste Jenseitsmodell ist für mich die personale karmische Wiedergeburt.
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Das Nichtsein ist aber m.E. zumindest nicht allzu unplausibel, unattraktiv, unmoralisch.
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Das Nichtsein ist m.E. bester Kompromiss zwischen Plausibilität, Attraktivität, Moralität.
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11.01.2026, zuletzt editiert am 12.01.2026
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271) Die Thanatophoben und die Thanatophilen, zu 270), 269), 255), 172) und 129)
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Vielleicht nur zwei Motive für den ontologischen Idealismus und Materialismus:
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die Thanatophoben bzw. Thanatophilen sind die Idealisten bzw. Materialisten!?
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N.B. Nein, das ist zu stark vereinfacht, es bleibt doch bei den vieren von 255).
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10.01.2026, zuletzt editiert am 14.01.2026
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270) Asymmetrie in der Diskussion Idealismus vs. Materialismus, zu 269), 267), 184), 152) und 132)
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Viele Materialisten habe ich in philosophischen Diskussionen sagen hören, ihnen wäre es ja viel lieber, wenn die Idealisten recht hätten und mit dem Tod wäre doch nicht alles aus!
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Aber von allen Idealisten habe nur ich selber darauf erwidert, mir wäre es ja im Gegenteil viel lieber, wenn die Materialisten recht hätten und mit dem Tod wäre eben doch alles aus!
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Wären die Materialisten den idealistischen Argumenten geneigter, wenn die Idealisten nicht "zufällig" diejenige Ontologie plausibler fänden, welche sie zugleich attraktiver finden?
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Es trifft wohl zu, dass sich fast alle Idealisten vom Tod eine positiv(er)e Fortsetzung ihres Daseins versprechen – und die Materialisten sind stolz, der falschen Hoffung zu widerstehen...
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N.B.
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Ist es evt. regelmäßig der Fall, dass der Mensch sich diejenige Ontologie wählt, welche ihm wünschenswerter erscheint? Ist evt. nicht nur für die Idealisten der Wunsch Vater des Gedankens?
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Sind die Materialisten evt. sogar größtenteils Pessimisten, welche sich nicht outen mit ihrer echten Furcht vor dem ewigen Dasein bzw. diese noch nicht einmal sich selber bewusst machen?
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Liegt das Dominieren des Materialismus heutzutage evt. weniger an der evidenten Schlüssigkeit seiner Argumente als vielmehr an der heimlichen Sehnsucht nach dem Nichtsein?
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Ich meine, die monotheistischen Kirchen mit ihrer Drohung ewiger Hölle haben es geschafft, den Materialismus mit seinem endlichen Dasein dastehen zu lassen wie eine Erlösungsreligion...
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10.01.2026
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269) Zusammenhang zwischen Optimismus vs. Pessimismus und Idealismus vs. Materialismus, zu 267)
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Wenn wir es uns aussuchen könnten, ob der Idealismus recht hat oder der Materialismus, was wäre denn vorzuziehen?
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Ich denke, der philosophische Optimist würde den ontologischen Idealismus vorziehen, der Pessimist den Materialismus.
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09.01.2026
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268) Wie findet man zum ontologischen Idealismus bzw. zum philosophischen Optimismus?, zu 267), 183) und 5)
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Zum ontologischen Idealismus finden im ontologischen Materialismus Aufgewachsene zumeist nur über mystische Erlebnisse.
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Zum philosophischen Optimismus finden Traumatisierte zumeist nur, wenn sie ihrem Leiden Bedeutung beimessen können.
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09.01.2026, zuletzt editiert am 10.01.2026
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267) Schopenhauer, Nietzsche und Kastrup, zu 269), 186), 150), 75), 48), 30), 5) und 1)
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Um Schopenhauers pessimistische Ablehnung der Natur – also des blinden metaphysischen Willens jenseits von Vernunft und Moral – wieder loswerden zu können, hat Nietzsche Vernunft und Moral aufgegeben.
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Kastrup teilt zwar Schopenhauers Ontologie, nicht aber dessen Pessimismus – auch der Mind at Large ist jenseits von Vernunft und Moral, trotzdem bejaht Kastrup sowohl die Natur als auch Vernunft und Moral.
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Beneidenswert, aber für mich evt. nicht machbar: der Naturalist Kastrup ist mit der Liebe zur Natur aufgewachsen und nach einigen Schicksalsschlägen sogar überzeugter, dass die Wege des Lebens sinnvoll sind.
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N.B.1 Zwar nennt Kastrup die Natur oft "shitshow", trotzdem hat er viel mehr Respekt vor ihren geheimnisvollen Inhalten als vor der Erkenntnisfähigkeit des Menschen ("monkeys running around a rock").
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N.B.2 Für ausschlaggebend bzgl. Optimismus vs. Pessimismus halte ich folgende Frage: Wenn wir es uns aussuchen könnten, ob der Idealismus recht hat oder der Materialismus, was wäre denn vorzuziehen?
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08.01.2026
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266) Die moralische Kehrseite, zu 66), 70), 230), 256), 259) und 261)
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Erst seit wir Menschen die Moral entdeckt haben, gibt es auch ihre Kehrseite, das Böse.
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Wären wir unreflektiert geblieben, gäbe es weiterhin nur das Gute und das Schlechte.
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Postmodern selbstbewusst versuchen wir nun, uns wieder in die Natur zurück zu retten.
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Aber dieser Versuch bleibt solange böse, wie uns die Moral nicht wirklich ZU schwer fällt.
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08.01.2026
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265) Diesseitiger und jenseitiger Pessimismus, zu 263), 26) und 1)
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Mein diesseitiger Pessimismus: die Natur ist leider nicht universal-moralisch kultivierbar.
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Mein jenseitiger Pessimismus: im Tod fallen wir leider zurück an den blinden Willen der Natur.
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N.B. Trotzdem beides vergeblich versuchen: Kultivieren diesseitiger wie jenseitiger Natur.
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08.01.2026
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264) Das Problem mit den Ismen, zu 87) und 59)
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Der philosophische Ismus sagt, dass etwas entweder so ist oder so sein soll.
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Pessimismus sagt, dass die Welt schlecht ist, nicht dass sie schlecht sein soll.
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Moralismus sagt, dass die Welt moralisch sein soll, nicht dass sie moralisch ist.
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Nihilismus sagt, dass die Welt leider vergänglich ist oder besser nicht sein soll.
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Bleibt einem wohl nix anderes übrig, als immer dazuzusagen, was gemeint ist.
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08.01.2026, zuletzt editiert am 09.01.2026
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263) Die Kultur der universalen Moral, zu 259), 248), 113), 197), 182), 179) und 62)
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Die größte Errungenschaft des Menschen ist m.E. die universale Moral, ausgedrückt etwa im kategorischen Imperativ von Kant. Wird es dem Menschen gelingen, die Natur in diesem Sinne zu korrigieren bzw. umzudrehen? Dazu gibt es vier Ansichten, ich hänge der vierten an:
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i) Optimistischer Kulturalismus, Kulturoptimismus: zum Glück wird die Natur schließlich universal kultiviert
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ii) Pessimistischer Kulturalismus, Kulturpessimismus: leider wird die Natur schließlich universal kultiviert
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iii) Optimistischer Naturalismus, Naturoptimismus: zum Glück lässt sich die Natur nicht universal kultivieren
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iv) Pessimistischer Naturalismus, Naturpessimismus: leider lässt sich die Natur nicht universal kultivieren
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N.B.1 Kulturpessimismus ist kein eindeutiger Begriff: in der Kultivierung der Natur sehen die einen Kulturpessimisten die erwünschte Modernisierung, welche leider nicht gelingt, die anderen Kulturpessimisten die unerwünschte Modernisierung, welche leider gelingt.
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N.B.2 Nietzsche, den Daseinsbejahenden unter Naturherrschaft, würde ich Naturoptimist nennen, aber er wird auch oft vereinfachend Kulturpessimist genannt – nach meiner Nomenklatur wäre Kulturpessimismus aber Daseinsverneinung unter Kulturherrschaft.
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N.B.3 Als Daseinsverneinender unter Naturherrschaft bin ich laut 62) ebenso vereinfachend Naturpessimist UND Kulturoptimist UND Kulturpessimist, i.S.v. die amoralische Natur ablehnend bzw. die universal-moralische Kultur bejahend bzw. die umweltzerstörerische Kultur ablehnend.
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07.01.2026, zuletzt editiert am 08.01.2026
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262) Philosophie ohne Physik?, zu 142), 145), 230) und 250)
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Wie viel von der Welt kann man mit allgemeinen philosophischen Fragestellungen erforschen, ohne besondere physikalische Kenntnisse?
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Darauf gibt es zwei Antworten, je nachdem, wen man fragt: die Philosophen meinen: nahezu alles!, und die Physiker meinen: nahezu nichts!
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Letztere sehen ihr Fach gern als Basis, zum Wesentlichen kommt man m.E. aber erst mit der Moral, überhalb von allen Naturwissenschaften.
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07.01.2026, zuletzt editiert am 08.01.2026
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261) In Notwehr böse?, zu 28), 66), 180) und 245)
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Nein, die unwillkürliche Reaktion auf unerträgliches Leid ist keine böse Tat, kann maximal eine schlechte sein.
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Eine böse Tat ist stets willkürlich insofern als sie hätte vermieden werden können, wenn es der Täter gewollt hätte.
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N.B. Allerdings: wer kann das gültig beurteilen? Der Täter selbst? Ein sachverständiger Psychologe? Schwierig.
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06.01.2026
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260) Glauben des Nichtwissens, zu 30)
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Wer nicht glaubt zu wissen, sondern glaubt nicht zu wissen, kann weiter träumen, dass alles gut wird – wer glaubt zu wissen, dass ihn Schlimmes erwartet, wird aufgerüttelt.
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05.01.2026
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259) Herrschaft der Natur?, zu 19), 22) und 169)
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Der Christ sieht sie nur als Prüfung für uns an, Gott herrscht über die Natur.
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Der Hegelianer will sie durch die Herrschaft des Weltgeistes ersetzen.
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Der Schopenhauerianer sieht sie als gegeben an und lehnt sie ab.
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Der Nietzscheaner sieht sie als gegeben an und bejaht sie.
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04.01.2025, zuletzt editiert am 05.01.2026
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258) Arroganter Pessimist?, zu 257), 255), 253), 226), 207), 178), 130) und 70)
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a) Das Schlechte in der Welt ist zu viel Schlechtes, und b) das Böse in der Welt ist zu viel Böses – für diese beiden Diagnosen unterstellen die Gott- und Weltbejaher dem Pessimisten Arroganz.
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Seine Empörung über das Zuviel des Schlechten bzw. Bösen drehen sie ihm um zur Empörung über ein Zuwenig des Guten, zur a) hedonistischen Unbescheidenheit und b) moralistischen Überheblichkeit.
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N.B.1 Der Schopenhauersche Pessimist steht da unter falschem Verdacht, sein Ideal der willensverneinenden Askese zeugt nämlich nicht von Arroganz, sondern ganz im Gegenteil von Zurückhaltung.
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N.B.2 Aber die Gott- und Weltbejahenden fühlen sich angegriffen, fahren daraufhin ihre zynische Retourkutsche – und der Pessimist a) hat den Schaden und b) braucht für den Spott nicht zu sorgen.
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03.01.2025
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257) Oder doch die Liebe?, zu 256), 235), 169) und 55)
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In meiner ersten Nahtoderfahrung als 3-Jähriger habe ich reine Liebe erleben dürfen, in totaler Ruhe und Geborgenheit auf das weiße Licht zugehend.
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Obwohl das mein bestes Erlebnis ever war, scheint es mir vernünftiger, bescheidenere Ideale wie das Nichtsein bzw. das reine Sein anzustreben.
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Aber Ideale sind überhaupt aus der Mode – statt um Liebe, Gerechtigkeit oder Vernunft geht es heute nur noch um Selbstermächtigung und Starksein.
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N.B. Jedenfalls Hut ab vor denen, die trotz aller Erkenntnisse über unsere Natur weiterhin das höchste Ideal der Liebe wählen, so realitätsfern es sei.
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02.01.2026, zuletzt editiert am 03.01.2026
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256) Postmoderne Rehabilitation der natürlichen Auslese?, zu 4), 19), 34), 53), 78), 119), 134), 140), 146), 147), 182), 186), 219), 229), 230), 239), 240) und 242)
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Schwachsein ist heute nicht mehr gestattet, höchstens anders Starksein.
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Kein Mitleid, stattdessen Respekt für die stets frohe Miene zum Trauerspiel.
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Rückzug aus der kulturellen Moralität, welche die Natur korrigieren sollte.
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Rehabilitation der natürlichen Amoralität, Kultur wird relativ bzw. beliebig.
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Falsche Richtung! Survival of the fittest? Nein, das Sein wäre besser nicht.
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N.B. Mobbing: statt Täter und Opfer gibt es jetzt nur noch Konfliktparteien...
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01.01.2026, zuletzt editiert am 02.01.2026
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255) Das Ende kommt..., zu 172), 161), 159), 130), 129), 81) und 16)
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...zum Glück nie: optimistischer Idealismus
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...leider nie: pessimistischer Idealismus
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...leider zu früh: optimistischer Materialismus
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...leider zu spät: pessimistischer Materialismus
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N.B. Optimistisch bzw. pessimistisch bedeutet hier nicht im landläufigen Sinn die Erwartung eines guten oder schlechten Endes, sondern im philosophischen Sinn die Bewertung des Seins als besser oder schlechter verglichen mit dem Nichtsein; Idealismus bzw. Materialismus bedeutet hier nicht im landläufigen Sinn die Orientierung des Lebensstils an geistigen oder materiellen Werten, sondern im ontolgischen Sinn das Zugrundeliegen einer mentalen oder materiellen Realität.
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31.12.2025, zuletzt editiert am 02.01.2026
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254) Böse ist,... zu 253), 66) und 30)
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...wer eine ungerechte Welt freudig bejaht,
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obwohl ihm die Ungerechtigkeit bewusst ist –
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Hauptsache stets ungerecht zu seinem Vorteil.
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N.B. Wer eine ungerechte Welt freudig bejaht,
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ob ungerecht zu seinem Vorteil oder Nachteil,
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hat wohl zum unverbesserlichen Optimismus
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bzw. zum mir fehlenden Glauben gefunden.
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31.12.2025
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253) Pessimismus aus moralischer Enttäuschung, zu 241), 226), 198), 180), 179), 178) und 70)
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Wenn Pessimismus in der Überzeugung besteht, das Sein wäre besser nicht, dann ist er vielleicht überwiegend das Resultat moralischer Enttäuschung.
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Wer feststellen muss, dass die Welt nicht nur zufällig, sondern systematisch ungerecht ist, wird sich evt. enttäuscht wünschen, dass sie besser nicht wäre.
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N.B.1 Inwieweit dieser Wunsch nach Nichtsein erfüllbar ist, hängt dann u.a. davon ab, ob die materialistische oder die idealistische Ontologie recht hat.
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N.B.2 Es gibt auch von der Welt enttäuschte Hedonisten, aber die können ihre Enttäuschung kompensieren, indem sie sich amoralisch in den Vorteil setzen.
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30.12.2025, zuletzt editiert am 31.12.2025
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252) Angst, dass der Materialismus bzw. Idealismus recht hat, zu 132)
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Die Angst vor dem Nichtsein im Tod, welche die Existentialisten für so existentiell halten im Leben des Menschen, scheint mir eher ein Privileg der Leidensfernen zu sein.
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Die Angst vor dem Nicht-Nichtsein im Tod, welche wohl insbesondere diejenigen ereilt, welche ein Ende ihres Lebensleides ersehnen, ist m.E. das ernstere Problem.
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Beides sind Ängste vor dem i.a. nur mittelbar drohenden Tod und deshalb nicht so schlimm wie die Angst in unmittelbar drohender Gefahr – dafür quälen sie uns evt. lebenslang.
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29.12.2025, zuletzt editiert am 31.12.2025
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251) Lebensverneinende universale Moral vs. lebensbejahende partikulare Moral, zu 248) und 250)
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Von Sokrates bis Schopenhauer hat die Philosophie versucht, eine universale Moral zu finden, aber diese bleibt lebensverneinend.
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Vor Sokrates und nach Schopenhauer hat die Philosophie versucht, eine lebensbejahende Moral zu finden, aber diese bleibt partikular.
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N.B. Ist Kastrups Moral universal und lebensbejahend? Akzeptanz des eigenen Leidens auf dem Weg zur allgemeinen Erkenntnis?
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29.12.2025, zuletzt editiert am 30.12.2025
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250) Zeit! – das Ungeprüfte in meinen Jenseitstheorien vor Kastrup, zu 42) und 48)
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Alle meine Vorstellungen vom Jenseits beruhten auf einer gängigen Grundannahme, bevor ich 2022 auf Kastrups analytischen Idealismus stieß, und es hat bis jetzt gedauert, diese explizit zu widerrufen:
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Es gibt kein Außerhalb meines Lebens bzw. überhaupt eines Lebens im Sinne seiner zeitlichen Extrapolation, vielmehr beginnt die zeitliche Wahrnehmung erst mit dem Leben und endet auch wieder damit.
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Wir kommen aus dem Mind at Large und gehen wieder darin auf, statt bestimmter Personen, die wir vorher waren oder nachher sein werden, sind wir über den M@L alle gleichermaßen miteinander verbunden.
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N.B. Raum und Zeit sind keine ontologischen Kategorien der realen Welt an sich, sondern nach Kant nur epistemologische Kategorien der sinnlichen Wahrnehmung für uns; ohne Leben keine Raumzeit.
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28.12.2025, zuletzt editiert am 29.12.2025
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249) Shutdown, zu 180) und 44)
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Kultur ist Korrektur der Natur,
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am naheliegendsten: 1 –> 0,
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jedoch leider kaum möglich...
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28.12.2025
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248) Von der subjektiv-partikularen zurück zur objektiv-universalen Moral, zu 243), 222), 182), 147) und 69)
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Die Goldene Regel "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu" ist nur dann objektiv-universal, wenn es für jeden das Gleiche ist, was er nicht will, das man ihm tu. Daraus mag dann auch die allgemeine, auf alle passende Gesetzgebung für unser Verhalten abzuleiten sein, welche der kategorische Imperativ postuliert.
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Der Pessimist sagt, dass es noch allgemeiner geht als qua oben genannte Regeln für alle Seienden, nämlich qua Ablehnung des Seins: das Sein wäre besser nicht! Gewissermaßen wird so der schwarze Peter von den konkreten Seienden wieder zum abstrakten Sein zurückgeschoben, von den Sündern wieder zum Schöpfer: Antitheismus.
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Der Pessimist stellt angesichts versagender Theodizee fest, dass er die Rolle des Sündenbocks moralisch nicht auf sich sitzen lassen muss, sondern zurückfragen darf: sollte nicht besser der Schöpfer "alles beim Alten lassen" (zit. Lütkehaus), nämlich beim Schöpfer selber, ohne Geschöpfe? Oder am besten selber ebenfalls nichtsein?
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28.12.2025
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247) Idealismus und Moral, zu 42), 96) und 230)
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Für den ontologischen Idealismus ist alles bewusst, deswegen gibt es da nichts, was man ohne moralische Bedenken ausbeuten dürfte.
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N.B. Für den analytischen Idealismus ist die unbelebte Welt EIN Bewusstsein, dieser M@L steht uns als allgegenwärtiger Gott gegenüber.
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Für den ontologischen Materialimus dagegen ist im Extremfall, dem Eliminativismus, gar nichts bewusst, was tendenziell auch Moral eliminiert.
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N.B. Der Materialismus lässt die Welt zum Rohstofflager verkommen, scheint wie gemacht zur gewissenlosen Ausschlachtung der Umwelt.
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27.12.2025
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246) schlecht / böse, aber gut / gut?, zu 245), 230) und 70)
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Wenn einer instinktiv reagierend anderen wehtut, ist das zwar schlecht, aber nicht böse.
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Erst wenn einer rational agierend anderen wehtut, dann ist das als böse zu bezeichnen.
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Anscheinend gibt es kein Wortpaar wie schlecht vs. böse für das Gute aus Instinkt vs. Ratio.
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Vielleicht soll das Naturgut hier nicht diskriminiert werden gegenüber dem Kulturgut?
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Ich meine, Gut und Böse kultureller Moral gibt es erst qua Reflexion, vorher nur Gut und Schlecht.
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27.12.2025, zuletzt editiert am 28.12.2025
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245) Das Schlechte ist keine Absicht, das Böse schon!, zu 244), 66) und 33)
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Von Plato bis Kant herrschte unter Philosophen die zuversichtliche Auffassung, dass Böses aufgrund mangelnder Erkenntnis geschieht.
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Das ist m.E. zu optimistisch gedacht: Schlechtes geschieht aufgrund mangelnder Erkenntnis, Böses jedoch tut man gegen besseres Wissen!
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Evolutionär höchstentwickelte reflexionsfähige Lebewesen können sich m.E. moralisch verhalten, indem sie das als böse Erkannte freiwillig unterlassen.
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Insofern ist sowohl moralisch gutes als auch böses Verhalten erst dem rational Denkenden möglich, alles Instinktive ist noch jenseits von Gut und Böse.
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Die schlechte Nachricht: Bosheit ist keine durch Erkenntnis zu kurierende Krankheit. Immerhin ein Trost: Gott ist nicht gut, aber auch nicht böse.
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26.12.2025, zuletzt editiert am 30.12.2025
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244) Böse im Vorteil, zu 66), 70) und 241)
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Die Entscheidung für das Gute und gegen das Böse ist von Vorteil für die Gemeinschaft, das ist wahr.
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Die Entscheidung gegen das Gute und für das Böse ist von Vorteil für die Einzelnen, auch das ist leider wahr.
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Im Kampf der Guten gegen die Bösen gewinnen bei gleicher Stärke und gleicher Intelligenz die Bösen.
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Die Bösen sind umso mehr im Vorteil, je weiter ihre antimoralische Egozentrik ihre moralischen Skrupel überwiegt.
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Gott ist keiner, der die Welt derart geschaffen hätte bzw. darauf achtgeben würde, dass die Guten gewinnen.
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25.12.2025, zuletzt editiert am 26.12.2025
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243) Gottvertrauen, zu 22), 30), 31), 33), 111) und 173)
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Ich kann nicht glauben, dass unserer Welt ein gutes Prinzip zugrunde liegt.
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Aber ich kann zumindest noch glauben, dass es nicht absichtlich böse ist.
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N.B.1 Einstein sagt: "Raffiniert ist der Herrgott, aber boshaft ist er nicht".
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N.B.2 Ist am Ende auch Gott Opfer der Unmöglichkeit des Nichtseins?
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25.12.2025, zuletzt editiert am 26.12.2025
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242) Nähe und Ferne zum Bösen, zu 66), 166), 178), 210), 224) und 228)
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Nicht einzusehen, dass in einem selber viel Böses steckt, ist unvernünftig.
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Nicht einzusehen, dass man es von sich weisen soll, noch unvernünftiger.
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Immerhin gibt es ja Möglichkeiten, das Böse im Als-Ob-Modus abzufeiern.
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Aber die höhnischen Bullys lachen auf dem Pausenhof stets am lautesten.
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Und die postmodernen Intellektuellen killen den moralischen Ernst mit Ironie.
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24.12.2025, zuletzt editiert am 26.12.2025, zu Jesu Geburtstag stelle ich, Softie-Produkt seiner Lehre, traurig-wütend fest:
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241) Angriff ist leider wirklich die "beste" Verteidigung, zu 1), 70), 138) und 210)
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Nice guys finish last.
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Bad is stronger than good.
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Dem Raubtier geht es besser als dem Beutetier – obwohl es dem Raubtier längst nicht so gut geht wie es dem Beutetier schlecht geht.
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Ein masochistischer Wahn, es sich als Klügerer leisten zu wollen, der Nachgiebigere zu sein; als Vernünftigerer dem Unvernünftigeren den Erstschlag zu überlassen; und nicht einmal beim Zurückschlagen Entschlossenheit zu zeigen; stattdessen naiv zu träumen vom seligen Frieden mit einem streitlustigen Gegner, der sich bewusst für das Böse entschieden hat; das kann der Vernünftigere doch nur durchhalten, indem er unvernünftigerweise glaubt, dass alles nicht immer noch schlimmer werden kann bzw. im eigenen Tod sowieso enden muss...
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Das ganze Sein wäre verdammt noch mal besser nicht! Merry Xmas!
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23.12.2025, zuletzt editiert am 24.12.25
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240) Das gemobbte Kind..., zu 78), 119) und 239)
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...muss leider allzu bald lernen, dass auch die Erwachsenen für sein Problem keine gute Lösung parat haben.
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Der Friedliche ist dem Bully ausgeliefert, der Vernünftige ist dem Fiesling gegenüber systematisch im Nachteil.
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Will einer partout moralisch korrekt bleiben, können ihn auch Eltern oder Lehrer oder Staat oder Gott nicht schützen.
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23.12.2025, zuletzt editiert am 24.12.25
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239) Vom lieben Kind zum starken Kind, zu 134), 140), 220), 226) und 230)
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Der Wandel von vernünftiger Moderne und moralischer Tradition zugleich vorwärts und rückwärts zu woker und chauvinistischer Postmoderne zeigt sich z.B. an dem, was Eltern sich von ihren bzw. für ihre Kinder wünschen.
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Sollte das Kind in ersteren Epochen lieb und anständig sein, soll es in letzteren eigenwillig und stark sein. In ersteren stand für die Eltern die Moral höher als ihr Kind, in letzeren steht für die Eltern ihr Kind höher als die Moral.
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21.12.2025, zuletzt editiert am 23.12.25
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238) Wie ist der Wunsch nach dem Nichtsein moralisch zu bewerten?, zu 236), 230), 202), 49) und 22)
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Ist lieber nicht dasein zu wollen schwach, armselig, feige? Sogar niederträchtig? Soll man für höhere und höchste Ziele alles Leid klaglos auf sich nehmen statt sich ins Nichtsein verabsentieren zu wollen? Darf man nur sich selber das Nichtsein wünschen, auch anderen Leidenden, den ihre Bosheit genießenden Bösen, oder einfach jedem?
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Der extreme Optimist sagt euphorisch, dass ein einziges Kinderlachen alles Leid der Welt rechtfertigt, und umgekehrt sagt der extreme Pessimist empört, dass eine einzige Kinderträne dem ganzen Sein seine Legitimation entzieht. Ich selber würde sagen, dass jeder jederzeit selbst bestimmen können müsste, ob er im Dasein verbleibt oder nicht.
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N.B. Das Recht auf Nichtsein zu postulieren ist nur die vernünftige Reaktion des Geschöpfs auf sein Leiden – und die Tradition tut unrecht daran, dieses Recht dem leidenden Geschöpf a priori abzusprechen bzw. ihm eine Schuld einzureden, welche auf ihm lasten sollte, sobald es die Pflicht seines Daseins nicht mehr tapfer auf sich nehmen wollte.
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20.12.2025, zuletzt editiert am 22.12.25
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237) Ohne Leid keine Freude?, zu 50), 136), 190), 191), 205), 228), 235) und 236)
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...dann bitte keins von beiden, stattdessen Bewusstlosigkeit!
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N.B. Aber wenn der ontologische Idealismus recht hat, kann es keine Bewusstlosigkeit geben, sondern maximal Bewusstsein ohne Inhalt... könnte das unangenehm werden? Die Buddhisten sagen nein, hoffentlich haben sie damit recht!
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20.12.2025
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236) Zwischen Nichtseiendem und Nichtsein, zu 1), 50), 59), 136), 171) und 235)
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Ontologisch-idealistischer Pessimist zu sein bedeutet,
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a) zwar von der idealistischen Ontologie auszugehen, nach der wir als endliche Seiende im ewigen Sein existieren und im Tod als Erstere im Letzteren aufgehen,
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b) aber dies als Pessimist nicht etwa freudig zu begrüßen, sondern stattdessen, wenn es denn zur Alternative stünde, im Nichts aufgehen bzw. nicht mehr sein zu wollen,
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c) mit der Minimallösung als Nichtseiender (alle anderen Seienden und das Sein bleiben) und der Maximallösung des Nichtseins (gar alle Seienden und alles Sein wird Nichtsein).
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Moralisch am schwierigsten wäre, zwischen der Minimallösung und der Maximallösung wählen zu müssen, also nur sich selbst oder alle zu erlösen! Moralisch optimal wäre, wenn sich jeder Seiende jederzeit selber zum Nichtseienden wandeln könnte.
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N.B. Im Buddhismus geht der Erwachte ins Nirwana, was aber wohl heißt, der Seiende geht auf im reinen Sein, wird nicht etwa Nichtseiender. Falls Ersteres allerdings einen paradiesischen Zustand (Ananda) bedeutet, hat evt. keiner etwas dagegen.
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19.12.2025, zuletzt editiert am 21.12.2025
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235) Am besten wäre..., zu 232), 147), 125) und 44)
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...das Paradies, und wenn das nicht geht, dann
...das Nichtsein, und wenn das nicht geht, dann
...das reine Sein, und wenn das nicht geht, dann
...das ewige bewegte Sein durchsetzt mit endlichen Seienden –> Status Quo.
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N.B. "Der Optimist behauptet, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben; und der Pessimist fürchtet, dass dies wahr ist" J. B. Cabell
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18.12.2025, zuletzt editiert am 20.12.2025
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234) Leiden für die Moral, zu 1), 17), 42), 113) und 221)
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Wer nicht glaubt, dass das Leiden irgendwann ein Ende hat, der wird erst recht versuchen, für irgendetwas Sinnvolles zu leiden.
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Leiden für die Moral bedeutet, dass man Verbesserungen aufzeigt, auch wenn es aussichtslos erscheint bzw. symbolisch bleibt.
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Den Wenigsten gelingen Beiträge zur Welterkenntnis (Wissenschaftler), Selbsterkenntnis (Philosophen) oder Seinserkenntnis (Mystiker)...
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Als über immer denselben dunklen Gedanken Brütender halte ich daran fest, das Sein zu beklagen bzw. für das Nichts zu plädieren.
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N.B. Falls mit dem Aufgehen im M@L quasi abgestimmt wird über den Erhalt der Schöpfung, kommt von mir jedenfalls ein klares Nein.
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18.12.2025, zuletzt editiert am 19.12.2025
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233) Mein quietistischer Moralismus, zu 179) und 230)
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...hat drei Gegenteile:
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- aktionistischer Moralismus
- quietistischer Amoralismus
- aktionistischer Amoralismus
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(hier in der Reihenfolge meiner abnehmenden Sympathie)
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N.B. ...aber allzu oft fasse ich die drei zu (m)einem Gegenteil zusammen...
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16.12.2025, zuletzt editiert am 18.12.2025
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232) Urgrund des Leidens, zu 215)
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Auf der Suche nach den Verantwortlichen für das Leiden lässt man das Ich im Speziellen und die Welt im Allgemeinen gerne außen vor, lässt sich viel lieber gegen speziell ausgewählte andere Sündenböcke aufbringen.
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Sich selbst im Speziellen bzw. die Welt im Allgemeinen als Verantwortliche anzunehmen ist viel anstrengender, möchte man mit dem eigenen Dasein und mit dem Dasein an sich doch so dringend auf gutem Fuß stehen.
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Von letzteren beiden Wegen wiederum ist ersterer ungleich üblicher, vermutet man in der Psychotherapie bzw. einer Veränderung der eigenen Persönlichkeit doch viel größere Chancen als im Kampf gegen Windmühlen.
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Und diesen letzteren Weg schlägt dann der philosophische Pessimist ein: hier wird das Leiden als in der Welt prinzipiell Angelegtes erkannt und es wird zugegeben, dass gegen jenes praktisch nichts auszurichten ist.
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Trotzdem akzeptiert der pessimistische Philosoph diesen aussichtslosesten Weg als wahrhaftigsten: Urgrund des Leidens ist bereits die Selbsterregung des Seins an sich, nicht erst wir selber bzw. andere Sündenböcke.
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N.B. Als ontologischer Idealist halte ich das Nichtsein für leider unmöglich, strebe also das all-eine (reine, stille) Sein an – sieht jedoch so aus, als wollte eben diesen Zustand nun wiederum das Sein an sich tunlichst vermeiden.
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15.12.2025, zuletzt editiert am 18.12.2025
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231) Todesmutig?, zu 58)
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Todesmutig ist, wer die Angst vor dem Tod überwindet und somit bereit ist, für seine Ideale zu sterben.
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Wie viel Mut es dazu braucht, hängt allerdings wesentlich davon ab, was man sich vom Tod erwartet.
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Könnte der Todesmutige naiv genug sein, dass seine zu überwindende Angst vor dem Tod gar nicht groß ist?
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Mehr als auf ihr restliches Leben freuen sich Todesoptimisten auf Paradies, Ungewisses oder Nichts im Tod.
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Mehr als vor ihrem restlichen Leben fürchten sich Todespessimisten vor Hölle, Ungewissem oder Nichts im Tod.
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Lieber todesängstlich statt todesmutig, das ist weniger naiv als realistisch und macht die Welt friedlicher!
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14.12.2025, zuletzt editiert am 18.12.2025
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230) Moral, zu 229)
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- Woher kommt die Moral? Äußere göttliche Botschaft durch auserwählte Propheten bzw. Heilige Schrift? Innere göttliche Instanz des Gewissens in jedem? Animalischer Instinkt? Menschliche Reflexionsfähigkeit, Ratio, Verstand bzw. Vernunft?
- Kann ich die Moral freiwillig wieder aufgeben bzw. von vornherein ablehnen? Oder unfreiwillig wieder verlieren?
- Ist die Moral objektiv oder subjektiv, universal oder relativ, partikular, plural?
- Können wir hoffen, dass die i.a. schlechte Welt irgendwann moralisch gut wird, durch moralischen Aktionismus?
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- Die Moral hat sich m.E. evolutionär entwickelt, vorläufig als instinktiver, nur auf den eigenen engsten Kreis beschränkter Verhaltenskodex, im weiteren Verlauf von den reflexionsfähigen Individuen rationalerweise erweitert zum verbindlichen Gesellschaftsvertrag, idealerweise gültig für alle bewusst Koexistierenden. Diesen Vertrag zu formulieren, zu begründen und zu etablieren ist etwas für die klügsten Köpfe, seine Notwendigkeit einzusehen und seine Regeln zu befolgen soll aber möglichst für alle machbar sein.
- Man kann diesen Vertrag als denkendes Individuum m.E. auch freiwillig z.B. aus Bosheit ausschlagen oder auch unfreiwillig z.B. durch Krankheit wieder verlieren i.S.v. unfähig werden, ihn zu verstehen bzw. zu beherzigen.
- Im Sinne eines idealen Gesellschaftsvertrags für alle ist die Moral m.E. objektiv bzw. universal, aber postmodernerweise geht man wieder dazu über, sie zu relativieren bzw. nur für die eigene Hood sprechen zu wollen und evt. gar aus moralischen Gründen *seufz* den anderen nicht die "eigene" subjektive bzw. partikulare Moral aufdrängen zu wollen.
- Quietismus: ich rechne weder mit dem Gutwerden noch mit dem Abklingen des weltlichen Treibens, finde Letzteres aber plausibler, und der Anspruch darauf ist m.E. bescheidener und damit moralisch eher gerechtfertigt.
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11.12.2025
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229) Der Mensch ist das erste Tier, zu 4), 6), 12), 28), 42), 134), 220) und 226)
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...welches dank seiner Reflektiertheit zur universalen Moral gefunden hat – und mit Nietzsche sind wir dabei, sie sehenden Auges wieder aufzugeben.
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Tradition erfindet den einen moralischen Gott, Moderne die Menschenwürde bzw. die Menschenrechte für alle, und Postmoderne relativiert alles wieder.
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N.B. Der entscheidende Sprung ist der vom amoralischen Gott = Natur zum moralischen Menschen – der amoralische Übermensch ist da nur ein Rückfall.
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10.12.2025
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228) "Lieber ganz als gut"?, zu 227), 226), 224), 205), 190), 187) und 118)
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Nein, lieber gut als ganz.
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Dann lieber nix als alles.
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N.B. Es gibt Böses, das ich unverständlich bis abstoßend finde, und Böses, das ich verständlich bis anziehend finde. Ich versuche, alles Böse zu verstehen und von mir zu weisen.
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08.12.2025, zuletzt editiert am 10.12.2025
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227) Perfekt erschaffen oder ganz abschaffen!, zu 1), 22), 23), 59), 67), 133), 134), 196), 205), 210), 211), 221) und 225)
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Anthroposophisch betrachtet scheint mein Pessimismus mich vom rechten Weg abzubringen, und gleich in beide der einander entgegengesetzten Richtungen des Bösen:
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a) Luzifer verführt mich dazu, es besser wissen zu wollen als Gott bzw. mich Gott moralisch überlegen zu fühlen, gewissermaßen den Idealismus ins Absurde übertreibend
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b) Ahriman verführt mich dazu, die ganze Schöpfung als vermeintlich verfehlte bzw. nichtige auflösen zu wollen, gewissermaßen den Materialismus ins Absurde übertreibend
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Es gelte, Abstand von den beiden zu nehmen, sich mit Christus mittig zwischen den beiden zu halten, die Verführung beider durchschauend, am Widerstand gegen sie wachsend.
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N.B.1
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Die menschliche Sehnsucht nach Perfektion bzw. nach dem Nichts ist m.E. völlig legitim, erst der von den Verführern stimulierte menschliche Aktionismus schafft das Unheil.
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Die Überschrift ist als Forderung an einen allmächtigen Gott adressiert – selber will ich als Quietist auf Aktionismus verzichten, wartend auf ein Nichtsein, welches nie eintritt.
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N.B.2
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Ist ein Räsonieren und Reden über die Alternative einer fehlerlosen Schöpfung des Allmächtigen oder über die Abschaffung einer fehlerhaften Schöpfung des Demiurgen statthaft?
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Ich meine, solche Gedanken und Worte müssen erlaubt sein. Es wäre schädlich, die traurige Wahrheit zu unterdrücken. Sie soll blinden Aktionismus hemmen, nicht stimulieren.
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06.12.2025, zuletzt editiert am 07.12.2025
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226) Universale moralische Reaktion, zu 224), 219), 210), 201), 182), 168), 166), 165), 140), 134), 66), 59), 28), 22) und 20)
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Erster amoralischer Impuls: die Welt bejahend an sich reißen, dem blinden Willen seinen freien Lauf lassen bzw. hedonistisch aus sich herausgehen
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Erste moralische Reaktion: die Welt verneinend von sich weisen, mit dem freien Willen den blinden Willen hemmen bzw. asketisch an sich halten
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N.B.
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Unmoralischer bis antimoralischer Backlash: dem amoralischen Impuls nachgeben, obwohl moralische Einsicht eigentlich durchaus vorhanden ist
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Kathartischer Kompromiss: den amoralischen Impuls in Als-Ob-Manier ausagieren, falls die asketische Hemmung sonst zu Aggressionsstau führt
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04.12.2025, zuletzt editiert am 05.12.2025
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225) Drei plus eins aufgeklärte Haltungen zu Gott, zu 221), 33), 22), 6) und 1)
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Nachfolger des traditionellen eifersüchtigen und strafenden Herrgottes, der uns nach seinen Gesetzen richten wird, so dass wir entweder bei ihm im Himmel singen oder beim Teufel in der Hölle wehklagen, sind
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erstens der rationale Gott der Vernunft, der alles optimal eingerichtet hat und dessen Genialität aus seiner Schöpfung zu uns spricht – alles scheinbar Schlechte haben wir nur noch nicht verstanden,
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zweitens der gar nicht mehr existente Gott, wobei dieser Atheismus uns aber zumeist ganz genauso wie eine Religion in der Sicherheit wiegt, dass wir mit unserem Tod alles Leid hinter uns haben werden,
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drittens das Fragezeichen der Agnostiker, die sich einer Meinung zu Existenz oder Nichtexistenz Gottes enthalten, auf Distanz gehen nach dem Motto "Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß",
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und dann noch der Gott Schopenhauers und Kastrups, der ein irrationaler Mind at Large ist, von dem als endliche Person im Tod reassoziiert zu werden wohl leider von eher zweifelhafter Tröstlichkeit ist.
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N.B.
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Auf meinem Weg vom alten Herrgott zum neuen M@L hat sich etwas umgekehrt: der Herrgott hat mir damals mit seiner Moral zugesetzt, dem M@L versuche ich heute mit meiner Moral zu entkommen...
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Als Kind hab ich mich am Herrgott orientiert, und seine moralischen Gebote waren der Hindernisparcours, heute orientiere ich mich an meiner Moral, und Gott als der blinde Wille in mir ist das zu Hemmende...
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04.12.2025
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224) C. G. Jung: Schatten, zu 210), 204), 201), 200), 187), 174), 166), 115) und 66)
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Ich sehe ja auch, dass die Menschen ganz besonders allergisch reagieren auf Abweichungen anderer Menschen von der gesellschaftlich etablierten moralischen Norm gerade dann, wenn sie selber ebenso zu diesen Abweichungen tendieren – wer sich besonders über Geizige aufregt, ist oft selber geizig; wer sich besonders über Schwule aufregt, ist oft selber schwul; wer sich besonders über Süchtlinge aufregt, ist oft selber süchtig (Paradebeispiel Ex-Raucher) usf.
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C. G. Jung sagt: wir haben da einen sog. Schatten, den wir nicht wahrhaben wollen und eigentlich integrieren müssen, um ein ganzer Mensch zu werden; aber solange uns das nicht gelungen ist, projizieren wir das Problem auf andere, oft in unzutreffender Übertreibung bis hin zur aus der Luft gegriffenen Unterstellung. Doch Jungs Empfehlung der Integration von Hell und Dunkel zu einem bejahten Ganzen ist m.E. tendentiell unmoralisch, er erinnert mich in dieser Hinsicht stark an Nietzsche.
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Also ich behaupte, dass es Dunkles gibt, welches mich moralisch empört, obwohl – oder sogar gerade weil! – ich es entweder von vornherein nicht in mir selbst trage, oder aber in einem Prozess moralischer Läuterung nicht mehr in mir selbst tragen will und zu Recht mit aller Kraft von mir weisen will bzw. zu Recht mein Leben damit verbringe, dieses mit aller Kraft von mir zu weisen. Ein Ja zu der hellen UND der dunklen Seite in mir und in der Welt überhaupt ist m.E. unmoralisch und nicht anzustreben.
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N.B. Eine andere Frage ist die nach dem Unterschied der gesellschaftlich etablierten Moral und der wirklich anzustrebenden Moral – inwieweit sollten wir großzügig sein statt geizig, hetero statt schwul, Nichtraucher statt Raucher? Ich meine, dass es traditionell Verpöntes gibt, das eigentlich in einer modernen Gesellschaft kein Problem mehr sein sollte, und dass es dezidiert Unmoralisches gibt, das sich nicht relativieren lässt und nur in kathartischer Als-Ob-Manier ventiliert werden darf.
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03.12.2025, zuletzt editiert am 04.12.2025
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223) Euthanasie?, zu 222), 198) und 61)
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Trend des ontologischen Materialismus: das Leben rechtzeitig beenden, bevor es zu hässlich wird.
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Der Pessimist meint dazu: es ist doch von vornherein zu hässlich, dürfte gar nicht erst beginnen!
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Bei gegebenem Materialismus hätte Benatar recht: Bewusstsein verhindern, bevor es entsteht.
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03.12.2025, zuletzt editiert am 04.12.2025
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222) Antinatalismus?, zu 221), 33), 31) und 12)
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Der ontologische Materialismus legt dem Pessimisten seine Eltern als Sündenböcke nahe, hätten sie es doch durch Unterlassung des Fortpflanzungsaktes, gelungene Verhütung oder rechtzeitige Abtreibung angeblich in der Hand gehabt, ihren Kindern das leidige Dasein zu ersparen.
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In extremo: materialistisch nahegelegte Mitnahmesuizide, weil die pessimistischen Kinder nicht fassen können, wie die optimistischen Eltern zur Fortsetzung oder erwarteten Herstellung ihres eigenen Lebensgenusses sehenden Auges das Risiko extremsten Kindesleides in Kauf nehmen.
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Umgekehrt: bin ich als genuiner Pessimist zum Idealisten geworden, um mich vor den Konsequenzen des Materialismus zu drücken? Um meinen Eltern nicht böse sein zu müssen? Um individuelle und kollektive Suizidalität zu vermeiden? Um Euthanasie zu unserer Errettung auszuschließen?
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Ich wünschte mir zwar, dass die Materialisten recht hätten und mit dem Tod wäre alles aus für mich, aber für den vorherigen Verlauf meines Lebens bin ich froh, dass mich der Materialismus nicht mehr überzeugen kann – seine Konsequenzen wären für mich als Pessimisten einfach zu destruktiv.
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N.B.1 Ich bin für das asketische Leben, für das geplante Kind der Liebe habe ich noch Verständnis, für das hedonistische Leben und das ungeplante Kind der Lust weniger. Aber jedes Kind hat ein Recht, erwünscht zu sein, also bin ich gegen das erzwungene Ausbaden ungewollter Elternschaft.
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N.B.2 Für mich als idealistischen Pessimisten gibt es keinen am leidigen Dasein ursprünglich Schuldigen, denn der Mind at Large bringt das Leben zwar ursprünglich hervor, ist selbst aber ohne dissoziative Grenze bzw. ohne reflexionsfähiges Metabewusstsein und damit moralisch nicht verantwortlich.
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02.12.2025, zuletzt editiert am 03.12.2025
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221) Fluchtpunkt Moral, zu 1), 20), 26), 94), 165), 184) und 220)
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Was bleibt, wenn nach dem guten Gott auch noch die eigene Vergänglichkeit ihre Glaubwürdigkeit verloren hat? Wohin Zuflucht nehmen, wo Trost finden?
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Am besten, man orientiert sich an einem vernünftigen Ideal, und dann mag es gehen wie es will, man hat zumindest ein reines intellektuelles Gewissen.
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N.B. In unseren konsumistischen, umweltzerstörenden Zeiten bietet sich das Ziel der Askese als dringend nötiger Ausgleich an, und gesund ist sie auch.
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01.12.2025, zuletzt editiert am 02.12.2025
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220) Alles, was Spaß macht, ist verboten, zu 219), 218), 140), 134), 11) und 4)
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...zumindest wenn man die Tradition oder die Moderne dazu befragt.
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Leichtes Spiel für die Postmoderne, jene Moralinsauren wegzulachen.
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Noch stehen wir halbwegs stabil auf den sauertöpfischen Überresten,
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aber lange dauert es nicht mehr, bis wir uns danach zurücksehnen.
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N.B.
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Bis dato hieß es ja immer: Moderne plus Postmoderne gegen Tradition,
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aber bald könnte es heißen: Moderne plus Tradition gegen Postmoderne!
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Die Moderne war ja immer sauer auf die Tradition: Wahrheit gegen Dogma,
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aber bald könnte die Rettung der Moral wichtiger werden als dieser Streit.
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01.12.2025
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219) Amoralische Natur, moralische Kultur, universale und relative Moral, zu 6), 22), 182) und 218)
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Die Natur ist – und bleibt wohl leider auch – jenseits aller Vernunft und Moral.
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Die Kultur ist in ihrem besten Fall Gegenentwurf dazu –> Vernunft und Moral.
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Die einfachste, universale Moral ist Ablehnung bzw. Verneinung des Daseins.
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Relative, partikulare Moral hingegen muss keiner Logik folgen, kann alles sein.
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30.11.2025, zuletzt editiert am 29.03.2026
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218) Kant –> Schopenhauer –> heute, zu 197), 182), 145), 43), 41), 39), 22), 19) und 2)
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a) metaphysisch
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Kant unterscheidet platonisch in Noumena und Phänomena, aber nur Letztere seien der Wahrnehmung zugänglich, Erstere blieben als "Ding an sich" für uns unerkennbar.
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Schopenhauer entgegnet, das Individuum sei sich selber sowohl sinnlich phänomenal als auch introspektiv noumenal zugänglich – ubiquitäres Noumenon sei der Wille.
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Kant und Schopenhauer sind damit beide noch bei der idealistischen Ontologie, bis zum heutigen Tag immer weiter verdrängt durch die materialistische Ontologie.
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b) ethisch
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Kant vertritt eine für alle bindende Moral entsprechend dem kategorischen Imperativ bzw. der Goldenen Regel: Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu!
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Schopenhauer folgert daraus pessimistisch, dass die Natur gar nicht sein dürfte bzw. besser nicht wäre, verlange sie von uns doch das gerade Gegenteil: Töte oder stirb!
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Kant und Schopenhauer sind damit beide noch bei der universalistischen Moral, bis zum heutigen Tag immer weiter verdrängt durch die relativistische bzw. pluralistische Moral.
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29.11.2026
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217) Positive Psychologie, zu 81)
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...stellt fest, wir seien evolutionär nicht gemacht für andauernde schlechte Nachrichten aus der weltweiten Realität.
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Nicht mehr weit hin, bis die Gesellschaft nach dem Pessimismus auch den Realismus als etwas Ungesundes ablehnt.
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29.11.2026
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216) Nach dem Tod könnte es noch schlimmer kommen, zu 104), 184) und 213)
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...als es vor dem Tod schon ist?
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Das mag sich keiner vorstellen –
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deshalb gibt es dazu bisher i.a.
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nur die zwei üblichen Parteien:
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Religiöse (mein Tod = Aufstieg)
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und Materialisten (Tod = Ende)
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N.B.1 ...und Letztere belächeln Erstere dann gerne als Softies.
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N.B.2 Aber hartes Gegenteil wäre der Abstieg, nicht das Ende!
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28.11.2025, zuletzt editiert am 29.11.2025
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215) Der ewige Leidensweg des idealistischen Pessimisten, zu 1), 10), 44), 76) und 136)
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Das Sein ist ein universelles Bewusstseinsfeld, sich selbst ohne Unterlass in Erregung versetzend.
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Das Nichts i.S.v. reinem Sein bzw. Stille lässt sich da leider in praxi nicht herstellen, bleibt Theorie.
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Das Nichts i.S.v. Nichtsein lässt sich da leider noch nicht einmal in theoria herstellen, bleibt Ideal.
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28.11.2025, zuletzt editiert am 29.11.2025
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214) Nichts gegen den Mind at Large, zu 1), 31), 33), 42), 113) und 173)
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Der M@L lässt uns dissoziierte Personen leiden, aber dafür muss jede von uns nur endlich dasein, während er ewig dasein muss.
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N.B. Aus unserer Erfahrung wird er klug!?
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26.11.2025, zuletzt editiert am 27.11.2025
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213) Schlechte Ewigkeit vs. böse Ewigkeit, zu 31), 69), 70), 104), 155), 159), 171) und 172)
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Von den aus Sicht des größten Optimismus (gute Ewigkeit) drei Möglichkeiten des Pessimismus (gute Endlichkeit, schlechte Endlichkeit und schlechte Ewigkeit) ist mein Pessimismus derjenige der schlechten Ewigkeit.
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Aber die schlimmste Möglichkeit wäre m.E. ein Pessimismus der bösen Ewigkeit unter einem sadistischen Schöpfergott, der uns mit vollster Absicht auf ewig quält und größtes Vergnügen hat am Leiden seiner Geschöpfe.
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N.B. Immerhin stellt der Tod ein mögliches Ende unserer Qualen in Ausicht. Aber der traditionelle Monotheismus droht mit der Heraufkunft einer Hölle, welche den gequälten Geschöpfen auch noch jenen letzten Trost versagt.
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25.11.2025
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212) Schlechte Zeit für Optimisten?
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Dass sich die Pessimisten von Optimisten umzingelt sehen, ist ja naheliegend,
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aber Optimisten, die sich von Pessimisten umzingelt sehen, sind selber welche.
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25.11.2025
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211) Free Speech statt Slippery Slope, zu 210)
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Das Verbot der Sünde in Gedanken, Worten und Werken ist durch eine vernünftige Moral zu ersetzen, welche Sünden in Gedanken zur Gänze erlaubt bzw. Sünde in Worten zum allergrößten Teil...
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24.11.2025, zuletzt editiert am 25.11.2025
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210) Negative Gefühle, zu 201), 166), 116), 100), 95) und 14)
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...wie Wut und Traurigkeit sind das normalste von der Welt, weil diese urschlecht ist und allen Anlass dazu gibt.
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Es hat jedoch die längste Tradition, tapfer den Eindruck zu erwecken, das Leben sei viel schöner als es wirklich ist.
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"Keiner mag Miesepeter", also gilt es, Kummer und Schmerz zu unterdrücken bzw. nicht zu beachten.
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Dabei verbietet vernünftige Moral uns gar nicht, negative Gefühle zuzulassen, "nur" ihre Umsetzung in verbotene Taten.
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Der Ausweg besteht darin, harmlose Möglichkeiten zu finden, jene auszudrücken, statt sie zu verdrängen.
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Zwar wurden tatsächlich zahllose solche Ausdrucksmöglichkeiten gefunden, aber nun kommt das Fatale:
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Positivdenkende, die ihre negativen Gefühle nicht wahrhaben wollen, behaupten mit festgezurrtem Lächeln,
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es seien ja gerade die Vertreter des kathartischen Als-Ob, welche damit alle auf dumme Ideen brächten,
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und unversehens werden jene als Sündenböcke bezichtigt, die angeblich vormals urgute Welt zu verderben...
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24.11.2025
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209) Himmelfahrtskommandos, zu 182), 118), 67) und 19)
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Optimistische Pragmatiker tadeln, pessimistische Daseinsverneinung sei nur Gejammere, das keinen weiterbringe.
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Aber m.E. liegt viel zu wenig Augenmerk auf der ethisch gebotenen Richtigstellung, dass die Welt besser nicht wäre.
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Von Schönfärbern auf Himmelfahrtskommandos geschickt, agieren die Menschen unter falschen Voraussetzungen.
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Der Zweck heiligt die Mittel? Ich meine, dass so selbst die ehrgeizigsten Gebilde auf tönernen Füßen stehen.
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23.11.2025, zuletzt editiert am 24.11.2025
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208) Das Trennen des Daseins in einen guten und einen schlechten Anteil scheitert..., zu 205), 143), 140), 67) und 1)
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...also unternehmen Schopenhauer und Nietzsche zwei gegensätzliche Ablösungen von unserer moralischen Tradition:
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Schopenhauers Position ist die generelle Daseinsverneinung, Nietzsches die generelle Daseinsbejahung.
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N.B. Im Sterben hält man mit Ersterem zum vergänglichen Intellekt, mit Letzterem zum unvergänglichen Willen.
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21.11.2025, zuletzt editiert am 22.11.2025
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207) Lebenshilfe in der Normalität des misslingenden Lebens, zu 30)
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Aus den wenigsten Apfelblüten werden einmal Äpfel, geschweige denn Apfelbäume.
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Deprimierend oder tröstlich, dass ein gelingendes Leben nur so wenigen vergönnt ist?
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Weicht die Verzweiflung der Hoffnung, wenn man aufs Ganze statt auf die Einzelnen schaut?
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N.B.1 Ist es zynisch, ungerecht verteiltes Leid als Opfer fürs große Ganze zu rechtfertigen?
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N.B.2 Und wenn den Einzelnen solche Lehren wirklich helfen? Paradoxes Gelingen?
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20.11.2025, zuletzt editiert am 21.11.2025
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206) The grass is always greener on the other side, zu 173), 113) und 91)
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Gott flüchtet ins Partikulare,
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der Mensch gen All-Einheit.
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20.11.2025
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205) Sturm oder Stille, zu 204), 195), 190), 55) und 43)
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Wenn das Dasein einem stürmischen Gewässer gleicht, kann man nicht für die Wellengipfel und gegen die Wellentäler votieren – entweder man votiert für den Sturm und "nimmt das Gute mit dem Schlechten", oder man votiert für die Stille. Ich bin Quietist.
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N.B. Das Bild passt auch hinsichtlich seiner Asymmetrie – die Schnittlinien zeigen spitze Gipfel und breite Täler, der tiefe Flächenanteil ist viel größer als der hohe, was dem Pessimismus Rechnung trägt: oben sein bleibt die Ausnahme, unten sein die Regel.
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20.11.2025
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204) Moralische Empörung, zu 200), 187), 174), 148), 115), 103), 34) und 26)
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Wenn mich Taten besonders empören, dann weil ich sie für schädlich halte UND ihre Notwendigkeit einfach nicht einsehen kann.
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Verständnis kann ich umso eher aufbringen, je besser ich die Notwendigkeit schädlicher Taten persönlich nachvollziehen kann.
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Die Unterstellung, meine Empörung sei umso größer, je mehr ich dieses Schädliche selber gerne tun würde, ist m.E. falsch.
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Ich behaupte umgekehrt: je mehr ich das Verlangen nach der schädlichen Tat auch in mir spüre, desto weniger empört sie mich.
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N.B. C. G. Jung scheint mir aber zu behaupten, meine moralische Empörung resultiere typischerweise aus meinem eigenen Schatten, welchen ich auf andere projiziere, und es gelte, diesen Schatten wahrzuhaben und in meine Persönlichkeit zu integrieren. Im Endeffekt gelte es also, ALLES in sich zu finden bzw. zu integrieren, gut und böse? Dies wäre m.E. ein nietzscheanisches Ja zum ganzen Sein, welchem ich mich nicht anschließen kann. Ich ziehe vielmehr im Gegenteil nach Schopenhauer das Nein zum ganzen Sein vor, wenn gut und böse nun einmal nicht zu trennen sind bzw. wir nicht nur das Böse von uns weisen können.
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19.11.2025
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203) Mehr Angst vor dem Tod als vor dem Sterben, zu 15), 42), 54), 58), 141), 193) und 194)
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Keine Angst vor dem Tod, aber vor dem Sterben? Nein, ist bei mir eher umgekehrt.
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Zwei Nahtoderlebnisse haben mir Zuversicht gegeben, dass der Übergang in den rein seelischen Zustand ohne Körper und Geist (i.S.v. Intellekt) schnell gehen kann.
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Was allerdings geschieht, wenn dieser Sterbeprozess vorbei ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich kann mir kaum vorstellen, wie es dem Mind at Large geht.
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Zu wenig Angst vor dem Tod liegt am ins positive Extrem übertriebenen religösen bzw. materialistischen Jenseitsmodell (Himmel bzw. Nichts).
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Zu viel Angst vor dem Tod liegt am ins negative Extrem übertriebenen religiösen bzw. antimetaphysischen Jenseitsmodell (Hölle bzw. völlig Ungewisses).
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(Wobei der Optimist gegenteilig zum Pessimisten das materialistische Modell als hoffnungslos und das antimetaphysische Modell als hoffnungsvoll empfinden mag.)
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Die Beschäftigung mit plausibleren philosophischen Jenseitsmodellen sollte uns realistischer machen – m.E. etwa der analytische Idealismus nach Kastrup.
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17.11.2025, zuletzt editiert am 18.11.2025
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202) Das Leid überwiegt, zu 201), 160), 138) und 81)
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Besser nichtsein,
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das Leid überwiegt.
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Was ist mit Überwiegen gemeint?
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Dass die Summe des Leides für nahezu alle leidensfähigen Wesen überhalb der gefühlten Fifty-Fifty-Marke zu liegen kommt, da bin ich mir als Pessimist sehr sicher.
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N.B. Empirische Untersuchungen bestätigen, dass die Häufigkeit (objektiv zufällig abgefragter und daraufhin) subjektiv negativ bewerteter Lebensmomente überwiegt.
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Aber darüber hinaus geht es mir ums Prinzip, eindrücklich formuliert bei Dostojewski: die höchste Harmonie ist nicht einmal die Tränen eines gequälten Kindes wert.
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N.B. Ein Optimist hingegen sagte mir einmal, allein schon der Spaß mit seinen Kindern an den Fernsehsendungen von Loriot vermochte all sein Lebensleid aufzuwiegen.
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17.11.2025, zuletzt editiert am 20.11.2025
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201) Drei Zugeständnisse des idealistischen Pessimisten, zu 44), 77), 88) und 166)
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Es bleibt dabei: die primäre Erkenntnis des idealistischen Pessimismus besteht in der moralischen Feststellung, das Dasein wäre besser nicht.
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N.B. Unzweifelhaft richtig ist das zwar nur, wenn es nichts Gutes bzw. nur Schlechtes gibt, überwiegend richtig jedoch, wenn das Schlechte überwiegt.
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Nichtsein ist aber laut idealistischer Ontologie unmöglich, deshalb besteht das erste Zugeständnis darin, statt des Nichtseins das reine Sein anzustreben.
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Soweit wir aber nicht einfach ruhig bleiben können, sondern gemäß unserer Natur etwas tun müssen, geht es zweitens darum, dass die Taten gute seien.
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Soweit wir aber auch den bösen Drang nicht unterdrücken können, sondern ein Ventil dafür brauchen, bleibe es drittens beim kathartischen Als-Ob.
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17.11.2025, zuletzt editiert am 20.11.2005
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200) Philosophischer Fortschritt, zu 204), 187), 174) und 115)
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Nach Kant und Schopenhauer kommt für mich nicht Nietzsche, sondern lange nichts und dann Kastrup.
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Aber obwohl Kastrup Nietzsches Philosophie ablehnt, ist mir bei ihm mit C. G. Jung zu viel Nietzsche drin.
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Nein zu Jungs Idee eines Ja zum Schatten, der uns moralisch herausfordert und den es zu integrieren gilt.
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N.B. Mag aber gut sein, dass ich Jungs Annäherungsversuche an die dunkle Seite falsch verstanden habe.
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17.11.2025, entfallen am 16.11.2025
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199) Im Gedenken an all die mir wieder entfallenen Gedanken, zu 138)
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Passiert mir leider andauernd: ich habe einen Gedanken und will ihn wenig später aufschreiben, aber an der Tastatur sitzend halte ich plötzlich inne und stelle fest: er ist mir wieder entfallen.
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199) wäre wieder so einer gewesen und soll hier stellvertretend stehen für all solche. Meine Trauer über die Entfallenen ist viel unangenehmer als meine Freude über die Erinnerten angenehm.
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16.11.2025
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198) Je regrette tout, zu 197) und 20)
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Je ne regrette rien, ein geflügelter Satz von leichtlebigen Hedonisten für ebensolche.
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Seh ich anders, das meiste hätte mit mehr Zeit zum Überlegen besser laufen können.
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Und noch besser wäre, von vornherein alles zu vermeiden: better never to have been.
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N.B. Am besten wäre, alles wäre gut, oder? Aber sogar das streiten wieder welche ab.
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16.11.2025, zuletzt editiert am 29.03.2026
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197) Warum die Goldene Regel nicht positiv formuliert ist, zu 196), 182), 26) und 22)
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Warum heißt es:
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Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu,
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und nicht etwa:
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Behandle andre so, wie du selbst gern behandelt werden möchtest?
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Weil pursuit of happiness
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viel weniger dringlich ist als
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die Vermeidung von Leid!
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N.B. Aus demselben Grund ist Daseinsverneinung gegenüber Daseinsbejahung die moralisch bessere Wahl...
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15.11.2025
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196) Ruhe geben, zu 195)
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Der Aktionist ist Teil des Problems,
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der Quietist ist Teil der Lösung.
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N.B. Binsenweisheiten in einem Satz sind so gut wie immer zu einem oder zwei Dritteln falsch, aber die obige nur zu einem Drittel.
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15.11.2025, zuletzt editiert am 16.11.2025
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195) Neuentstehung statt Wiedergeburt, zu 43), 47), 48), 88), 97), 133) und 194)
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Religionen sind oft verwirrend paradox und es liegt mir fern, da besondere Kompetenz zu beanspruchen, aber als Laie pflichte ich dem (gegenüber älteren indischen Lehren häretischen) Buddhismus in Folgendem bei.
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Statt Wiedergeburt lehrt der Buddhismus Neuentstehung: endliche Lebewesen agieren, und die Kausalketten ihrer Taten resultieren in immer neuem Leben – alles Agieren, nicht nur die Fortpflanzung! Ausweg ist das Nichttun.
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Wenn zur Neuentstehung nicht nur die schlechten bzw. bösen Taten beitragen, sondern alle (siehe Karma), dann ist die erste Tugend nicht guter Aktionismus, sondern Quietismus. Wer schläft bzw. meditiert, sündigt nicht...
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N.B. Vgl. Wasserwirbel: keine Serie von Wirbeln (mit je einem Vorgänger und einem Nachfolger), sondern jeder Wirbel entsteht und vergeht (scheinbar aus dem Nichts bzw. ins Nichts) infolge der gesamten Dynamik, vgl. Feldtheorie.
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15.11.2025
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194) Zur Ruhe zurückfinden, zu 5), 18), 189) und 193)
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Könnte immerhin sein, dass der leblose Mind at Large seine Ruhe will, und wir Lebewesen seine quirligen und deshalb verdrängten bzw. dissoziierten Bewusstseinsanteile sind und in diesem abgetrennten bzw. "sündigen" Zustand reflektierend zur Ruhe zurückfinden sollen!?
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N.B.1 Evolutionär spricht aber dagegen, dass wir Lebewesen mit zunehmender Reflexionsfähigkeit anscheinend erst mal immer aktionistischer werden; als Krone der Schöpfung schicken wir uns an, den Weltraum zu erobern, zerstören aber zugleich unsere Lebensgrundlage.
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N.B.2 Unser Unwissen, wie der M@L fühlt bzw. was er will, kommt daher, dass wir naturgemäß umso weniger Berichte von einschlägigen Bewusstseinszuständen haben, je irreversibler das Sterben bzw. je weiter die Porosität unserer dissoziativen Grenze schon fortgeschritten ist.
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15.11.2025
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193) Stilles Sein, zu 111) und 136)
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Himmel oder Nichtsein zu erwarten wäre unrealistisch bzw. zu viel erstrebt,
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Hölle oder Ungewisses zu erwarten wäre unrealistisch bzw. zu wenig erstrebt,
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das stille Sein in der Mitte der o.g. vier Extreme ist da ein realistischeres Ziel.
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13.11.2025
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192) Unser schönes ewiges Leben, zu 172)
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Womit lebt es sich leichter: wenn aus dem unheilbar hässlichen Leben der Tod angeblich a) erlöst oder b) nicht erlöst?
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Man könnte denken, mit a) lebt es sich leichter, vgl. Lütkehaus in 158) N.B., aber b) erspart evt. quälende Suizidalität.
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Am üblichsten scheint es mir allerdings zu sein, sich weder die Hässlichkeit des Lebens noch den Tod einzugestehen.
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13.11.2025
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191) Besser nein zu allem, zu 190)
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Ja zum Guten und nein zum Bösen,
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aber im Zweifel besser nein zu allem.
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13.11.2025
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190) Ontologische Wirklichkeit und moralische Skrupel, zu 5), 6), 150) und 187)
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So sehr ich mit Kastrups Ontologie des Mind at Large übereinstimme, so wenig kann ich dieses Dasein bejahen i.S.v. "das Gute mit dem Schlechten nehmen".
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12.11.2025
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189) Kinder des Mind at Large, zu 188), 131), 88), 55) und 18)
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Der Mind at Large hat uns nach seinem Ebenbild erschaffen insofern als auch wir in unserem aktionistischen Drang viel mehr Übles als Gutes anstellen.
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Wir sind aber im Gegensatz zum Mind at Large reflexionsfähig und sollten uns im Unterlassen üben, ja sogar dem Mind at Large ein Vorbild darin sein.
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Nur das Üble zu unterlassen und dazu nur das Gute zu tun wäre zwar noch besser, ist mir aber zu illusorisch. Ein zur Ruhe findender M@L wäre genug.
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12.11.2025
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188) Vom Mind at Large zum Gott der Liebe?, zu 187), 169) und 67)
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Kann der Mind at Large zum Gott der Liebe werden?
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Das zu glauben erfordert ja gewaltigen Optimismus!
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12.11.2025, zuletzt editiert am 13.11.2025
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187) Vom Gott der Liebe zum Mind at Large?, zu 31), 33), 48), 115), 150) und 174)
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Kopfmenschen hält man vor, der weiteste Weg sei der Weg vom Kopf zum Herzen.
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Aber Hauptsache ist doch, beide haben Gutes im Sinn und weisen Böses von sich.
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Für mich noch viel weiter wäre der Weg vom Gott der Liebe zum Mind at Large!
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Soll man denn auf letzterem Weg wirklich alles Gute wie Böse in sich selbst finden?
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N.B.1 C. G. Jung ist m.E. näher bei Nietzsche als bei den Herzensmenschen – ja zu allem!?
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N.B.2 Unglaublich, aber Kastrup scheint mit dem M@L durchaus einverstanden!?
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12.11.2025
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186) Alles auf Nietzsche, zu 4) und 134)
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Die Altvorderen wahren Moral UND Optimismus.
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Schopenhauer hat den Optimismus aufgegeben.
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Nietzsche hat gesagt, kommt gar nicht in Frage.
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Und stattdessen einfach die Moral aufgegeben.
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Dann ja noch lieber zurück zur alten Tradition!
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Aber die Welt einigt sich gerade auf Nietzsche.
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11.11.2025
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185) Von minus unendlich auf null, zu 184)
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Die ultimative Höllendrohung der Monotheisten – ewigwährende Feuerfolter – hat uns für alle pessimistischen Jenseitstheorien unterhalb des Nichts verdorben.
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10.11.2025, zuletzt editiert am 12.11.2025
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184) Ontologischer Schock, zu 183), 120), 111), 104) und 58)
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Die bittere Einsicht, dass sowohl in Erwartung von Gottes Paradies als auch in Erwartung der endgültigen Bewusstlosigkeit – also beidenfalls in Erwartung vom Ende jeden Leides – alle möglichen schlimmeren Jenseitsmodelle naiv ignoriert werden, bedeutet wohl einen ontologischen Schock, für den die Menschen inzwischen weniger denn je bereit zu sein scheinen.
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Paradoxerweise mag das daran liegen, dass schon unser Leben im Diesseits
viel härter ist als wir es aushalten könnten, ohne den Kopf in den Sand zu stecken – und da haben wir kollektiv beschlossen, uns unter dem Jenseits lieber das Wunderschönste oder das Nichts vorzustellen, und falls es dann doch anders kommt, ereilt uns dieses Schicksal ja noch früh genug, oder?
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Nein, als Pessimist meine ich, es wäre besser, sich langsam an die nicht unwahrscheinliche Möglichkeit zu gewöhnen, dass der Tod uns eben doch nicht von allem Leid erlöst. Falls wir dem Sein weiterhin – und evt. endlos – ausgeliefert bleiben, wäre es vernünftig, uns nicht zu benehmen, als käme erst "nach uns die Sintflut", welche uns somit nichts mehr anzugehen bräuchte.
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10.11.2025, zuletzt editiert am 11.11.2025
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183) Die Lösung des wichtigsten Problems rückt in immer weitere Ferne, zu 5), 15), 43), 134), und 145)
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So gut wie alle Idealisten, die ich kenne, haben erschütternde mystische Erlebnisse hinter sich, auf theoretischem Weg findet so gut wie keiner vom Materialismus zum Idealismus.
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Aber solange die Menschen glauben, dass sich all ihre Probleme mit ihrem Tod sowieso erledigen, bewegt sich die Welt immer weiter in die gehabte Richtung der Mach(t)gier.
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N.B.
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Früher vergifteten sich die Menschen alle naslang mit Mutterkorn im Brot oder erlitten aus sonst irgendeinem Grund einen krassen Sauerstoffmangel des Gehirns – bingo!
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Heute sind wir kultivierten Menschen stolz darauf, keine mystischen Erlebnisse mehr zu haben – und die wenigen noch vorkommenden lassen wir uns chemisch austreiben.
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10.11.2025, zuletzt editiert am 12.11.2025
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182) Ethischer Universalismus vs. ethischer Relativismus, zu 19), 22), 49), 118), 176) und 178) bis 181)
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Erst mal ist die Moral meines philosophischen Pessimismus eine universalistische.
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Erst mal ist sie ganz einfach: das ganze Sein wäre besser nicht.
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Erst mal ist da nix zu relativieren.
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N.B. Besonnene, an sich haltende, WILLENSVERNEINENDE Moral: Was du NICHT WILLST, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Wagemutige, aus sich herausgehende, willensbejahende Natur: Töte oder stirb.
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10.11.2025
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181) Erkenntnispessimismus bzw. Erkenntnisskepsis, zu 6), 62), 63) und 179)
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Bin ich erkenntnispessimistisch bzw. erkenntnisskeptisch? Kommt drauf an, was mit Erkenntnis seitens Gott und Mensch gemeint ist.
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Der sog. Mind at Large ist nach Kastrup zwar nicht reflexionsfähig und damit jenseits aller Vernunft und Moral, aber fast allwissend.
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Der Mensch ist zwar dissoziiert vom M@L und damit reflexionsfähig bzw. fähig zu Vernunft und Moral, aber vergleichsweise unwissend.
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10.11.2025
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180) Amoralischer Pessimismus und Optimismus, zu 178)
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Der amoralische Pessimist ist ein Unsympath, der schlecht gelaunt sagt: sorry, aber ICH habe die Welt ja nicht (so) gemacht!
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Der amoralische Optimist ist ein Unsympath, der gut gelaunt sagt: sorry, aber ICH habe die Welt ja nicht (so) gemacht!
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09.11.2025, zuletzt editiert am 10.11.2025
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179) Mein philosophischer Pessimismus ist..., zu 160)
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...idealistisch, nicht materialistisch, siehe 58)
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...moralisch, nicht amoralisch, siehe 178)
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...quietistisch, nicht aktionistisch, siehe 133)
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...naturpessimistisch, nicht kulturpessimistisch, siehe 62)
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...pessimistisch bzgl. göttlicher, nicht bzgl. menschlicher Vernunft, siehe 181)
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09.11.2025, zuletzt editiert am 10.11.2025
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178) Amoralischer und moralischer Pessimismus, zu 59) und 62)
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Alle philosophischen Pessimismen sagen nein zum Dasein. Aber der amoralische Pessimismus wehrt sich mit allen Mitteln und will vernichten, der moralische Pessimismus hält Unheil vermeidend an sich bzw. will "ernichten".
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N.B.1 Die Ironie will witzig sein, augenzwinkernd das Böse benennend auf das Gute hinweisen; der Sarkasmus geht weiter und spielt Zynismus; der echte Zynismus ergießt seinen Spott über die in aller Regel chancenlose Moral.
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N.B.2 Ein ironischer Zyniker ist Mephisto: ironisch behauptet er, der verfehlten Schöpfung aus Mitleid einen Gefallen zu tun, indem er sie durch Vernichtung erlöst, tatsächlich aber treibt ihn die maliziöse Lust an der Zerstörung.
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08.11.2025
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177) Künstliches Bewusstsein, zu 175), 101) und 64)
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Falls – was ich nicht glaube – die Materialisten recht haben, und Bewusstsein ist etwas nur vorübergehend aus bewusstlosen Stoffen Zusammengesetztes, dann ist KB evt. in nicht allzu ferner Zukunft möglich, evt. auch leidendes KB. Trotzdem wäre das Allerwichtigste dann zum Glück immer noch kein Problem: das Leid echten wie künstlichen Bewusstseins wäre mit dem Tod bzw. der Verschrottung endgültig vorbei, Suizid jedenfalls die Erlösung!
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06.11.2025, zuletzt editiert am 08.11.2025
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176) "Besser nichtsein!" als Kurzfassung des philosophischen Pessimismus, zu 118), 101) und 70)
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...lässt an Eindeutigkeit leider zu wünschen übrig, denn der Begriff "gut"
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steht gleichermaßen a) für die hohe Moral wie b) für den niederen Vorteil.
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Aber zum Glück trifft "Besser nichtsein!" m.E. hier in beiderlei Hinsicht zu.
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N.B.1 Haben wir diese verwunderliche Doppeldeutigkeit des Guten evt. der Religion zu verdanken? Weil es von jeher ihr dringendstes Anliegen ist, dem Gläubigen ihre kollektive Moral als seinen individuellen Vorteil zu verkaufen?
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N.B.2 Und beim Nichtsein wird es dann noch mal doppeldeutig, weil dieses für Materialisten der Defaultzustand vor jedem Werden bzw. nach jedem Vergehen ist bzw. für Idealisten ein unmöglich zu erreichendes Ideal bleibt.
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06.11.2025, zuletzt editiert am 08.11.2025
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175) Künstliche Intelligenz, zu 177), 101) und 64)
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Wenn KI (wie alles sonst auch) laut Kastrups Ontologie des analytischen Idealismus zwar aus mentalen Zuständen besteht, aber im Gegensatz zu uns Tieren keine mentalen Komplexe nach Art der Integrated Information Theory bilden kann, die privates Bewusstsein und damit persönliche Leidensfähigkeit besitzen, dann ist die heute gängige Dystopie, dass KI uns abschafft, aus meiner Weltsicht des idealistischen Pessimismus vielmehr eine Utopie!
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06.11.2025
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174) Welche bösen Taten scheinen mir verzeihlich?, zu 66), 115) und 166)
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Ich meine: die, welche ich in ihrer Motivation persönlich nachvollziehen kann.
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Je weniger ich sie verstehen kann, desto wütender lassen sie mich zurück.
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Noch wütender mit C. G. Jungs Behauptung, das sei mein eigener Schatten.
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N.B. Na das ist doch der beste Beweis, würden Jungianer hier wohl ergänzen.
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Aber nein: was ich NICHT selber in mir habe, DAS kann ich nicht verzeihen!
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05.11.2025, zuletzt editiert am 06.11.2025
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173) Träumender Gott, zu 5), 6), 24) und 30)
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Ist da in Wahrheit nur der ewige holistisch-EINE einsame suizidale Gott, welcher uns alle in seiner dissoziativen Identitätsverleugnung als Myriade endlicher partikularistisch-pluralistischer Illusionen abspaltet, um so wenigstens vorübergehend die ein oder andere unbeschwerte Daseinsweise zu finden?
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N.B. Erleiden wir etwa via Traumatisierung eine Porosität unserer dissoziativen Grenze, wodurch sich uns in mystischen Erlebnissen Gottes Befindlichkeit mitteilt? Mir kommen die anderen Trauma-induzierten Mystiker i.d.R. so vor, als würden sie sich vor Gottes Wut und Traurigkeit in ihre heilige Verzückung flüchten!
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04.11.2025, zuletzt editiert am 05.11.2025
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172) Ranking der Weltanschauungen nach Wohlbefinden, zu 158), 99) und 16)
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Vielleicht rangiert das unglückliche, für ewig gehaltene Dasein in puncto Wohlbefinden ja gleich auf Platz 2 hinter Platz 1 des glücklichen, für ewig gehaltenen Daseins.
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Denn wer das Dasein für endlich hält, den packt entweder Depressivität wegen des allzu schnell nahenden Endes oder Suizidalität wegen des allzu langsam nahenden Endes.
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30.10.2025, zuletzt editiert am 02.11.2025
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171) Das Nichts des Ostens und des Westens, zu 170), 104), 76), 50) und 18)
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Alte östliche Religionen versprechen den Guten das Nichts (Ausstieg aus dem leidvollen Kreislauf der Wiedergeburten ins Nirwana), neuere westliche Splitterreligionen versprechen den Bösen das Nichts (der Annihilationismus setzt das Nichts an die Stelle der Hölle), und der heutige westliche Materialismus verspricht gar allen das Nichts (biologischer Untergang des Bewusstseins).
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N.B. Ich will jedenfalls möglichst nichtsein, halte das aber für ein ewiges Fernziel, auf das man zudem noch nicht einmal aktiv-exzitatorisch hinwirken kann, sondern nur passiv-inhibitorisch hinwarten...
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23.10.2025, zuletzt editiert am 25.10.2025
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170) Optimistische und pessimistische Ideale, zu 162), 154), 59), 55), 50) und 1)
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Während der emotionale Optimist die Liebe bzw. der rationale Optimist die Vernunft zum höchsten Ziel erkoren hat, ist es beim emotionalen Pessimisten das Nichtsein (Nichts 0) bzw. beim rationalen Pessimisten die Ruhe (Nichts 1).
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N.B. Letztere Unterscheidung meint v.a. den idealistischen Pessimisten: emotional will er das nur vom materialistischen Pessimisten für möglich gehaltene Nichtsein, rational die von ihm selber für möglich gehaltene Ruhe.
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20.10.2025, zuletzt editiert am 21.10.2025
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169) Wär die Welt ein werdender Gott, zu 168), 6) und 1)
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...wären wir Menschen sein Gewissen
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und dies als unsere Rolle abzulehnen
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hieße im Gewissenlosen zu verbleiben
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18.10.2025, zuletzt editiert am 20.10.2025
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168) Willensverneinung, zu 166), 165), 134), 103), 94), 66), 6) und 2)
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Ich denke, man kann den blinden Willen mit dem freien Willen zumindest ein wenig hemmen. Das ist m.E. unsere einzige moralische Chance.
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Ich bedauere, wenn der freie Wille sich als zu schwach erweist, den blinden Willen zu hemmen bzw. dessen Energie sublimierend abzuleiten.
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Wütend macht es mich, wenn einer aus freiem Willen beschlossen hat, den blinden Willen lieber ohne Hemmungen herumtoben zu lassen.
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14.10.2025, zuletzt editiert am 18.10.2025
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167) Warum bin ich kein materialistischer Optimist?, zu 164) und 160)
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a) Wer überwiegend leidet bzw. mitleidet, ist kein Optimist.
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b) Wer mystische Erlebnisse hat, tickt nicht materialistisch.
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N.B. Beides blüht denen, die sich kein dickes Fell zulegen!
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13.10.2025, zuletzt editiert am 14.10.2025
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166) Sündige Gefühle, zu 165)
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...werden einerseits unbedacht verdrängt ("denk nicht mal dran!"), andererseits unbedacht in die Tat umgesetzt ("tu es einfach!").
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Gesünder ist der Mittelweg: das blind Gewollte unvoreingenommen zur Kenntnis nehmen, aber nur sublimiert umsetzen, etwa via Kunst.
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Wir Menschen brauchen dieses Ventil, aber bis heute widersetzt sich manche Frömmigkeit selbst harmlosesten Formen der Katharsis.
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13.10.2025, zuletzt editiert am 14.10.2025
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165) freier Wille vs. blinder Wille, zu 20)
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Das blind Gewollte unbedacht in die Tat umzusetzen ist amoralisch oder gar unmoralisch.
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Das selbstreflektierende menschliche Wesen kommt denkend auf moralische Gesetze.
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Unser freier Wille ermöglicht die Anstrengung, jene so gut wie jedem möglich zu befolgen.
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Für mich heißt das v.a. asketische Tathemmung, quietistisch sein in einer aktionistischen Welt.
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13.10.2025
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164) Allein unter materialistischen Optimisten, zu 58), 61), 105) und 124)
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Persönlich kennengelernt habe ich zuallermeist materialistische Optimisten.
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Ferner viele idealistische Optimisten und wenige materialistische Pessimisten.
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Aber zu meinem Erstaunen bisher bloß einen idealistischen Pessimisten: mich.
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10.10.2025, zuletzt editiert am 11.10.2025
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163) Die beiden großen Enttäuschungen, zu 162), 154), 130), 121) und 120)
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a) Es gibt keinen vernünftigen Gott, der für Gerechtigkeit bzw. Erlösung sorgen kann.
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b) Das Bewusstsein ist nicht endlich, d.h. man kann es nicht loswerden oder aussitzen.
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Unser Dasein ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle, unser Leid bleibt unermesslich.
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N.B. Trotzdem glauben die Menschen stur an das, was fehlt, a) an Gott bzw. b) ans Nichts.
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09.10.2025, zuletzt editiert am 10.10.2025
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162) Suche nach Wahrheit oder Erlösung?, zu 124), 84), 64), 57) und 17)
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Als Pessimist, das Dasein ablehnend, gebe ich ja strenggenommen auch dessen Wahrheit bzw. Weisheit dran, bin eher schlechtgelaunter Phobosoph als gutgelaunter Philosoph.
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Aber bei all ihrer Unwahrscheinlichkeit wäre eine nachhaltige Erlösung vom Leid wohl erst recht unmöglich, wenn man den schonungslos enttäuschenden Pfad der Wahrheit verließe.
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N.B.1 Ist die Wahrheitssuche also nur Mittel zum Zweck der Erlösung? Was mich angeht ja, und zwar umso mehr, je schlechter es mir bzw. der ganzen Welt geht. Stop the suffering!
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N.B.2 Lässt einen die Wahrheitssuche den Sinn im Leiden entdecken? Kommt man so von der alles beherrschenden Sehnsucht nach Erlösung weg? Sieht mir bislang nicht danach aus.
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01.10.2025, zuletzt editiert am 03.10.2025
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161) Überschneidung von landläufigem und philosophischem Optimismus bzw. Pessimismus, zu 130), 158) und 160)
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Weil Optimismus bzw. Pessimismus landläufig für eine positive bzw. negative Erwartungshaltung hinsichtlich der Zukunft steht, begreift man intuitiv vielleicht eine Philosophie, welche das Dasein zwar positiv bewertet, aber mit dessen Ende im Tod rechnet, als pessimistisch, und eine Philosophie, welche das Dasein zwar negativ bewertet, aber mit dessen Ende im Tod rechnet, als optimistisch.
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01.10.2025, zuletzt editiert am 02.10.2025
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160) Definition von philosophischem Optimismus und Pessimismus, zu 158)
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Wenn die Bewertung des Daseins im positiven Bereich zwischen Nichts und Himmel bzw. im negativen Bereich zwischen Nichts und Hölle zu liegen kommt, spricht man von philosophischem Optimismus bzw. Pessimismus.
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N.B. Ein extremer Optimist stellt den negativen Bereich oder sogar alles außer dem Himmelsextrem in Abrede, ein extremer Pessimist stellt den positiven Bereich oder sogar alles außer dem Höllenextrem in Abrede.
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01.10.2025, zuletzt editiert am 02.10.2025
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159) Drei zu eins für den Pessimismus bzw. für den Optimismus, zu 158)
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Außer den unglücklichen Pessimisten und den glücklichen Optimisten gibt es die, welche das angeblich ins Haus stehende Nichts bedauern bzw. sogar für das größte Unglück halten, und die, welche das angeblich ins Haus stehende Nichts begrüßen bzw. sogar für das größte Glück halten – bezeichnend, dass ich als unglücklicher Pessimist fast dazu neige, alle beide für Optimisten zu halten, während dem glücklichen Optimisten alle beide als Pessimisten erscheinen mögen.
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30.09.2025, zuletzt editiert am 01.10.2025
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158) Optimistisches und pessimistisches Paradox, zu 128) und 44)
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Glückliche Optimisten lieben das bewusste Dasein und halten es für unendlich.
Unglückliche Optimisten lieben das bewusste Dasein, halten es aber für endlich...
...und evt. wird ihre Todesdepression sogar zum vorherrschenden Gefühl
–> optimistisches Paradox.
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Unglückliche Pessimisten hassen das bewusste Dasein und halten es für unendlich.
Glückliche Pessimisten hassen das bewusste Dasein, halten es aber für endlich...
...und evt. wird ihre Todeseuphorie sogar zum vorherrschenden Gefühl
–> pessimistisches Paradox.
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N.B. Lütkehaus empfiehlt, sich auf das Nichts (i.S.v. Nichtmehrdasein) im Tod zu freuen und diese Vorfreude in Ruhe zu genießen.
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21.09.2025
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157) Das Nichts..., zu 156)
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...ist – und bleibt leider – das, was nicht ist...
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20.09.2025, zuletzt editiert am 21.09.2025
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156) Ideal schiene mir..., zu 154)
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...entweder das Schlechte bzw. Böse oder sicherheitshalber gar alles wäre endgültig weg.
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Das müssen m.E. aber leider Ideale bleiben – es gilt, Ruhe zu bewahren, orientiert an diesen Idealen.
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Der demütige Spirituelle hingegen will EINverstanden sein, bedingungslos jasagen zum ganzen Sein.
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18.09.2025
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155) Drei Abstürze gen pessimistische Wahrheit, zu 58)
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Unser Dasein ist...
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gut & ewig
v
gut & endlich
v
schlecht & endlich
v
schlecht & ewig
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14.09.2025, zuletzt editiert am 18.09.2025
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154) Bin ich religiös?, zu 89) und 52)
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Es gibt m.E. zwei Ausprägungen von Religiosität:
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a) Die stärkere ist die, wo Menschen ihre Ideale (heile Welt, endgültiges Nichts i.S.v. Bewusstlosigkeit bzw. ganz zur Ruhe gekommenes Bewusstsein) für realisierbar halten. In diesem Sinn bin ich nicht religiös –> areligiöser Pessimist.
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b) Die schwächere ist die, wo Menschen ihre Ideale für nicht realisierbar halten und sich nichtsdestotrotz daran orientieren, was einen leidvollen Weg mit unerreichbaren Zielen bedeutet. In diesem Sinn bin ich religiös –> religiöser Pessimist.
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N.B. Und dann gibt es noch diejenigen areligiösen Pessimisten, welche ihre Ideale aufgeben und zur bösen Seite wechseln, weil sie es satt haben, als die ewigen Verlierer dazustehen. Das ist traurig, aber verständlich – die Welt legt es nahe.
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12.09.2025, zuletzt editiert am 13.09.2025
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153) Seinsvereinnahmendes Leid, zu 58)
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Wer genug bzw. zuviel Leid erfahren hat,
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wird vom Optimisten zum Pessimisten –>
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kehrt seine Wertung von Sein&Nichts um:
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vom positiven Sein und negativen Nichts
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zum negativen Sein und positiven Nichts.
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10.09.2025, zuletzt editiert am 11.09.2025
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152) Bewusstlosigkeit vs. Allbewusstsein, zu 151), 150), 15) und 1)
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Der emotionale Wille mag die Bewusstseinserweiterung (–> gen Himmel und Hölle aufgehende Schere) bejahen, der rationale Intellekt aber verneint sie bzw. bejaht die Bewusstseinsverengung (–> gen Nichts zugehende Schere).
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Evt. verweigert sich i.a. sogar der Intellekt den eigentlich plausiblen ontologischen Argumenten für den Idealismus, weil der Tod nur in der Version des Materialismus uns vom Leben Entsetzten ausreichend Trost zu spenden vermag.
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09.09.2025
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151) Entwicklung zum Besseren?, zu 150)
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Geht es uns heute besser als den Menschen früher?
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Mag sein, doch in summa ist das Leid m.E. am Zunehmen!
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Also lieber die materialistische Endlichkeit als die idealistische Unendlichkeit.
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Wenn ich es mir aussuchen könnte: besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
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09.09.2025, zuletzt editiert am 10.09.2025
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150) Emanzipation vom Mind at Large, zu 149), 148), 90) und 1)
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Ontologisch stimme ich mit Kastrup überein, mir sind bislang kaum plausible Gegenargumente zum analytischen Idealismus eingefallen.
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Aber ich bewerte das große Ganze negativ, sage nein zum Sein bzw. will mich nicht "von der Natur spielen lassen wie eine Violine".
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Halte es rational mit dem Intellekt statt emotional mit dem Willen – idealiter mit Ersterem nichts werden statt mit Letzterem eins.
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08.09.2025
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149) Abstieg vom Wunsch zur Wirklichkeit, zu 141), 97) und 42)
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Viele hoffen noch auf einen guten Gott und sein himmlisches Paradies, obwohl sie eigentlich schon längst davon ausgehen, dass leider die materialistische Weltanschauung mit ihrem bewusstlosen Nichts im Tod zutrifft.
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Ebenso hoffe ich noch auf das Zutreffen des Materialismus mit seinem Nichts im Tod, obwohl ich eigentlich schon längst davon ausgehe, leider vom Mind at Large (siehe analytischer Idealismus) reassoziiert zu werden.
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N.B. Ich frage mich, ob es dem Initiator und Hauptvertreter des analytischen Idealismus Kastrup nicht auch viel lieber wäre, wenn die Materialisten mit ihrer Vorstellung vom bewusstlosen Tod doch recht hätten.
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04.09.2025, zuletzt editiert am 08.09.2025
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148) Der große und der kleine Nichtswille, zu 80), 59), 53) und 1)
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"Wer das Nichts will, will die Macht" – dieser Satz von Pasolini hört nicht auf mich zu empören, seit ich ihn vor langer Zeit entdeckt habe.
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Da soll das Individuum devot sich ins große Ganze fügen statt dominant dessen großen definitiven Ausschalthebel umlegen zu wollen.
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Ich halte mich an die m.E. moralisch korrekte Forderung des Individuums nach einem kleinen sicheren Ausknopf für sein kleines Ganzes!
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"Wer das Nichts will, verabscheut die Macht" –> statt Selbstermächtigung oder zurück ins kollektive Sein vorwärts ins individuelle Nichts!
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04.09.2025
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147) Ist die Philosophie fertig?, zu 146), 134) und 4)
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Könnte die Leibnizsche Frage der Theodizee bzw. ihre unbefriedigende Antwort ("Wir leben in der besten aller möglichen Welten") und die darauf folgende Schopenhauersche Daseinsablehnung schon das Ende der primär moralorientierten Philosophie gewesen sein, welche seit Sokrates florierte?
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Kehren die Menschen mit Nietzsche zurück in vormoralische Zeiten, wo alle Lebewesen wieder Täter mit dem Willen zur Macht sind, die höchstentwickelten Räuber stets auf der Suche nach Allianzen mit anderen Starken bzw. nach gemeinsam zu schlagender Beute, triumphal statt mitleidig?
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30.08.2025
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146) Zurück zur Natur?, zu 140), 80) und 53)
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Es hat sich nur sehr langsam herumgesprochen, dass mit dem Erlöser Gott i.S.v. höchster Vernunft und Moral nicht wirklich gerechnet werden kann.
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Wie lange braucht es wohl noch bis zur kollektiven Einsicht, dass auch der Erlöser Tod i.S.v. endgültiger Bewusstlosigkeit eher Wunschdenken ist?
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Und wie wird die Menschheit wohl darauf reagieren? Ich fürchte, sie wird sich wieder dem blinden Willen der Natur anbiedern und die Kultur aufgeben.
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28.08.2025, zuletzt editiert am 29.08.2025
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145) Sterben heißt Delokalisieren, zu 43) und 5)
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Wer stirbt oder sonstige mystische Erlebnisse hat (z.B. via Psychedelika), dessen privates Bewusstsein erweitert sich dabei gen universelles Bewusstsein; mit dem endgültigen bzw. vorübergehenden Nachlassen der Gehirnaktivität verliert er das "Eingetuntsein" auf seinen personalen Kanal (es müsste also "drop out and tune OUT" heißen), d.h. das Beschränktsein auf seine nur sehr ausschnitthafte kategoriale Wahrnehmung in Raum und Zeit; er delokalisiert bzw. geht auf im transpersonalen Stream des Mind at Large jenseits von Raum und Zeit.
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N.B. mit Begriffen aus der Quantenmechanik: für den ontologischen Idealisten bleibt es ontisch bei der objektiven Wirklichkeit bzw. Realität als sog. Superposition all ihrer Möglichkeiten, ein sog. Kollaps der Wellenfunktion findet nur epistemisch in der subjektiven Wahrnehmung statt; für den ontologischen Materialisten hingegen findet der Kollaps der Wellenfunktion objektiv statt, ausgelöst durch subjektive Beobachtung bzw. Messung – oder er glaubt gar an ein Multiversum, dessen zahllose Universen qua Messung entstehen und je ein Messergebnis realisieren.
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28.08.2025
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144) Wär ja wunderbar, zu 58)
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Oft krieg ich gönnerhafte Tonlagen zu hören wie: wär ja wunderbar, falls du recht hast und der Tod ist nicht das Ende – als Wissenschaftler sag ich dir aber, der Tod ist leider das Ende!
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Dann bin ich versucht, gönnerhaft zu antworten: wär ja wunderbar, falls du recht hast und der Tod ist das Ende – als Nahtoderfahrener sag ich dir aber, der Tod ist leider nicht das Ende!
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24.08.2025, zuletzt editiert am 27.08.2025
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143) Opfer oder Täter?, zu 142), 140) und 1)
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Sind wir Opfer der verfehlten Schöpfung seitens eines blinden Willens oder erschaffen wir uns etwa andauernd sehenden Auges selbst (Autopoiese)?
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Der Wille ist unsterblich und der Intellekt sterblich, also geht es weiter mit der unreifen Selbstschöpfung, weil der Intellekt immer wieder neu starten muss.
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Der blinde Wille ist die allgemeine Basis und der draufgesetzte Intellekt sieht erst im reiferen Zustand, dass wir moralischerweise besser gar nicht da wären.
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N.B. Als freiwilliges Opfer identifiziere ich mich mit dem Intellekt und ziehe die moralische Daseinsverneinung der amoralischen Daseinsbejahung vor.
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23.08.2025, zuletzt editiert am 02.09.2025
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142) Monistische Ontologien, zunehmend düster
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Wenn wir in einem mathematisch basierten Universum leben, ist da alles in bester Ordnung; das scheinbare Chaos setzt sich aus lauter perfekten Anteilen zusammen.
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Wenn wir in einem physikalisch basierten Universum leben, geht da alles mit rechten Dingen zu; Bewusstsein ist eine falsche Annahme oder eine winzige Ausnahme.
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Wenn wir in einem biologisch basierten Universum leben, steht da alles unter der Fuchtel einer amoralischen Evolution; aber auf unsere Vergänglichkeit ist Verlass.
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Wenn wir in einem psychologisch basierten Universum leben, regiert da leider nicht die Verlässlichkeit, sondern die Willkür; und zwar bei ärgstem Pech auf ewig.
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Wenn wir in einem soziologisch basierten Universum leben, gibt es da keine Opfer, sondern nur Täter; soziale Agenten im ewigen Krieg der vergänglichen Machtkomplexe.
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21.08.2025, zuletzt editiert am 23.08.2025
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141) Endliche Probleme sind sekundär
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Wenn die Materialisten mit ihrer Ontologie recht haben, was ich inständig hoffe, dann erledigt sich das Problem der leidenden Welt von ganz allein.
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Wenn hingegen die Idealisten mit ihrer Ontologie recht haben, was ich nach zwei Nahtoderfahrungen plausibel finde, dann droht unendliches Leid.
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Falls wir eh verschwinden, wenn wir sterben – gut so! Aber falls nicht: für die Vorsichtigen ist die Suche nach dem Weg ins Nichts schon vorher primär.
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16.08.2025, zuletzt editiert am 17.08.2025
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140) Schopenhauer ist m.E. der fortschrittlichste Philosoph, und Nietzsche der rückschrittlichste, zu 134) und 80)
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Erster Versuch der Naturkorrektur war die Moral der monotheistischen Religionen,
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darauf aufbauender Versuch der Naturkorrektur war die Vernunft der Aufklärung,
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und dann kam Schopenhauer mit seinem Schwenk auf die östliche Philosophie,
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und schließlich Nietzsche mit seinem Backlash auf die Zeit vor der religiösen Moral –
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Nietzsches Postmoderne hat zwar alles im Sturm erobert, indem er uns wieder aus der Moral entlassen hat,
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aber moralisch bleibt Schopenhauer vorne, in seinem System ist alle Religion und Aufklärung enthalten.
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N.B. Mit Schopenhauer UND Nietzsche meine ich, dass Moral und Daseinsbejahung sich ausschließen. Bleibt also moralische Daseinsverneinung oder amoralische Daseinsbejahung – mit Ersterer liegt Schopenhauer m.E. richtig bzw. die östliche Philosophie m.E. von vornherein richtig, mit Letzterer liegt Nietzsche m.E. falsch bzw. die westliche Philosophie m.E. wieder falsch.
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15.08.2025, zuletzt editiert am 20.08.2025
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139) Die Kunst der Optimisten
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...liegt in der wohlwollenden Retusche.
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Für sie hängt der Himmel voller funkelnder Sterne.
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Aber da ist halt bloß Dunkel mit ein paar hellen Pünktchen.
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14.08.2025, zuletzt editiert am 15.08.2025
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138) Hat unsere Befindlichkeit überhaupt eine positive Achse? zu 136) N.B.2
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Dass Glück evt. immer nur von vorübergehender Linderung unseres Leids bzw. vom zeitweisen Beheben eines Mangels herrührt, dass somit unser Befinden stets unter null verharren muss und sich nur von größeren auf kleinere Negativwerte verbessern kann, davon künden die neutralen Ideale der Philosophiegeschichte: das Nirwana im alten Indien, die Seelenruhe im antiken Griechenland, das Schopenhauersche Nichts.
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Mein Pessimismus räumt die Möglichkeit einer positiven Achse unserer Befindlichkeit zwar ein, hält sie aber verglichen mit der negativen Achse für krass und systematisch und unabänderlich unterbesetzt. Soll heißen: Das Schlechte in der Welt überwiegt das Gute einfach bei Weitem. Oder: Das Schlechte in der Welt ist ungleich schlechter als das Gute in der Welt gut ist. Oder: Zu leiden ist viel hässlicher als zu genießen schön ist.
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N.B. Mit dem Zugeben der positiven Achse bedeutet Streben nach bzw. Sich-Bescheiden mit einem neutralen Ideal also das Aufgeben von etwas, das sogar besser ist als dieses Ideal! Aber angesichts der Seltenheit und Niedrigkeit solcher positiven Ausschläge würde ich sie leichten Herzens drangeben – um all den infernalisch stinkenden Mist vergessen zu können, verzichtet man doch auch gern auf die paar darauf gedeihenden Rosen...
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12.08.2025, zuletzt editiert am 13.08.2025
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137) Schopenhauerianische Religiosität, zu 61), 105) und 124)
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Alle philosophischen Pessimisten, die ich je getroffen habe, sind ontologische Materialisten.
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Alle ontologischen Idealisten, die ich je getroffen habe, sind philosophische Optimisten.
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Philosophie –> Religion à la Schopenhauer ist heute selten geworden.
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Seine Kombination aus philosophischem Pessimismus und ontologischem Idealismus war mal populär.
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Aber an einer Renaissance zu arbeiten wär arg optimistisch ;)
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11.08.2025, zuletzt editiert am 15.08.2025
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136) Drei Modelle der Erlösung, zu 55)
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Am besten aber unwahrscheinlichsten ist m.E. die Erlösung nach Art der optimistischen Idealisten: das universelle Bewusstseinfeld schwingt in absoluter Harmonie
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Weniger gut aber wahrscheinlicher ist m.E. die Erlösung nach Art der Materialisten: Nichtsein i.S.v. absoluter Bewusstlosigkeit, unmöglich aus Sicht der idealistischen Ontologie
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Am schlechtesten aber bei aller Unwahrscheinlichkeit am wahrscheinlichsten ist m.E. die Erlösung nach Art der pessimistischen Idealisten: reines Sein i.S.v. zur völligen Ruhe gelangtem Bewusstsein
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N.B.1 Dass der philosophische Pessimismus recht hat (und der Optimismus nicht), dessen bin ich mir noch sicherer als dass der ontologische Idealismus recht hat (und der Materialismus nicht), daher obige Reihenfolge.
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N.B.2 Die vedantischen Meister unterscheiden meines Wissens nicht zwischen dem Glück (Ananda, Bliss) von Harmonie bzw. Ruhe – wenn sie recht haben, fallen das erste und das dritte Modell in eins
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03.08.2025, zuletzt editiert am 04.08.2025
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135) Recht auf Erlösung
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Erlösendes Paradies klingt zwar noch verlockender als erlösendes Nichtsein, aber während Ersteres eine unverdiente Gnade wäre, für die ich dankbar sein müsste, stünde mir Letzteres m.E. zu.
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Ich hoffe also, die Materialisten haben wider Erwarten recht und mich ereilt im Tod das endgültige Nichtsein – ich befürchte aber unendliche Prozesse, schon die gen Himmel, erst recht die gen Hölle.
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31.07.2025, zuletzt editiert am 11.12.2025
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134) Aus Gründen der Vernunft und Moral: Willensverneinung bzw. Machtverzicht
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Unsere Epoche ist erfüllt vom Kampf zwischen chauvinistischen Rechts-Nietzscheanern und woken Links-Nietzscheanern.
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Nietzsche ist m.E. falsch abgebogen mit seiner Bejahung des Machtwillens, also besser zurück zu bzw. weiter mit Schopenhauer...
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... BTW ein viel kleinerer Backlash als der von Nietzsche, welcher die Entwicklung von Sokrates bis Schopenhauer verwarf.
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30.07.2025, zuletzt editiert am 01.08.2025
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133) Aktionistische –> quietistische Moral
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Es gibt nichts Gutes, außer man tut es?
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Vorrangig Schlimmes unterlassen!
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N.B. vgl. Primum non nocere.
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21.07.2025, zuletzt editiert am 25.07.2025
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132) Optimistische und pessimistische Hoffnung, zu 128) und 130)
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Die Optimisten hoffen, dass die Idealisten recht haben und unser Dasein im Tod nicht endet. (Die idealistischen Optimisten können das auch wirklich glauben, die materialistischen Optimisten nicht.)
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Die Pessimisten hoffen, dass die Materialisten recht haben und unser Dasein im Tod endet. (Die materialistischen Pessimisten können das auch wirklich glauben, die idealistischen Pessimisten nicht.)
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N.B.1 Materialistische Optimisten unterstellen idealistischen Optimisten, dass sie nur deshalb Idealisten sind, weil ihnen die Hoffnung, dass unser Dasein im Tod nicht endet, den Verstand trübt.
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N.B.2 Idealistische Pessimisten unterstellen materialistischen Pessimisten, dass sie nur deshalb Materialisten sind, weil ihnen die Hoffnung, dass unser Dasein im Tod endet, den Verstand trübt.
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21.07.2025
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131) Ist das Ziel Stille wirklich näher als das Ziel Harmonie?, zu 55), 106), 118) und 127)
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Es macht doch zumindest den Eindruck! Der inkompetente Dirigent kann sein Orchester sichtlich leichter dazu bringen, leiser zu spielen oder ganz innezuhalten, als das kakophonische Durcheinander in ein symphonisches Konzert zu verwandeln.
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N.B.1 Könnte allerdings sein, dass sich beim Leiser-Spielen oder Innehalten auf Dauer ein Drang im Orchester aufstaut, der nicht zu halten ist; dann bliebe eben doch nichts anderes übrig, als sich auf den beschwerlicheren Weg zur Harmonie zu machen.
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N.B.2 Man sollte sich m.E. darüber im Klaren bleiben, dass Stille eine unglaubliche Verbesserung wäre. Aber wir sind leider darauf abgerichtet so zu tun als sei das kakophonische Durcheinander schon ein symphonisches Konzert: fake it till you make it...
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17.07.2025, zuletzt editiert am 20.07.2025
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130) Hoffnungslose Pessimisten?, zu 81), 120) und 128)
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Der landläufige Pessimist hält Happy Ends für schier unmöglich; der philosophische Pessimist votiert – mit Hamlet aus Shakespeare's berühmtem Monolog – für das Nichtsein bzw. gegen das Sein.
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Diese beiden Anschaungen unterscheiden sich einerseits, andererseits weisen sie auf ähnliche Charaktere hin. Beiden pessimistischen Typen wird gerne unterstellt, ihnen mangele es an Hoffnung.
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Hängt wohl davon ab, wie man Hoffnung definiert. Ich meine, beide können / sollen / müssen hoffen, solange sie sich dabei dessen bewusst bleiben, wie schlecht ihre Chancen wirklich stehen.
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N.B. Blauäugige Zuversicht führt geradewegs in die bittere Enttäuschung, Hoffungslosigkeit wiederum wäre unerträglich. Meine Hoffnung ist Sehnsucht: ich erhoffe das Gegenteil des zu Erwartenden.
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16.07.2025, zuletzt editiert am 02.08.2025
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129) Fünf Haltungen zum Tod, zu 128)
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i) Pragmatiker
verdrängen bzw. enthalten sich
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ii) Optimistische Idealisten
halten ihr Dasein für gut & ewig
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iii) Optimistische Realisten
halten ihr Dasein für gut & endlich
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iv) Pessimistische Realisten:
halten ihr Dasein für schlecht & endlich
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v) Pessimistische Idealisten:
halten ihr Dasein für schlecht & ewig
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12.07.2025, zuletzt editiert am 17.07.2025
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128) Fünf Haltungen zum Tod, zu 99), 58), 16) und 1)
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...in der m.E. anzutreffenden Reihenfolge stark abnehmender Häufigkeit:
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i) Pragmatiker
verdrängen, sie erwarten & erhoffen nichts
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ii) Idealistische Optimisten
erwarten das, was sie erhoffen: Ewigkeit
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iii) Realistische Optimisten
erwarten Endlichkeit, aber erhoffen Ewigkeit
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iv) Realistische Pessimisten
erwarten das, was sie erhoffen: Endlichkeit
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v) Idealistische Pessimisten
erwarten Ewigkeit, aber erhoffen Endlichkeit
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11.07.2025, zuletzt editiert am 12.07.2025
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127) Der ungleich kürzere Leidensweg
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Hätte ich die Wahl, dieses eine Leben lang vergeblich gelitten zu haben oder zahllose Leben lang für ein gutes Ziel zu leiden, würde ich Ersteres vorziehen.
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Genau dieses Motiv unterstelle ich dem Materialismus – ich meine, dass hinter dem Erfolg dieser Ontologie die Angst vor der eigenen Unsterblichkeit steckt.
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Wer noch keine mystischen Erlebnisse hatte, kann sich zwar gut am Materialismus festhalten, läuft jedoch größere Gefahr, sein Leiden als vergeblich zu erleben.
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10.07.2025, zuletzt editiert am 11.07.2025
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126) Ist der Materialismus falsch?
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Der ontologische Materialismus nimmt an, dass die Welt aus bewusslosen Grundbausteinen besteht, aus denen wir bewusste Wesen wiederum vorübergehend zusammengesetzt sind.
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Dies bleibt eine Hypothese, deren Motive allerdings naheliegen: die Materialisten sind Herren einer i.a. bewusstlosen Welt, die sie nicht achten müssen, sondern willkürlich nutzen können.
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Dass dies unsere eigene Sterblichkeit verheißt, wird vordergründig bedauert, insgeheim jedoch als religiöser Kern bewahrt, denn Unsterblichkeit in dieser Welt wäre für alle Vernünftigen die Höchststrafe.
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Kann es falsch sein, sich als Herr dieser Welt aufzuspielen, bis man sich vor Alter und Krankheit ins angebliche Nichts verabsentiert? Ja, weil wir die Welt weder gut regieren noch verlassen können!
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N.B. Zumindest deuten darauf meine Nahtoderfahrungen hin: ich erfuhr eine im Diesseits unverfügbare Liebe sowie eine krasse Bewusstseinserweiterung, was mir den Materialismus unplausibel macht.
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10.07.2025, zuletzt editiert am 11.07.2025
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125) Ist die Welt prinzipiell schlecht?
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Das Sein ist, das Nichtsein ist nicht; und das Sein an sich ist ohne Vernunft und Moral.
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Unter den leidenden Seienden bildet sich dann u.a. auch Vernunft und Moral heraus...
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...aber da diese dem Sein nicht prinzipiell zugrundeliegen, sondern vielmehr umgekehrt,...
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...ist die Welt zumindest nicht prinzipiell gut, und das ist m.E. genug, um sie abzulehnen.
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N.B.1 Falls die Welt nicht prinzipiell schlecht ist, könnte man sie vielleicht gut machen?
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N.B.2 Falls nicht nichts sein kann, bleibt nur das Gutmachen, wie fern es auch sei.
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09.07.2025, zuletzt editiert am 10.07.2025
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124) Intersektionaler Schopenhauer, zu 105) und 61)
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Nach Schopenhauer haben sich die Geister geschieden – sofern es heute noch Pessimisten gibt, sind sie keine Idealisten mehr, und sofern es heute noch Idealisten gibt, sind sie keine Pessimisten mehr.
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Sicher die denkbar schlimmste Lage, als Pessimist UND Idealist ausharren zu müssen – nichtsdestotrotz sollte es nach der Wahrheit gehen, und die mutet mich unverändert schopenhauerianisch an.
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07.07.2025, zuletzt editiert am 08.07.2025
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123) Wunschontologie
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Ein mutiger Mensch würde, wenn er selbst bestimmen könnte, was wahr ist, als Ontologie den Idealismus wählen.
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Ein ängstlicher Mensch würde, wenn er selbst bestimmen könnte, was wahr ist, als Ontologie den Materialismus wählen.
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Mir graut davor, die Ewigkeit mit stets vergeblichen Versuchen hinzubringen, im leidigen Dasein heimisch zu werden.
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07.07.2025
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122) Nichtsein doch nicht anstreben?
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Wenn alles aus wäre, wäre das eine Verbesserung.
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Trotzdem ist es evt. dumm, dieses Ziel anzustreben.
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Weil der es suggerierende Materialismus unwahr ist.
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07.07.2025
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121) Vernünftiger und unvernünftiger Pessimismus, zu 118)
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Der Pessimismus hinsichtlich unseres absolut vermalledeiten Status Quo ist vernüftig, da lasse ich mir keine optimistischen Mittel zum Zweck einreden.
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Aber als ontologischer Idealist ist es evt. sogar vernünftig, ein optimistisches Fernziel zu beschließen, über das Materialisten nur lachen können.
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Ich fürchte, meine pessimistische Enttäuschung über die Gegenwart hat auch zu viel Trotz gegenüber der wünschenswertesten Zukunft bewirkt.
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05.07.2025, zuletzt editiert am 07.07.2025
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120) Dasein ist Hölle
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...und nichtsdestotrotz glauben die meisten Menschen ihr Leben lang fest an eines der beiden Ammenmärchen, nämlich dass alles gut wird bzw. dass alles vorbeigeht. Ich selber tue das nicht mehr.
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Aber auch nach Enttäuschung dieser beiden Hoffnungen widerstebt mir der nun anscheinend erforderliche Reifeprozess, mich anzufreunden mit einem Dasein, das weder gut wird noch vorbeigeht.
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04.07.2025, zuletzt editiert am 05.07.2025
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119) Hass auf die Welt
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Kann ich was dafür, wenn ich die Welt mehr hasse als liebe?
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Nein, weil man sich das m.E. nun mal nicht aussuchen kann.
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Zu meiner Erleichterung bleibt mir das Hassen unangenehm.
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Aber ich fürchte, es gibt da auch noch die süchtigen Genießer.
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Keine Gemeinschaft ohne Bullys, die feixend den Hass feiern.
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30.06.2025, zuletzt editiert am 06.07.2025
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118) Moralische Ablehnung des Daseins?
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Schüttet denn nicht das Kind mit dem Bade aus, wer die Welt aus moralischen Gründen für etwas hält, das besser nicht wäre? Ist Moral nicht vielmehr dazu da, die Welt als Sakrosanktes zu bewahren?
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Dieser brisante Widerspruch entsteht m.E. erst durch den Materialismus bzw. sein triviales Nahelegen der Vernichtung von Bewusstsein – für den Idealismus hingegen bleibt das Nichts hehres Fernziel.
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27.06.2025, zuletzt editiert am 29.06.2025
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117) Wut aufs Dasein
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...ist etwas anderes, wenn man nicht (mehr) an den Tod-Notausgang glaubt.
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Der Materialist flieht in den Suizid, der Islamist in den Selbstmordanschlag.
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Der idealistische Pessimist aber schreckt vor so radikalen Schritten zurück.
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Denn ihm erscheint plausibel, dass es im Tod noch mal schlimmer kommt.
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26.06.2025, zuletzt editiert am 27.06.2025
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116) Wohin mit der Wut?, zu 114) und 115)
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Möglicherweise genügt es, sich die Wut einzugestehen und sich zuzugestehen anstatt sie zu verleugnen oder sie sich zu versagen – angeblich wollen Gefühle v.a. gefühlt werden und klingen dann auch wieder ab, ohne dass man sie ausagiert...
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N.B. Um Letzteres zu vermeiden, wird die Wut wohl i.a. weggedrückt mit Drogen bzw. Psychopharmaka, mündet schlimmstenfalls in Suizid oder Amoklauf – sollte das epidemisch werden, liefert 100) m.E. die bislang tabuisierte Erklärung...
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26.06.2025, zuletzt editiert am 28.06.2025
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115) Schatten, zu 78)
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Verbergen wir unsere dunklen Eigenschaften, unseren sog. Schatten nach C. G. Jung, indem wir ihn auf andere projizieren und dann auf diese wütend sind statt uns selbst in Gänze anzunehmen?
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Das ist mir schon zu nietzscheanisch gedacht, ich denke vielmehr, dass wir Opfertypen zu Recht wütend sind auf die Tätertypen im Sinne einer Reaktion auf deren unmoralische Daseinsbejahung.
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Na sicher ärgert es mich, wenn einer d'accord damit oder sogar begeistert davon ist, nach seinem Vorteil statt nach Gerechtigkeit zu streben, und nur lacht über moralische Daseinsverneinung.
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26.06.2025
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114) Anger Management, zu 88), 95) und 100)
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Es gilt, mit dem aggressiven Aufbegehren richtig umzugehen.
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Die westliche Methode ist aktionistisch –> Selbstermächtigung.
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Die östliche Methode ist passionistisch –> Selbstbesänftigung.
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Dass Letztere arg im Hintertreffen ist, versteht sich von selbst.
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Pessimisten bedauern das, doch Gegenaktion wäre schlimmer.
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24.06.2024, zuletzt editiert am 26.06.2025
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113) Schlechter als nichts, zu 31)
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Die ungerechte Welt ist besser als nichts? Nein, die Erschaffung der Welt aus dem Nichts ("creatio ex nihilo") ist eine Verschlechterung gegenüber dem unangetasteten Nichts. Und vice versa: "Fiat iustitia et pereat mundus."
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Bei unverlöschlicher Ichheit des Schöpfers, noch dazu als ein sich seiner selbst nicht bewusstes Bewusstsein, ist die Erschaffung eines Gegenübers aus Einsamkeit ("creatio ex solitudine") aber evt. verzeihlich.
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N.B. Laut Kastrup leidet der Mind at Large (unbelebter Teil der Natur) nicht, das universelle Bewusstsein (Natur im Ganzen) hingegen schon. Man solle sich nicht wehleidig zu entziehen suchen, das wäre arrogant!?
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21.06.2025
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112) Alternativlos und inakzeptabel
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Das Sein gilt den Idealisten als alternativlos, aber die pessimistischen unter ihnen lehnen es trotzdem ab.
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16.06.2025, zuletzt editiert am 17.06.2025
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111) Soll ich dem Tod vertrauen?
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Glauben an das endgültige Nichts und erst recht an das Paradies wäre m.E. zu viel Todvertrauen.
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Glauben an das völlig Ungewisse und erst recht an die Hölle wäre m.E. zu wenig Todvertrauen.
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Glauben an das weitere Daseinmüssen, anders aber nicht unvergleichlich anders, hält m.E. Maß.
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14.06.2025, zuletzt editiert am 16.06.2025
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110) Pessimist, Moralist, Idealist
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Wenn ich besser drauf bin:
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die Welt ist schlecht,
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wäre besser nicht,
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am besten gut!
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Wenn ich schlechter drauf bin:
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die Welt ist schlecht,
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wäre besser besser,
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am besten nicht!
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09.06.2025
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109) Die üblichen Biases überkompensieren
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Pessimism bias statt Optimism bias,
Omission bias statt Action bias
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08.06.2025
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108) Ohnmächtige vs. mächtige Wut, zu 95)
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Der Determinist glaubt, dass alles so läuft wie es laufen muss.
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Wer an den freien Willen glaubt, sucht und findet Schuldige.
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Wütend sind beide, Ersterer ohnmächtig und Letzterer mächtig.
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N.B. Ich bin Pessimist, der an den freien Willen glaubt, bin aber ohnmächtig wütend, weil ich nicht glaube, dass es mit dem freien Willen weit her ist.
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06.06.2025, zuletzt editiert am 07.06.2025
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107) Den zweiten Schritt nicht vor dem ersten tun
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Sofern der blinde Wille jenseits von Vernunft und Moral das Nichtsein grundsätzlich verhindert, denke ich zähneknirschend über Alternativen nach.
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Aber zuerst bestehe ich auf der Feststellung, dass "creatio ex nihilo" besser unterblieben wäre. Und gegen jene sperrt sich unsere ganze Tradition.
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04.06.2025, zuletzt editiert am 05.06.2025
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106) Mein idealistischer Pessimismus: Resignation ja und nein, zu 26) und 10)
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Es gilt, das nächste moralisch vertretbare Ziel ansteuern, auch wenn es offensichtlich nicht erreichbar ist.
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Das nächste moralisch vertretbare Ziel ist m.E. das Ende des Leids, was m.E. viel näher ist als das Glück.
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Dennoch ist auch das Ende des Leids viel zu weit weg, um ein realistisches Ziel zu sein, aber ich bleibe dabei.
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Ich fühle mich wie in einem Boot, mein selbstgewähltes Ziel ansteuernd, eindringendes Wasser ausschöpfend.
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Höchstwahrscheinlich läuft das Boot voll und geht unter, lange bevor das angesteuerte Ziel erreicht ist.
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Aber ich glaube an den freien Willen des selbstgewählten Ziels und daran, sich optimistischen Lügen zu verweigern.
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Gutgehen könnte das Ganze nur durch ein realistischerweise nicht zu erwartendes Wunder, und dabei bleibt es.
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03.06.2025, zuletzt editiert am 04.06.2025
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105) Himmel für Pessimisten
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Der Himmel für Pessimisten wäre das Nichtsein, das Sein ist für Pessimisten die Hölle.
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Materialistische Pessimisten erwarten jenen Himmel im Tod, idealistische hingegen nicht.
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N.B.1 Wo Nahtoderfahrungen das Bewusstsein erweitern statt verengen, bedeuten sie für Pessimisten bedrohliche Aussichten.
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N.B.2 Auf den Foren der NTEler trifft man m.E. noch weniger Pessimisten als sonst schon, sogar unter NTElern mit höllischen NTE.
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N.B.3 Auf den Foren der Suizidalen trifft man m.E. noch weniger NTEler als sonst schon, NTEler halten Suizid für nicht hilfreich.
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N.B.4 Intersektionalität: die Minderheiten der Minderheiten organisieren sich spät oder nie, so auch Foren für pessimistische NTEler.
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01.06.2025, zuletzt editiert am 02.06.2025
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104) Hölle für alle
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Hölle gibt's nicht oder ist immer nur für andere? Nö, das Spektrum der Jenseitslehren ist breiter:
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Himmel i.S.v. ewiges Glück für alle
(Allversöhnung bzw. Allerlösung)
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Himmel für die einen, Nichtsein für die anderen
(Annihilationismus, z.B. Adventisten)
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Nichtsein für alle (z.B. Materialismus)
– bis hierher noch angenehme Aussichten!
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Himmel für die einen, Hölle für die anderen
(traditionelle Lehre der Großkirchen)
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Hölle i.S.v. ewige Qualen für alle
(Allverdammnis bzw. Allverdammung)
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N.B. Wäre Hölle für alle nicht gerechter als binär Himmel für die einen und Hölle für die anderen?
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01.06.2025
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103) Die wichtigste Freiheit haben wir empörenderweise nicht, zu 37)
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...nämlich die "Freiheit von" dem verdammten Daseinmüssen überhaupt bzw. die Möglichkeit der Entscheidung gegen das Sein und für das Nichtsein.
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Diese "Freiheit von" wird etwa mit demjenigen freien Willen, welchen uns Gott laut gängigem Monotheismus gestattet bzw. aufbürdet, nicht gewährt!
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Auch der meinerseits als gegeben angenommene freie Wille beschränkt sich auf die "Freiheit zu" einer (i.a. vergeblichen) moralischen Anstrengung.
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28.05.2025, zuletzt editiert am 29.05.2025
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102) Wenn es den freien Willen gibt...
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...wovon ich weiterhin ausgehe, dann ist es m.E. gefährlich, den Menschen einzureden, dass es ihn nicht gibt, weil sie dann aufhören, sich moralisch anzustrengen.
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Wenn es den freien Willen aber nicht gibt, dann läuft eh alles wie es laufen muss; dann ist da nichts, was hätte vermieden werden können bzw. was zu bereuen wäre.
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N.B. Der Gedanke "Kein freier Wille? Dann kann ich ja ebenso gut aufhören mich anzustrengen!" ist allerdings Unsinn, denn diese (freie) Wahl habe ich dann nicht.
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27.05.2025
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101) Pessimismus der Endlichkeit oder Unendlichkeit?
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Wenn wir Glück haben, behalten die Pessimisten der Endlichkeit recht, dann fallen wir mit dem Tod in einen bewusstlosen Zustand jenseits von Vernunft und Moral zurück.
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Wenn wir Pech haben, behalten die Pessimisten der Unendlichkeit recht, dann fallen wir mit dem Tod in einen bewussten Zustand jenseits von Vernunft und Moral zurück.
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19.05.2025, zuletzt editiert am 28.05.2025
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100) In unserm Innern...
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...tobt eine gerechtfertigte und doch verdrängte
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Wut über unser grundsätzliches Daseinmüssen,
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besänftigt durch ungerechtfertigte Privilegien,
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betäubt von instantaner Lust am Sinnesrausch,
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umorientiert auf offiziell gehypte Sündenböcke.
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19.05.2025, zuletzt editiert am 20.05.2025
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99) Level der Befindlichkeit, zu 58) und 16)
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- das für unendlich gehaltene Bewusstsein verehren
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- das für endlich gehaltene Bewusstsein gutheißen
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- das für endlich gehaltene Bewusstsein ablehnen
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- das für unendlich gehaltene Bewusstsein verfluchen
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17.05.2025, zuletzt editiert am 24.05.2025
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98) Der Pessimist
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... würde lieber nicht existieren, und basta! Dieses Lebensgefühl entsteht evt. sehr früh und sehr spontan bzw. geht der philosophischen Reflexion evt. weit voraus.
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Zusätzliche philosophische Entscheidungen – für Idealismus oder Materialismus, Moral oder Amoral etc. – bedingen dann, was der Pessimist unternimmt oder unterlässt.
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15.05.2025, zuletzt edititert am 17.05.2025
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97) Pessimistischer Kastrupianer, zu 1)
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Der zu Vernunft und Moral fähige Intellekt kann vorzeitig per Suizid mit sich selber Schluss machen, spätestens aber endet er mit dem natürlichen Tod der Person; der Wille aber endet damit nicht, meint Schopenhauer, sondern wird mit einem neuen Intellekt wiedergeboren. Kastrup verneint auch noch diese Wiederkehr des persönlichen Willens, er sagt: stirbt die Person, verschwindet sie endgültig (gone, "toast") bzw. geht wieder auf im all-einen Willen, nur ihre Erinnerungen bleiben dort gespeichert (wobei Ersteres die Bewusstseinerweiterung während sog. Nahtoderfahrungen bzw. NTE und Letzteres die Jenseitsbotschaften während sog. Nachtodkontakte bzw. NTK erklären kann). Ich bin heute die pessimistische Version eines Kastrupianers: mein persönlicher Intellekt ist endlich und daseinsverneinend, aber er kann sich suizidieren oder stirbt irgendwann eines natürlichen Todes, und dann war's das mit meiner eigenen Person, sie geht auf im transpersonalen Mind at Large jenseits von Raum und Zeit, der unfähig zu Vernunft und Moral unaufhörlich alte Personen reassoziiert und neue Personen dissoziiert.
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14.05.2025
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96) First Things First
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Es gibt Probleme, welche die Weltgemeinschaft vorrangig behandeln müsste, aus vernüftigen bzw. moralischen Gründen, z.B. die Umweltverschmutzung.
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Wegen ihrer materialistischen Panik vor persönlicher Vernichtung haben unsere abenteuerlustigen Welteroberer jedoch anderes auf der Bucket List.
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Tollkühn wollen sie in Sphären vordringen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat, um sich selber noch mal richtig zu spüren, bevor der Sensenmann kommt.
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10.05.2025, zuletzt edititert am 14.05.2025
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95) Wut
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Die Wut des Pessimisten ist eine ohnmächtige, sie ist unweigerliche Reaktion auf sein Ausgeliefertsein an die schlechte Welt, welche er für leider alternativlos hält.
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Mit einem Sündenbock jedoch wird aus solch ohnmächtiger Wut eine mächtige, auszulassen an eben jenem vermeintlich Schuld an der schlechten Welt Tragenden.
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Die Wut des Optimisten ist genau das, die mächtige Wut auf einen Sündenbock – für Ersteren ist die Welt nämlich im Grunde gut, nur Letzterer steht halt im Weg.
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N.B. Können der Pessimist in seiner Resigniertheit und der Optimist in seiner Leidenschaftlichkeit das giftige Gefühl der Wut überwinden? Kaum, das Schlechte ist beharrlich.
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30.04.2025, zuletzt editiert am 07.05.2025
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94) Wollen und Müssen, zu 82)
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Der freie Wille zur moralischen Anstrengung ist das Wichtigste, aber auch das Kleinste.
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Ansonsten ist unser Wollen fast gänzlich ein Müssen, determiniert durch unsere Biologie.
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Hier liegt der pessimistische Freiheitsakt v.a. in der Askese bzw. Willensverneinung.
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30.04.2025
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93) Macht und Schuld
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Ohne freien Willen keine moralische Verantwortung!?
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Die einen streben nach Macht trotz Risiko von Schuld.
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Andere wie ich blieben viel lieber macht- und schuldlos.
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N.B.1 Ich würde gerne glauben, dass es keinen freien Willen gibt und niemand an irgendetwas Schuld trägt, aber ich fürchte, man würde sich gehen lassen...
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N.B.2 Ich halte am freien Willen fest, nicht aus Disziplingründen, sondern aus Evidenzgründen, trotz der physikalistischen und logischen Einwände...
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N.B.3 Aber gut, dass die Philosophie am Evidenten rüttelt – wär ja der Hammer, wenn die Tradition den freien Willen fälschlicherweise unterstellt...
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30.04.2025
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92) Philosophie und Bewusstseinserweiterung
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Inwiefern sollte der Philosoph bereit sein zur Bewusstseinserweiterung?
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Ist spätestens der pessimistische Philosoph immer weniger dazu bereit?
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Und der optimistische Philosoph erweitert nur selektiv mit rosaroter Brille?
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N.B. Im Tod vom M@L reintegriert werden wäre die ultimative Bewusstseinserweiterung ohne Möglichkeit zur Reflexion – da will ich lieber mit begrenztem Bewusstsein weiterdenken...
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27.04.2025
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91) Pessimistische Spekulationen über den M@L
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Ist um das endliche Daseinwollen herum vielleicht ewiges Daseinmüssen?
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Flüchtet sich der M@L etwa in unwissende partikulare Illusionen wie uns?
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So hätten wir allen Grund, den Tod zu fürchten – als schlimmes Erwachen...
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27.04.2025
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90) Vergleich mit Kastrup, zu 48)
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Zwei Abweichungen in meinem Denken zu dem von Bernardo Kastrup, meinem zeitgenössischen Lieblingsphilosophen des analytischen Idealismus:
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a) Ich bin Pessimist, d.h. ich habe keine affirmative Haltung zum Dasein bzw. würde das endgültige Nichtsein jederzeit vorziehen, wenn ich die Wahl hätte.
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b) Ich glaube an den freien Willen des Menschen im Sinne einer seinerseits zu unternehmenden moralischen Anstrengung, die er auch unterlassen könnte.
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Diese Anstrengung ist in aller Regel vergeblich, woraus wieder a) folgt. Trotzdem sollten wir uns anstrengen, da die Vergeblichkeit nie ganz gewiss ist.
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24.04.2025, zuletzt editiert am 25.04.2025
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89) Nichtsreligion
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Ich ersehne das Nichtsein, gehe aber von seiner Unerreichbarkeit aus, während andere es für allzu nahe halten und eher davor zurückschrecken.
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Wer ist religiöser – der das Nichts als Unwirklichstes auf den höchsten Sockel stellt oder der mit dem unausweichlichen Ende im Nichts fest rechnet?
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N.B. Auch ich glaube an die persönliche Sterblichkeit, befürchte jedoch die unpersönliche Unsterblichkeit i.S.v. Reintegration in den Mind at Large.
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18.04.2025, zuletzt editiert am 21.04.2025
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88) Pessimismus und Quietismus, zu 83), 82) und 18)
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Die Welt ist schlecht bzw. wäre besser nicht.
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Für das Gute kämpfen!? Besser ruhig bleiben.
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N.B. Am besten die goldene Mitte suchen zwischen westlichem Aktionismus und östlicher Kontemplation? Ersterer dominiert heute dermaßen, dass der Fokus m.E. lieber erst mal ganz auf Letztere gelegt werden sollte.
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14.04.2025, zuletzt editiert am 19.04.2025
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87) Machen wir uns nur etwas vor?
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Die Pessimisten können den Optimisten kaum glauben, dass diese wirklich gern auf der leidvollen Welt sind; und die Materialisten können den Idealisten kaum glauben, dass diese wirklich mit einem Weiterexistieren nach dem Tod rechnen, usf.
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Die Pessimisten unterstellen den Optimisten, und die Materialisten den Idealisten, usf., sich selber bzw. den anderen nur etwas vorzumachen. Wie groß ist der Anteil der Menschen, die wirklich gerne leben, und wie viele glauben wirklich an ein Jenseits, usf.?
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N.B.1 Evt. schließen die von solchen o.g. Ismen Überzeugten fälschlicherweise von sich auf andere, welche wiederum hinsichtlich fundamentaler philosophischer Fragen i.d.R. unentschieden bleiben bzw. dieser Fragen nur wenig eingedenk sind.
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N.B.2 Drei philosophische Kompetenzebenen: zuerst der philosophischen Dichotomien Uneingedenksein, dann dogmatisches Eingefahrensein auf einen der istischen Pole, schließlich verstehendes Sich-Hineindenken-Können in beide Pole.
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09.04.2025, zuletzt editiert am 10.04.2025
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86) Einordnung als (materialistischer/idealistischer) Pessimist
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Wer die Vorstellung endgültiger Bewusstlosigkeit anziehend findet, ist Pessimist. (Wer zudem ihre Verwirklichung im Tod plausibel/unplausibel findet, ist materialistischer/idealistischer Pessimist.)
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08.04.2025, zuletzt editiert am 09.04.2025
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85) Das Leben ist i.d.R. zu unangenehm...
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...um es der Bewusstlosigkeit vorzuziehen.
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N.B.1 Den Idealisten gilt Bewusstlosigkeit als unerreichbar.
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N.B.2 Den Materialisten gilt Bewusstlosigkeit als erreichbar.
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N.B.3 So gehen Materialismus und Suizidalität Hand in Hand.
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04.04.2025, zuletzt editiert am 08.04.2025
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84) Wahrheitsliebe + moralische Pflicht –> Pessimismus
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Wer wahrhaftig und zudem ethisch korrekt sein will, kommt zu dem Schluss, dass besser nichts wäre.
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N.B.1 Optimistische "white lies" sind moralisch gerechtfertigte Lügen anstelle von unzumutbaren Wahrheiten. Aber dem Pessimisten widerstrebt die Sitte, die allgemeine Stimmung durch Schönreden der schlechten Welt künstlich hochzuhalten.
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N.B.2 Auf Letzteres weist m.E. auch folgende weise Sentenz hin: "Die Pessimisten sparen sich ihren Optimismus für schlechte Zeiten auf." Oder will sie bloß sagen, dass Optimismus Kraft kostet und der Pessimist sich diese für den Notfall aufhebt?
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N.B.3 Wenn Menschen sich verstellen – "gute Miene zum bösen Spiel machen" – kostet das Kraft, insofern gibt es da einen Zusammenhang. Carnegie's populärer Tipp, gespielte gute Laune würde mit der Zeit zu echter guter Laune, geht m.E. fehl.
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01.04.2025, zuletzt editiert am 04.04.2025
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83) "Wer immer strebend sich bemüht..."
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...würde früher oder später für das gegenwärtige Nichts auf das zukünftige Paradies pfeifen.
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22.03.2025, zuletzt editiert am 25.03.2025
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82) "Wir müssen nur wollen"!?
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Weil uns die Welt i.a. bloß die Wahl lässt, leiden zu müssen oder leiden zu wollen, verfällt die Mehrheit auf Letzteres, um sich Erleichterung zu verschaffen. Dabei bleibt jedoch der gesunde Menschenverstand auf der Strecke; sich auf die Seite seines übermächtigen Peinigers zu schlagen ist – sorry – geisteskrank, und sei der Peiniger auch der Schöpfer höchstselbst.
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N.B. Philosophische Ansichten als gesund bzw. krank zu bezeichnen, ist zugegebenermaßen starker Tobak – Obiges also nur ausnahmsweise als Retourkutsche an diejenigen, welche den Optimismus als das Gesunde und den Pessimismus als das Kranke betrachten und Pessimisten gerne psychotherapeutische bzw. psychopharmakologische Behandlung nahelegen.
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19.03.2025
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81) "Ich bin kein Pessimist, sondern Realist"...
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...ist ein Satz, den man oft hört. Mit Pessimist und Realist sind hier nicht die philosophischen Versionen dieser Begriffe gemeint, sondern die landläufigen, d.h. immer nur das Negative sehen vs. die Welt sehen, wie sie wirklich ist.
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Im philosophischen Sinn ist der Pessimist einer, der die wirkliche Welt für überwiegend schlecht hält, und sogar der Optimist weiß zumeist, dass er mit seiner überwiegend guten Welt nur eine zweckdienliche Fassade wahrt.
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Gewissermaßen hat der Optimist also recht, wenn er den, der die Welt sieht, wie sie wirklich ist, als Pessimisten bezeichnet, und dessen Verteidigung, er sei ja nur Realist, ist zumindest im philosophischen Sinn unnötig bis falsch.
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18.03.2025, zuletzt editiert am 19.03.2025
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80) Kultur ist Korrektur der Natur..., zu 53) und 59)
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...und die höchste Kultur bestünde in der Kunst, die Natur ungeschehen zu machen – denn am besten wäre von vornherein nie irgendetwas gewesen!
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N.B.1 Dieses Nichts bleibt aber wohl leider ein theoretisches Ideal, während praktisch-reale Naturzerstörung eher das Gegenteil von gescheiter Kultur ist.
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N.B.2 Und die heute leider angesagte nietzscheanische Selbstermächtigung jenseits von Vernunft und Moral gehört m.E. auch nicht zur gescheiten Kultur.
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17.03.2025, zuletzt editiert am 18.03.2025
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79) Die beiden Irrtümer, zu 61)
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Irrtum 1: Das Leben ist lebenswert.
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Irrtum 2: Der Tod macht bewusstlos.
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Schon Schopenhauer weist auf die beiden hin, noch heute jedoch herrscht Optimismus bzw. Materialismus.
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N.B. Wenn der erste Irrtum schon erkannt ist, der zweite aber noch nicht, dann neigt der Mensch zum Suizid.
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09.03.2025
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78) World Wide Problem: Bullying
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Unauflösbares Bully-Paradox (my version): die Vernunft- bzw. Moral-Willigen dürfen die Vernunft- bzw. Moral-Unwilligen weder ihrerseits zu unterdrücken suchen noch gewähren lassen.
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N.B.1 Die Bullies spüren, dass auf dieser Welt kein Kraut gegen sie gewachsen ist, und ihr höhnisches Feixen begleitet ihren Weg, welcher durch die Hierarchien steil nach oben führt...
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N.B.2 Die Moralischeren fühlen sich als Opfer wohler denn als Täter, die Amoralischeren als Täter wohler denn als Opfer – und vor lauter Täter-Opfer-Umkehr u.u. kennt sich keiner aus...
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05.03.2025, zuletzt editiert am 06.03.2025
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77) "Warum denn immer so negativ?"
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Das Dasein ist i.a. nicht gut und wird auch nicht gut.
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Das Dasein ist i.a. schlecht und bleibt auch schlecht.
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Deshalb wäre besser nichts, aber das bleibt Theorie.
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25.02.2025, zuletzt editiert am 27.02.2025
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76) Stille Welt, zu 73)
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Der Quietist kann versuchen, von seinen affektiven Reaktionen nur unbedingt notwendige durchzulassen.
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Moderner kann er die Welt evt. mit überlegten Reaktionen besänftigen, vgl. Schalldämmung –> Antischall.
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Letzteres mag jedoch ein Trugschluss sein, energetisch widersinnig wie Klimaanlagen gegen Klimaerwärmung.
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24.02.2025, zuletzt editiert am 26.02.2025
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75) Pessimistische Basis
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Erste Einsicht des philosophischen Pessimismus ist, dass Nichtsein besser wäre als Sein.
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Aber diese Einsicht birgt krasse Konsequenzen, z.B. spontanen Drang zum (Mitnahme-)Suizid!
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Frage: Hat der Pessimist Glück oder Pech, wenn er nicht ans ersehnte Ende im Tod glauben kann?
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Antwort: Je nachdem, ob ontologisch-objektiv der Idealismus oder der Materialismus recht hat.
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24.02.2025
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74) Die Bösen sind nicht von vornherein schuld, zu 73)
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...originär liegt es vielmehr am vermaledeiten Dasein-Müssen, auf das auch die Bösen nur (falsch) reagieren; ansonsten würden sich die Vernünftigen ins Nichtsein verabsentieren und die Unvernüftigen ihre Kämpfe unter sich ausmachen lassen.
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15.02.2025, zuletzt editiert am 23.02.2025
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73) Alle Aktionen sind Reaktionen, zu 43) und 44)
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...und zwar im Allgemeinen unsere Reaktionen auf das allen je innerste all-eine Bewusstsein, welches der Quietist reaktionslos beim reinen Sein belassen möchte
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...und im Besonderen unsere Reaktionen auf die Außenwelt, solange wir dissoziiert vom all-einen Bewusstsein in der Illusion privaten Bewusstseins verhaftet sind
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N.B. Als unwissende aber reflexionsfähige Individuen sollten wir uns unüberlegte Reaktionen abgewöhnen und immer überlegtere angewöhnen, siehe 63)
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10.02.2025, zuletzt editiert am 11.02.2025
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72) Solipsismus, zu 65)
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Der naivste Idealist ist der Solipsist, als solcher geht er frisch ans Werk.
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Der Einzige versucht ja einfach, sich sein Eigentum gefügig zu machen.
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Kommen ihm aber moralische Skrupel, war's das, er ist nicht mehr allein.
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(Gereift zum Pessimisten seufzt er resigniert: "Dies war nie meine Welt.")
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06.02.2025, zuletzt editiert am 10.02.2025
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71) Eigentlich ist die Welt..., zu 64)
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...schlecht statt gut, mind statt matter usf. – oder ich sitze mit solchen philosophischen bzw. ontologischen Kehrtwenden bloß einem Mindfuck nach dem anderen auf. Gleichfalls irritierend, wenn man nichts mehr für wahr bzw. alles bloß noch für "als ob" halten kann...
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N.B. Der Szientist akzeptiert nurmehr vorläufige Antworten auf speziell-konkrete Fragen. Die allgemein-abstrakte Philosophie bzw. Ontologie meidet er nach Möglichkeit, aber wo auch er von essenziellen Fragen heimgesucht wird, muss er die eben verdrängen...
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05.02.2025, zuletzt editiert am 07.02.2025
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70) Zur Zweideutigkeit des Guten
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Gutes und Schlechtes gibt es in der Welt schon, bevor es Moral gibt, nämlich einfach i.S.v. Vorteilhaftem/Angenehmem und seinem Gegenteil.
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Gutes und Böses hingegen gibt es m.E. erst mit des Menschen Fähigkeit zur Reflexion, i.S.v. Ethisch/Moralisch-Korrektem und seinem Gegenteil.
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N.B. Wobei Pessimisten der Ansicht sind, dass das Gute weder das Schlechte noch das Böse aufwiegen kann, und die Welt deshalb besser nicht wäre. Es mag Einzelne geben, die sich so weit in den Vorteil zu setzen verstehen, dass es ihnen im o.g. ersten Sinne gut ergeht ("Sein Gewissen war rein, er benutzte es nie"), und es mag Einzelne geben, die moralisch so korrekt sein können, dass es ihnen im o.g. zweiten Sinne gut ergeht ("Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen"), aber als Pessimist meine ich, dass beide die Ausnahme von der Regel sind.
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05.02.2025
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69) Kann Gott böse sein?, zu 63) und 66)
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Die Theodizee versucht zu rechtfertigen, dass Gottes Schöpfung so viel zu leiden hat.
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Da setzt Schopenhauer an die Stelle eines Gottes mit freiem Willen den blinden Willen.
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Die Welt ist zwar schlecht, aber nicht absichtlich – keine Angst mehr vor einem bösen Gott!
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N.B. Gemäß meinem Modell kommt das Böse mit des Menschen Reflexionsfähigkeit in die Welt.
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04.02.2025, zuletzt editiert am 05.02.2025
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68) Wie geht's dem Mind at Large?, zu 65)
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Wenn der blinde Wille nicht mehr will, hebt er sich ins Nichts auf, hofft Schopenhauer. Aber wenn das Sein ist und das Nichts nicht ist, verhält es sich dann nicht so, dass selbst der M@L müsste, wenn er nicht mehr wollte?!
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03.02.2025, zuletzt editiert am 04.02.2025
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67) Die Liebe und das Nichts, zu 55)
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Die Liebe ist in unserer Lebenswelt nur eine wundersame Ausnahme, sie ist alles andere als die Regel.
Leider bleibt Fressen und Gefressenwerden in unserer Lebenswelt das unverrückbare Grundprinzip.
Liebe für das Grundprinzip zu halten, ist weltfremd, zuversichtlich mit ihrer Heraufkunft zu rechnen ebenfalls.
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Wenn wir die Möglichkeit hätten, das Sein gegen das Nichtsein zu tauschen, sollten wir es besser tun!
Derartiger Pessimismus ist angebracht, aber in Kombination mit dem materialistischen Glauben gefährlich.
Denn die Materialisten halten Bewusstlosigkeit für leicht herstellbar, durch den Tod des Individuums.
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02.02.2025, zuletzt editiert am 05.02.2025
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66) Wer ist böse?, zu 56)
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Können wir Menschen böse sein? Die Meinungen dazu gehen auseinander, die Wahrheit jedoch lautet folgendermaßen ;-)
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Wer im Affekt den Drang dazu verspürt, anderen zu schaden, ist vorerst mal nur ein armer Tropf, der nichts dafür kann.
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Wer anderen wirklich schadet und intellektuell nicht zur Einsicht in sein falsches Handeln fähig ist, der ist schlecht.
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Wer zu o.g. Einsicht fähig ist, aber im Affekt stets daran scheitert, sein falsches Handeln zu zügeln, der ist ebenfalls schlecht.
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Wer zu o.g. Einsicht fähig ist, aber sich freiwillig gegen die ihm mögliche Zurückhaltung entscheidet, erst der ist böse.
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02.02.2025, zuletzt editiert am 03.02.2025
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65) Maximaler Empathieradius, zu 64)
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Fühlt einer nur mit sich selber, nur mit denen in seinem engsten Umkreis, mit allen Menschen, auch mit Tieren und Pflanzen, auch mit der unbelebten Natur –> M@L, siehe 5)? Ein weites Feld, dieser kontinuierliche Übergang zwischen dem Psychopathen und dem All-Empathen. Nicht bloß Ersterer, auch Letzerer gilt als gestört. Mir ist der All-Empath hochsympathisch.
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31.01.2025, zuletzt editiert am 04.02.2025
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64) So kam ich zum idealistischen Pessimismus
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Auf der Wahrheitssuche laufen Philosophen andauernd Gefahr, das was eigentlich ihrem affektiven Wunschdenken entspringt, mit viel intellektueller Argumentationskunst der Wirklichkeit anzudichten. Aber das Dasein ist kein Wunschkonzert, es gilt die Attraktivität und die Plausibilität eines philosophischen Modells strikt zu trennen.
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Philosophischer Pessimist bin ich seit ich denken kann, aus folgendem Grund: ein Dasein, stets von furchtbarstem Leid bedroht, ist doch nicht zu bejahen, solange der Kelch nur bitte bitte an einem selbst und den Seinen vorübergeht – wer es trotzdem bejaht, der hat m.E. zu wenig Mitleid. Fast alle meinen freilich: wer das Dasein ablehnt, ist krank.
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Ontologischer Idealist bin ich erst im reiferen Alter geworden, aus folgendem Grund: ein Buch über Nahtoderfahrungen hat bei mir verdrängte Erinnerungen an zwei eigene NTE hochkommen lassen, und die Bewusstseinserweiterung während einer "Flatline" ist das Gegenteil der materialistischerseits zu erwartenden Bewusstseinsverengung.
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30.01.2025
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63) Gott ohne freien Willen, Mensch mit freiem Willen, zu 28)
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Mein Gott, falls man es Gott nennen will, ist der Mind at Large, identisch mit der unbelebten Natur – ein nahezu allwissendes Wesen, von dem wir Lebewesen dissoziiert sind und im Tod reassoziiert werden.
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Im Gegensatz zum M@L sind wir Menschen reflexionsfähig, aber fast völlig unwissend – und haben m.E. einen freien Willen, was bedeuten soll: die Freiheit zur Anstrengung, überlegt statt spontan zu handeln.
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30.01.2025, zuletzt editiert am 08.02.2025
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62) Diverse Pessimismen
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Die wichtigste Unterscheidung ist da m.E. die zwischen einem Pessimismus idealistischer und einem Pessimismus materialistischer Ontologie – es macht m.E. DEN entscheidenden Unterschied, ob man das Daseinmüssen wie ich für unendlich oder wie üblicher für endlich hält.
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Ansonsten kann man z.B. noch einen Pessimismus hinsichtlich Natur und Kultur unterscheiden. Ich halte es für DIE kulturelle Errungenschaft, Natur bzw. Sein gegen Nichtsein eintauschen zu wollen. Insofern bin ich also "Naturpessimist" und Kulturoptimist.
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N.B. Demjenigen Kulturpessimisten, welcher glaubt, dass Kultur Natur im ökologischen Sinne verhunzt statt veredelt, stimme ich aber zu. Und lautet die Frage, ob Kultur Natur moralisch ausreichend korrigieren kann, denke ich: nein. Dann bin ich Natur- und Kulturpessimist.
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P.S. Die Erkenntnisskepsis bzw. der Erkenntnispessimismus klingt paradox, weil sie/er behauptet erkannt zu haben, dass man nichts erkennen kann – stimmt aber zumindest insofern als die Geschichte zeigt: irgend widerlegbare Theorien werden i.a. auch widerlegt.
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27.01.2025, zuletzt editiert am 30.01.2025
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61) Pessimismus UND Idealismus
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Wenn Schopenhauer wüsste, wie weit der Zeitgeist schon weg ist von seinem philosophischen Pessimismus und seinem ontologischen Idealismus...
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Eins von beiden zu vertreten ist heute schon kontrovers genug: Benatar ist Pessimist (aber kein Idealist), Kastrup ist Idealist (aber kein Pessimist).
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Sowohl Benatars Annahme des bewusstlosen Ungeborenen als auch Kastrups affirmative Haltung zur Natur provozieren keinen allgemeinen Widerspruch.
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Auch von selber relativiert Benatar seinen Materialismus bzw. Kastrup seinen Optimismus nicht – Kastrup meint sogar, Schopenhauer sei kein Pessimist!
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Als Pessimist UND Idealist hingegen stößt man den Mainstream gleich doppelt vor den Kopf bzw. wird doppelt angefeindet. Da hilft nur noch Eremitage...
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26.01.2025, zuletzt editiert am 27.01.2025
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60) Wille und Bewusstsein, Amokläufer und Buddhist, zu 36) und 3)
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Nach Schopenhauer ist der Wille als einzige ontologische Substanz der erste Beweger – und sein Nichts schon erreicht, wenn er aufhört zu wollen.
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Bei einem Menschen aber bleibt dann immer noch das passive Bewusstsein – wer nicht mehr will, ist nichtsdestotrotz dem Willen der anderen ausgeliefert.
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Dem Amokläufer bzw. seinen Opfern wird das zum Verhängnis – er hält nicht mehr aus, was auf ihn einprasselt, explodiert mit maximal destruktiver Wirkung.
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Hier setzt die Kunst des Buddhisten an – wer inmitten der aufgewühlten Welt gechillt vor sich hin meditieren kann, ist ihr schon ein Stück weit entronnen.
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22.01.2025, zuletzt editiert am 25.01.2025
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59) Der gute Nihilist
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Die Aktionisten meinen, die konstruktiven Akteure seien die Guten, und die anderen – destruktive Akteure und Untätige – seien die Bösen. Vernichten und Nicht(s)tun gelten zusammen als böses Gegenteil des Erschaffens. Oft heißt es sogar, die Untätigen seien die Schlimmsten, weil sie das Böse zulassen. Die Ansicht vom Nichts als dem moralischerweise Anzustrebenden hingegen kommt kaum je einem Kreativen in den Sinn...
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Wo gehobelt wird fallen Späne, Kollateralschäden sind unvermeidlich, nichts ist perfekt (eben, das Nichts wäre perfekt!) – dass die Schöpfer systematisch Mist bauen, kann ihre selbstgerechte Moral nicht erschüttern. Der Nihilismus wird fast nie begriffen als völlig berechtigtes Sich-Sehnen nach dem erlösenden Nichts, fast immer als amoralischer bis antimoralischer Anschlag auf die nimmermüde Daseinsfrömmigkeit...
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N.B. Das Nichts wird i.a. angesehen als Resultat des Destruierens bzw. der Vernichtung – wäre es doch so einfach! Eher halte ich das Nichts für ein zu konstruierendes, man möchte fast das Wort Ernichtung erfinden. Wir sollten die Welt so lange besser zu verstehen suchen, wie wir sie noch nicht sicher ernichten können bzw. wie wir selbst noch nicht zum benevolent world-exploder taugen. Bleibt aber wohl Theorie, wird leider niemals Wirklichkeit...
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19.01.2025, zuletzt editiert am 08.03.2025
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58) Vertrauen in den Tod?, zu 16)
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Der idealistische Optimist glaubt, dass Bewusstsein zum Glück nicht endet.
Der materialistische Optimist glaubt, dass Bewusstsein leider endet.
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Der materialistische Pessimist glaubt, dass Bewusstsein zum Glück endet.
Der idealistische Pessimist glaubt, dass Bewusstsein leider nicht endet.
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Die ersten zwei Fälle sind üblich, der dritte selten, der vierte kommt so gut wie nicht vor. Aber woher nur nehmen die ersten drei ihr Vertrauen in den Tod?
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19.01.2025
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57) Zuerst Pessimist, dann erst Philosoph
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"Das Leben ist eine missliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken."
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Schopenhauers Pessimismus führt ihn zum Philosophieren, doch auch dieses voraussetzungslose Hinterfragen kann an jenem nichts ändern, vgl. 1)
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Wohl jeder Pessimist sucht Auswege aus dem Pessimismus, aber sofern er bei der Wahrheit bleiben will, findet er keinen.
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14.01.2025
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56) Gemeinsam wider das ewige Böse, zu 55)
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Das größte Problem kriegen wir erst, wenn die Welt nicht auf ewige Liebe oder endgültiges Nichts hinausläuft, sondern auf das ewige Böse.
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Es ist m.E. sehr plausibel, dass diejenigen, welche sich freiwillig dafür entscheiden, andere zu quälen, die Welt zunehmend dominieren.
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Also sollten die moralisch Motivierten mit Liebes- bzw. Nichtsideal sich nicht streiten, sondern gemeinsam dem ewigen Bösen widerstehen.
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N.B. Der Unterschied zwischen schlechten und bösen Taten: beide schaden mehr als sie nutzen, aber die bösen werden freiwillig begangen.
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12.01.2025, zuletzt editiert am 12.02.2025
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55) Warum als Ideal nicht Liebe statt Nichts?
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Weil jenes mir angesichts der prinzipiell schlechten Welt noch einmal um so vieles unplausibler erscheint! Von der schlechten Welt aus liegt das Nichts zwar fern, aber m.E. immer noch nahe, wenn man es mit der guten Welt vergleicht, und wir sollten unsere Kraft nicht überschätzen...
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N.B.1 Mit Kastrups Bild vom Bewusstseinsfeld als Gewässer in Wallung ginge es beim Streben nach dem Nichts bloß darum, die Wellen ausklingen zu lassen, beim Streben nach Liebe hingegen darum, sie in ein harmonisches Verhältnis zu bringen – aufhören ist doch viel leichter als gutmachen...
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N.B.2 Dem Bild gemäß wäre das Streben nach dem anderen Nichts, also dem Nichts 0 bzw. Nichtsein aus 50), allerdings noch einmal ungleich schwieriger als das Streben nach Liebe, denn es ginge um die Vernichtung des Bewusstseins in einer Welt, welche einzig aus Bewusstsein besteht...
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N.B.3 Am einfachsten hingegen würde dieses Nichts erreicht, wenn der Materialismus recht behielte und das Bewusstsein jedes Individuums mit seinem Tod bzw. jedes Kollektivs mit seinem Aussterben endete, was für idealistische Pessimisten aber nachgerade religiös klingt – zu schön, um wahr zu sein...
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12.01.2025, zuletzt editiert am 16.01.2025
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54) Anderes Verhältnis zum Tod durch Nahtoderfahrung
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Einerseits habe ich viel weniger körperliche Angst vor dem Tod, weil ich es aus meiner eigenen 1. NTE (Ertrinken) so kenne, dass die eventuell drohende körperliche Schmerzexplosion verblüffend schnell vorbei ist.
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Andererseits habe ich viel größere geistige Angst vor dem Tod, weil ich es aus meiner eigenen 2. NTE (plötzliche Ohnmacht) so kenne, dass leider keine instantane Erlösung i.S.v. endgültige Bewusstlosigkeit winkt.
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N.B. Der Tod ist hier zu unterscheiden vom vorherigen Sterben als Teil des Lebens – die Angst vor diesem in seiner evt. langen und qualvollen Form bleibt natürlich auch NTElern nicht unbedingt erspart.
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12.01.2025
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53) Kultur vs. Natur
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Die fundamentale Kulturleistung besteht in der intellektuellen Einsicht, dass die Natur korrekturbedürftig ist.
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Die erste Verbesserungsmöglichkeit bestand darin, dem Sein denkerisch das Nichts entgegenzusetzen.
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Die letzte Verbesserungsmöglichkeit bestünde darin, das Sein faktisch kompetent ins Nichtsein umzuwandeln.
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N.B. Blinde Zerstörungswut bedeutet mitnichten einen Schritt in diese richtige Richtung, sondern genau in die falsche.
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11.01.2025, zuletzt editiert am 12.01.2025
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52) Bewusstlosigkeit als Ideal
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Seit ich mich an meine beiden Nahtoderfahrungen erinnern kann, scheint mir die endgültige Bewusstlosigkeit, mit der ich einst als Materialist fest gerechnet habe, ungleich ferner als der Tod – zur Orientierung aber ist sie deshalb umso wichtiger.
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09.01.2025
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51) Bewusstsein nach dem Tod
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Bewusstsein gilt (zu) selbstverständlich als mit dem Leben verknüpft.
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Wer auch Unbelebtes für bewusst hält, gilt schon als recht seltsam.
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Und die Idee, dass alles Unbelebte EIN Bewusstsein ist – ganz rar!
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Sterbende gehen ein in diesen M@L, für mich Kastrups Hauptidee.
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09.01.2025, zuletzt editiert am 12.02.2025
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50) Nichts 0, Nichts 1 und Sein, zu 44)
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a) Nichtsein, Nichts 0 (z.B. aus dem Parmenides-Zitat "das Sein ist und das Nichts ist nicht"), absolute Bewusstlosigkeit als pessimistisches Ideal
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b) reines Sein, Nichts 1 (z.B. das Nichts in "creatio ex nihilo") Bewusstseinsfeld ohne Erregung bzw. dissoziative Grenzen, Nirwana, All-Einheit
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c) Sein mit Seiendem, Bewusstseinsfeld mit Erregung/Erregungsmuster bzw. assoziativen/dissoziativen Prozessen bzw. semantischer Struktur
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07.01.2025, zuletzt editiert am 08.01.2025
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49) Nein zum ethischen Relativismus und zum Sein
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Welche Handlungen sind richtig bzw. falsch? Haben derartige Bewertungen nur subjektive bzw. intersubjektive oder auch objektive Gültigkeit?
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Und falls es einen freien Willen gibt und freiwillig gegen objektiv gültige moralische Regeln verstoßen wird, welche Strafen sind gerechtfertigt?
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Ich glaube sowohl an den freien Willen als auch an objektiv gültige moralische Regeln, halte beider Umsetzung aber für übermenschlich schwierig.
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Ich komme immer wieder darauf zurück: moralisch am einfachsten wäre m.E. der leider ebenfalls nur idealiter gegebene Ausweg ins absolute Nichtsein.
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Die Guten wären endlich erlöst und die Bösen endlich gestoppt – könnten wir diesen idealen Exit-Knopf drücken, sollten wir es m.E. auf jeden Fall tun!
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03.01.2025, zuletzt editiert am 05.01.2025
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48) Schopenhauer und Kastrup
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Mit Schopenhauer und Kastrup bin ich metaphysischer bzw. ontologischer Idealist, siehe 41) und 42)
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Mit Schopenhauer und entgegen Kastrup bin ich daseinsverneinender Pessimist, siehe 1) und 44)
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Entgegen Schopenhauer und mit Kastrup glaube ich an den Mind at Large OHNE persönliche Wiedergeburtskette, siehe 47)
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Entgegen Schopenhauer und Kastrup glaube ich an die Möglichkeit freiwilliger moralischer Anstrengung, siehe 29)
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03.01.2025, zuletzt editiert am 05.01.2025
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47) Wiedergeburt bzw. Neuentstehung?
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Was geschieht mit uns im Tod? a) laut Platon reinkarniert die persönliche Seele; b) laut Schopenhauer stirbt der persönliche Intellekt und der persönliche Wille reinkarniert mit neuem Intellekt; c) laut Kastrup reassoziiert der M@L die sterbende Person, ihre dissoziative Grenze löst sich auf => transpersonales Allbewusstsein statt personale Wiedergeburtskette
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31.12.2024, zuletzt editiert am 01.01.2025
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46) Wie es ist als idealistischer Pessimist
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Könnte ich wählen zwischen der absoluten Harmonie und dem absoluten Nichts, würde ich die Harmonie wählen – da unterscheide ich mich wohl nicht groß von den allermeisten anderen Menschen. Lieber ein Dasein ohne negative Seiten als kein Dasein.
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Aber müsste ich wählen zwischen dem sofortigen und endgültigen Nichtsein i.S.v. absoluter Bewusstlosigkeit und dem immerwährenden Streben nach unerreichbarer Harmonie, würde ich das Nichtsein wählen – das unterscheidet mich von den Optimisten.
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Dann bring dich um, schlagen materialistische Pessimisten vor, aber aus (zweifacher Nahtod-)Erfahrung weiß ich, dass im Tod extreme Bewusstseinserweiterung – wenn auch ohne jede Reflexionsfähigkeit – anstatt erhoffter Bewusstlosigkeit wartet.
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Dann kämpfe, fordern die Optimisten, denn wer nicht kämpft, hat schon verloren. Aber so ist das eben als Pessimist: lieber verloren haben als kämpfen müssen. Hat mich evt. die Erfahrung absoluter Harmonie während meiner 1. NTE so kampfunwillig gemacht?
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29.12.2024
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45) "Gott ist tot" anders verstanden
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Kastrups analytischer Idealismus unterscheidet die belebte Natur (mit Metabolismus) und die unbelebte Natur (ohne Metabolismus), und letztere ist quasi der nur phänomenal bewusste Gott, welcher uns metabewusste Lebewesen, die wir im Leben von ihm dissoziiert sind, im Tod wieder assoziiert.
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28.12.2024, zuletzt editiert am 03.01.2025
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44) zweideutiges Nichts, missverständliche Lebensverneinung
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Das Sein ist und das Nichts ist nicht, so wird Parmenides zitiert.
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Das Sein ist und das Nichtsein ist nicht, das fände ich treffender.
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(Vgl. Sein oder Nichtsein, Shakespeare's ultimativer Monolog.)
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Das Nichts kann entweder Nichtsein oder reines Sein bedeuten.
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(Hegel jedenfalls bezeichnet Nichts und reines Sein als dasselbe.)
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Reines (Bewusst-)Sein ist m.E. potentiell aber nicht aktuell erregt.
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Mein Ideal: Nichts i.S.v. Nichtsein; Platz 2: Nichts i.S.v. reines Sein.
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Und Lebensverneinung klingt so, als würde man den Tod vorziehen.
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Aber das wäre ja vergleichsweise leicht, die Lösung wäre Suizid.
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Hier fände ich Seinsverneinung oder Daseinsverneinung treffender.
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28.12.2024
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43) Mind at Large innen und außen
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Innen erfahren wir selber Gefühle und Gedanken "in klein" und können somit nach innen blickend darauf schließen, wie der Mind at Large wohl Gedanken und Gefühle "in groß" erfährt, siehe 39).
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Außen nehmen wir eine physikalische Welt wahr, welche in Wirklichkeit Gedanken und Gefühle des M@L sind, von unserer dissoziativen Grenze jedoch für uns ganz stark gefiltert.
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Kastrup vergleicht den M@L mit dem Wasser eines Flusses und uns Lebewesen mit den Wasserwirbeln darin – Wirbel und Fluss sind klar zu unterscheiden, aber beides ist nichts als Wasser.
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Und ein weiteres Bild fällt mir dazu ein: die Ruhe des Flusses außerhalb des Wirbels zeigt sich ebenso ganz innen im Wirbel, beim Wirbelsturm nennt man diese Zone "das Auge des Sturms".
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26.12.2024, zuletzt editiert am 29.12.2024
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42) Analytischer Idealismus
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Laut dem analytischen Idealismus nach Kastrup ist alles Bewusstsein bzw. alles ist IM Bewusstsein. Dieses ist EIN Feld mit potentieller und aktueller Erregung, letztere als Erfahrung unser einziger vortheoretischer Zugang zur Welt. Vom Bewusstsein im Ganzen, dem Mind at Large, sind wir Lebewesen dissoziiert, und über unsere dissoziative Grenze hinweg erscheint für uns das übrige Bewusstseinsfeld als ein physikalisches Feld in Raum und Zeit. Dank unserer dissoziativen Grenze sind wir metabewusst, d.h. wir Menschen können reflektieren, wissen aber (fast) nichts. Wenn wir sterben, löst sich unsere dissoziative Grenze auf – die leblose Natur bzw. der M@L bzw. seine semantische Struktur jenseits von Raum und Zeit reassoziiert uns. Er ist nur phänomenales Bewusstsein, dafür weiß der unreflektierte M@L (fast) alles.
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26.12.2024, zuletzt editiert am 27.12.2024
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41) Objektiver und subjektiver Idealismus
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Der objektive Idealismus ist ontologisch das Gegenteil vom Materialismus: alle Dinge sind an sich geistiger Natur. Der subjektive Idealismus ist epistemologisch das Gegenteil vom Realismus: alle Dinge sind für uns nur als deren Repräsentationen in unserer Wahrnehmung erkennbar.
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Mich überzeugt am ehesten der Monismus des analytischen Idealismus nach Kastrup: EIN Bewusstseinsfeld, welches dem wahrnehmenden Individuum nur über seine dissoziative Grenze hinweg als Materie bzw. physikalisches Feld erscheint und dessen Erregungsmuster als Information nur (d.h. unmöglich Standalone-fähige) Eigenschaft ist, siehe 42).
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25.12.2024, zuletzt editiert am 26.12.2024
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40) Dualismus, Trialismus, Monismus
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Metaphysisch bzw. ontologisch besteht laut Dualismus alles aus den beiden Substanzen Geist (res cogitans) und Materie (res extensa). Das Geistige lässt sich noch einmal unterteilen in subjektives Bewusstsein und objektive Information. Entsprechend gibt es auch den Trialismus mit diesen drei Substanzen ("Welten") bzw. die drei Monismen je einer Substanz.
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Mich überzeugt am ehesten der Monismus des analytischen Idealismus nach Kastrup: EIN Bewusstseinsfeld, welches nur dem wahrnehmenden Individuum über seine dissoziative Grenze hinweg als Materie bzw. physikalisches Feld erscheint und dessen Erregungsmuster als Information auch nur Eigenschaft der einen Substanz ist, siehe 42).
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24.12.2024, zuletzt editiert am 28.12.2024
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39) ohne Metaphysik –> mit Metaphysik, vgl. 2)
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Beim Philosophieren mit Spekulations-aversen Skeptikern, die von der Wissenschaft herkommen, am besten erst mal von Kant ausgehen: "das Ding an sich" ist unerkennbar, also beschränken wir uns auf Epistemologisches bzw. Phänomena und sparen uns Ontologisches bzw. Noumena.
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Von da zur sparsamsten Ontologie nach Schopenhauer: "das Ding an sich" ist doch erkennbar, und zwar beim Blick nach innen, nicht nach außen. siehe 43); es ist der EINE Wille (Bewusstsein, M@L), Materielles hingegen ist immer nur die Vorstellung (Abbildung, Repräsentation) von Äußerem im je Wahrnehmenden.
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23.12.2024, zuletzt editiert am 24.12.2024
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38) Affekt und Intellekt
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Defaultmäßig handeln wir im Affekt, andauernd überlegt zu handeln würde übermenschliche Disziplin erfordern.
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Ginge es nach dem Intellekt, würde am besten überhaupt nichts existieren – aber der blinde Wille hat einen Horror Vacui.
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Wenn wir sterben, löst sich unsere dissoziative Grenze auf und wir werden reassoziiert vom unsterblichen Willen.
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Nur bis dahin können wir uns leidlich bemühen, vernünftig zu sein – aber wehe, wir überschätzen unsere Contenance!
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Dauerhaft unterdrückte Emotionen rächen sich bitter, bis hin zum plötzlichen und totalen Kontrollverlust.
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Also täglich Gefühle Gassi führen wie einen Hund, das bleibt zeitlebens die Schmach des Intellektuellen.
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22.12.2024, zuletzt editiert am 24.12.2024
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37) "Freiheit von" vs. "Freiheit zu"
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Nichtsein wäre die absolute "Freiheit von" (negative Freiheit)
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Allmächtiger-Gott-Sein wäre die absolute "Freiheit zu" (positive Freiheit)
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Mein freier Wille des überlegten Handelns ist eine "Freiheit zu"
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Gott-Sein i.S.v. Mind-at-Large-Sein ist absolute "Freiheit von" äußeren Einflüssen, jedoch null "Freiheit zu" überlegtem Handeln
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21.12.2024, zuletzt editiert am 22.12.2024
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36) Teleologie und Determinismus bzw. Wille und Bewusstsein
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Teleologie (Natur verfolgt Ziel, will etwas erreichen) und kausal determinierter Naturalismus (Natur muss tun, was Natur tun muss) ist bei Kastrup wohl dasselbe, weil es bei ihm keinen freien Willen gibt... entsprechend ist Wille und Bewusstsein bei Kastrup wohl dasselbe... in meiner Denke ist zuerst das passive Bewusstsein (Input) und als Reaktion darauf der aktive Wille (Output), zwar zum allergrößten Teil als spontane Reaktion (unfreier Wille), aber beim Menschen auch als überlegte Reaktion (freier Wille) in Form von zusätzlicher Aktivierung bzw. Hemmung spontaner Prozesse im Sinne einer persönlichen Anstrengung, welche wahlweise unternommen oder unterlassen werden kann
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16.12.2024, zuletzt editiert am 18.12.2024
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35) Gott = Liebe oder Gott = Natur?
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Wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis fortgeschrittenen Alters so umschaue, gibt es da v.a. weiblich-weiche Religiosität (Gott = Liebe) und männlich-harte Religiosität bzw. Areligiosität (Gott = Natur bzw. Gott ist tot). Haben alle recht, aber jede sieht nur ihren Aspekt?
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03.12.2024, zuletzt editiert am 10.12.2024
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34) Schopenhauer und Nietzsche
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...unterstellen der Welt beide ein mitleidloses Grundkonzept – nur dass Schopenhauer dieses (zu meiner moralischen Genugtuung) dann verneint i.S.v. für schlecht befindet und Nietzsche dieses (zu meiner moralischen Empörung) dann bejaht i.S.v. für gut befindet, was Letzterem ungleich mehr Popularität einbringt.
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02.12.2024, zuletzt editiert am 04.12.2024
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33) Drei Theologien
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Erstens Gott als eitler Despot: der Gott meiner Kindheit, welcher von seinen leidenden Geschöpfen demütigen Lobpreis und fraglosen Gehorsam verlangt, ansonsten droht er uns mit ewigem Leid per Feuerfolter in der Hölle
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Zweitens Gott als reine Liebe: ich beneide meine spirituellen Nahtod-Kollegen, die alle an ihn glauben, für mich aber ist er unplausibel – zwar nicht von meinem ersten Nahtoderlebnis her, aber vom Zustand seiner Schöpfung her
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Drittens Gott als instinktiver Mind at Large: Schopenhauer und Kastrup haben m.E. richtig erkannt, dass es ein Irrtum ist, menschliche Ratio auf Gott zu projizieren, vielmehr liegt der Welt ein irrationales Prinzip zugrunde
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21.11.2024, zuletzt editiert am 04.12.2024
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32) Theist, Atheist, das war noch leicht
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Mit Gott d'accord zu sein oder gar nicht zu glauben, dass es ihn gibt, diese beiden Phasen von damals kommen mir heute vergleichsweise leicht vor; schwer hingegen ist es, mich moralisch gegen einen m.E. jenseits von Vernunft und Moral existierenden Gott bzw. gegen mein Dasein in seiner Welt aufzulehnen.
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N.B.1 Wir haben einen freien Willen und können mit kultivierender Denkarbeit versuchen, Gottes natürliche Schöpfung zu korrigieren, was jedoch scheitern muss.
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N.B.2 Alles soll gut werden, aber der M@L-Gott bleibt amoralisch und die Menschen werden zunehmend böse – ob nun aus Lust, Zorn, Angst oder Verzweiflung.
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N.B.3 Resignativer Suizid hieße, mein Leben vorschnell einzutauschen gegen das Erwachen als M@L, welcher unreflektiert stets neues Leben bzw. Leiden schafft.
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21.11.2024
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31) ...aber da kann doch der Mind at Large nichts dafür!
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Gestern habe ich mich bei meiner Mutter über den blinden Willen der Natur beklagt, dass er jenseits von aller Vernunft und Moral sei.
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Da erwiderte meine Mutter empört: aber da kann doch der M@L nichts dafür! :-) Recht hat sie, der M@L "ist was er ist" (Kastrup).
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20.11.2024, zuletzt editiert am 21.11.2024
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30) Warum ich mich für die Mystik interessiere
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...hat mich gestern ein Freund gefragt, und beim Nachdenken darüber habe ich schmerzlich zu spüren bekommen, wie tieftraurig es ist, ein idealistischer Pessimist zu sein, der große Angst hat vor der Ewigkeit in einer Welt, die von Grund auf ohne Vernunft und Moral zu sein scheint.
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Eine Erkenntnis aus dem gestrigen Gespräch könnte helfen, mich mit Gott und der Welt, meinem Leben und Tod zu versöhnen. Von der Apfelblüte sagt der Philosoph Kastrup, sie sei im Gegensatz zu uns Menschen nicht so neurotisch zu glauben, dass sich alles um sie drehe.
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Wir Menschen wissen: die Entelechie der Apfelblüte ist der Apfelbaum – DIE APFELBLÜTE SELBST JEDOCH WEISS DAS NICHT! Ebenso mag unser menschliches Leben sinnvoll sein, und zwar auch dann, wenn wir währenddessen von seinem Telos i.a. nichts wissen können.
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Die Mystiker kommen gut damit zurecht, dass dieser Sinn i.a. verborgen bleibt bzw. nicht in Worte gefasst werden kann. Das beneide ich bzw. so wäre ich auch gerne. Ich interessiere mich für die Mystik, weil ich einen Ausweg aus meinem Pessimismus suche.
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N.B. Trotzdem frage ich mich: wer Gott und die Welt liebt, leidet der nicht an einer Art Stockholm-Syndrom? Vertrauen zu haben bzw. im Reinen zu sein mit dem Schöpfer, welcher so viel ungerechtes Leid seiner Schöpfung zulässt – ist das moralisch akzeptabel?
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07.11.2024, zuletzt editiert am 13.11.2024
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29) Was ist freier Wille?
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Woran ich glaube und worauf es mir ankommt, ist Folgendes: ich kann gemäß meinen Vorstellungen von Vernunft und Moral über eine Situation reflektieren und entscheiden, ob bzw. wie ich besser handeln sollte als ich es ohne Nachdenken (gemäß meines per Vererbung und Prägung gegebenen "empirischen" Charakters) tun würde und dann mein Verhalten entsprechend ändern bzw. das zumindest fortgesetzt übend versuchen.
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Mein spontaner freier Wille ist erste Ursache dieser Anstrengung (Akteurskausalität). Er initiiert sie – aber i.a. ebbt sie schnell wieder ab, denn meine Kräfte sind begrenzt, so dass ich damit haushalten muss. Bei zu viel Anstrengung kann ich in einen auf Dauer ineffizienten Bereich der Selbstausbeutung geraten, krank werden oder gar einen Zusammenbruch erleiden – aber es liegt an mir selber, wie weit ich das vorantreiben möchte.
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Pessimistisch eingestellt bin ich dem freien Willen gegenüber insofern als solche bewusst gewollten Verbesserungen unseres instinktiv bzw. unterbewusst bzw. unbewusst gesteuerten Verhaltens immer nur Ausnahmen von der Regel sein können, immer nur an der Oberfläche dessen kratzen können, was ansonsten jenseits von gut und böse bleiben muss. Und hinzukommt, dass Vernunft und Moral evt. irren, weil sie Menschenwerk sind.
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N.B. Weil Weltverbesserung anstrengend ist und dabei systematisch erfolglos bleibt, spüre ich allein schon beim Gedanken an ein eventuelles Nichtexistieren des freien Willlens (wie als Kind beim Gedanken an die Vergebung all meiner Sünden) immense Erleichterung – wären wir ohne unseren inneren Dirigenten die gelungeneren Geschöpfe jenseits von versagenden Tugendwächtern und banalen Bösewichten?
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06.11.2024, zuletzt editiert am 16.11.2024
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28) Dreideutiger Wille
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"Wille" hat für mich mittlerweile drei verschiedene Bedeutungen, eigenwillig eklektisch zusammengestellt aus Begrifflichkeiten von Schopenhauer, C. G. Jung, Bernardo Kastrup u.a. und um einen freien Willen erweitert
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Zum Ersten der instinktiv agierende Mind at Large ("das Schicksal entscheidet"): der transpersonale Wille, der EINE Wille i.S.v. Bewusstsein der unbelebten Natur, kollektives "Unbewusstes" (nur phänomenal bewusst); gewissermaßen allwissend aber unreflektiert; nur gegenwärtig, jenseits von Raum und Zeit; von ihm werden wir im Tod reassoziiert
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Zum Zweiten mein instinktiv agierendes Ich ("mein Bauch entscheidet"): der (nur phänomenal bewusste) personale Wille meines Körpers, "unterbewusstes" Ego, persönliches "Unbewusstes"; eigener durch Vererbung und Prägung individuell vorgegebener ("empirischer") Charakter; gewissermaßen der Tiger, welchen der Intellekt dann reiten muss
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Zum Dritten das überlegt agierende Ich ("mein Kopf entscheidet"): der freie Wille, welcher den personalen Willen aktivieren bzw. hemmen kann, jedoch nur sehr selektiv; Intellekt, denkendes Ego-Bewusstsein meines Gehirns, persönlich Bewusstes (metabewusst); gewissermaßen unwissend aber reflektiert; mit einer Physik der Erste-Person-Perspektive in Raum und Zeit
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N.B. zum Unterschied zwischen Wille und Bewusstsein: zuerst einmal meine ich mit Wille und Bewusstsein dasselbe, nämlich DIE eine Substanz des ontologischen Idealismus (auch Geist, Mind u.a.m.); ich nenne diese Substanz Wille, wenn etwas davon – d.h. von einer aus dieser Substanz bestehenden Entität – ausgeht, und nenne sie Bewusstsein, wenn etwas darauf einwirkt
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04.11.2024, zuletzt editiert am 05.11.2024
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27) Wenn es den freien Willen nicht gibt...
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...dann läuft eh alles wie es nun einmal laufen muss, basta. Aber wenn es den freien Willen doch gibt, wovon ich weiterhin ausgehe, dann kann es böse enden, die Menschen ohne Not davon zu überzeugen, dass es ihn nicht gibt – denn wehe, wenn sie los(ge)lassen!
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N.B. Wir brauchen den freien Willen v.a. zu unserer Hemmung, d.h. um das allermeiste, wozu es uns drängt, NICHT zu tun. Dass wir andauernd überlegen, was wir noch alles vollbringen könnten, anstatt was wir noch alles seinlassen sollten, ist m.E. der Fehler schlechthin...
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04.11.2024, zuletzt editiert am 05.11.2024
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26) Schon resigniert oder noch renitent?
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Als Pessimist habe ich resigniert in puncto Heilserwartung ans Diesseits wie ans Jenseits, aber in meiner moralisch empörten Daseinsverneinung sehe ich eine große trotzige Anstrengung und gerade KEINE Resignation.
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Ich meine, dass wir einen – wenn auch eher unwirksamen – freien Willen haben, vergleichbar dem Steuermann eines Riesentankers im wild stürmenden Meer, der recht machtlos am winzigen Steuerrad herumkurbelt.
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Warum nicht einfach loslassen und sich dem großen Wüten überlassen; den kultivierten Eigenwillen verwerfen und dem natürlichen Mind at Large huldigen; jasagend aufgeben mit einem "Dein Wille geschehe!" auf den Lippen?
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Weil wir Menschen evt. die einzigen sind, die qua ihrem Intellekt zumindest theoretisch in der Lage sind zu erkennen, dass diese Welt aus Gründen der Vernunft und Moral etwas ist, das gar nicht sein dürfte.
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Findet man dann vom materialistischen Pessimismus, welcher versucht ist, das "Nichts" im physischen Tod als Problemlösung anzubieten, zum idealistischen Pessimismus, scheint als Fernziel das "reine Sein" auf.
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Statt in gierigem Aktionismus immer mehr zu zerstören, sollten wir unseren freien Willen besser dazu einsetzen, in asketischer Manier auf all den dekadenten Luxus zu verzichten, welcher uns viel mehr schadet als nützt.
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26.10.2024, zuletzt editiert am 31.10.2024
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25) Ungesunde Schuldgefühle loswerden
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Als Pessimist meine ich, dass ein redlicher Intellekt, welcher auch die unliebsamen Wahrheiten zur Kenntnis nimmt, unser Dasein in dieser Welt grundsätzlich negativ bewerten muss – laut Schopenhauer trägt es nicht den Charakter eines Geschenkes, sondern einer Schuld. Allerdings behält seinen Intellekt evt. nicht lange, wer partout bei der Verneinung bleibt, denn Bejahung ist angeblich viel gesünder! Hierfür pflegt man die prinzipiell unüberwindlichen Missstände dieser Welt (z.B. Fressen und Gefressenwerden) unbewertet zu lassen bzw. optimistisch umzudeuten bzw. sich mit unwesentlichen Verbesserungen bei Laune zu halten und/oder sich von jeder Schuld freizusprechen. Am radikalsten gelingt Letzteres den inkompatibilistischen Deterministen, welche den freien Willen in Abrede stellen ("man hätte gar nicht anders denken oder handeln können"). Das ist zwar arg kontraintuitiv, gilt jedoch nicht wenigen Denkern und Wissenschaftlern als logisch zwingend bzw. empirisch erwiesen.
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24.10.2024
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24) Süße Vergänglichkeit
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Gibt sich der daseinsmüde Gott in Menschengestalt der süßen Illusion seiner eigenen Vergänglichkeit hin?
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24.10.2024, zuletzt editiert am 27.10.2024
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23) Aufbegehrende Geschöpfe
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Laut der Bibelerzählung ist der Schöpfer im Recht und die aufbegehrenden Geschöpfe sind im Unrecht, tatsächlich jedoch ist es umgekehrt: wie in Shelley's Frankenstein macht sich der Schöpfer an seiner verfehlten Schöpfung schuldig.
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N.B. Mach es anständig oder mach es gar nicht, möchte man all den Trial&Error-Schöpfern zurufen; insbesondere denen, die dann auch noch alle Schuld an den Konsequenzen ihrer Schöpfung den armen Geschöpfen in die Schuhe schieben...
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23.10.2024. zuletzt editiert am 31.10.2024
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22) Intelligent Design?
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Der all-eine Gott mag ja ein genialer Ingenieur biologischer Automaten sein, aber Social Skills i.S.v. soziales Verhalten auf Augenhöhe hat er uns nicht eingebaut. (Woher sollte der alte Hierarchist sowas auch kennen, ohne Götter neben sich.) Derartige Vernunft und Moral mussten wir uns als Gegenentwurf zu Impulsivität und Brutalität selbst erdenken, aber es sieht schlecht aus, wir kommen gegen unsere unvernünftige und amoralische Natur nicht an.
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N.B. Wie ich meine universalistische Vorstellung von Moral gegen eine pluralistische Beliebigkeit verteidige ohne die Behauptung, dass jene Moral von Gott verordnet sei? Eben indem ich sage, dass sie die logische Reaktion auf Gott ist, die vom menschlichen Intellekt gefundene Antithese zum Schöpfer samt seiner Schöpfung. Wir pessimistischen Geschöpfe sind es leid, wollen Frieden statt Krieg, und sofern das nicht geht, das Nichtsein statt dem Sei(ende)n.
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16.10.2024, zuletzt editiert am 19.10.2024
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21) Die drei Gamechanger
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Bejahung oder Verneinung des Daseins, Endlichkeit oder Unendlichkeit des Bewusstseins, Existenz oder Nichtexistenz der Willensfreiheit – hinsichtlich dieser philosophischen Einstellungen ist jede Umorientierung sowas von groundbreaking, mir wird schon schwindelig, wenn ich eine solche nur in Erwägung ziehe.
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14.10.2024, zuletzt editiert am 15.10.2024
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20) Freier Wille?
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There is no 'could have been', sagt der Determinist Kastrup. Ich bin zugegebenermaßen ständig in Versuchung, diese seine Sicht zu übernehmen, um endlich meine 'regrets' darüber loszuwerden, dass ein moralisch (immer noch) besseres Leben möglich gewesen wäre.
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Bisher glaube ich aber daran, dass unser Intellekt den blinden Willen aktiv hemmen kann (bzw. hätte können) und dass dies ethisch geboten ist. Obwohl psychohygienisch nicht unbedenklich, täten wir gut daran, uns zusammenzureißen anstatt uns gehenzulassen.
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Klar ist des Menschen Wille sein Himmelreich, aber eben in aller Regel auch seines Nächsten Hölle, und wenn wir nicht in ständig zunehmender Zwietracht leben wollen, wird uns nichts anderes übrig bleiben, als Ungleichheiten nicht in den Himmel wachsen zu lassen.
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N.B. Die menschliche Gesellschaft müsste ihre grassierende hedonistische Zügellosigkeit gegen asketische Selbstbeherrschung tauschen, um überleben zu können. Moderne Technologie vermag unsere Umweltprobleme nicht zu lösen – Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand.
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12.10.2024, zuletzt editiert am 13.10.2024
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19) Die Natur hat unrecht!
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"Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu", sagen Vernunft und Moral; aber die Natur zwingt uns hungrige Lebewesen, anderen genau das anzutun, was wir von uns selbst abwenden wollen, nämlich den Tod. Schopenhauer stellt konsequenterweise fest: die Natur ist im Unrecht! Also verwirft Nietzsche Vernunft und Moral, Kämpfen und Triumphieren ist (wieder) angesagt :(
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12.10.2024, zuletzt editiert am 26.10.2024
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18) Quietismus
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Der einzelne Mensch bzw. die gesamte Menschheit sollte v.a. zur Ruhe finden.
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N.B. Ausnahmen bestätigen die Regel, aber ich halte den untätigen Menschen i.d.R. für den besseren Menschen; dass die Kollateralschäden all unserer gut gemeinten industriellen (lat. industria = Fleiß) Betriebsamkeit demnächst zur ökologischen Apokalypse führen, ist dafür der beste Beweis.
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12.10.2024
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17) Tun –> Denken –> Sein --> Nichtsein
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1. Schritt zurücktreten: vom Tun zum Denken
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2. Schritt zurücktreten: vom Denken zum Sein
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3. Schritt zurücktreten: vom Sein zum Nichtsein
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(3. ist wohl leider unmöglich, aber anzustreben)
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05.10.2024, zuletzt editiert am 07.10.2024
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16) Endliches vs. unendliches Bewusstsein
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Für Pessimisten ist die Endlichkeit des Bewusstseins eine zutiefst beruhigende Vorstellung bzw. die Unendlichkeit des Bewusstseins eine zutiefst beunruhigende Vorstellung, für Optimisten ist es umgekehrt.
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04.10.2024, zuletzt editiert am 05.10.2024
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15) Bewusstseinsverengung vs. Bewusstseinserweiterung
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Es wird viel Alkohol getrunken und wenig LSD genommen, weil Alkohol das Bewusstsein verengt und LSD das Bewusstsein erweitert – die Bewusstseinsverengung wird gesucht und die Bewusstseinserweiterung wird vermieden, denn der Pessimismus hat recht bzw. die Welt wäre besser nicht.
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Als idealistischer Pessimist hänge ich trotzdem an meinem leidigen Leben, weil ich nach zwei Nahtoderfahrungen das Allbewusstsein / Mit-allem-EINS-sein im Tod befürchte. Suizidenten hingegen sind i.a. materialistische Pessimisten, erhoffen sich das endgültige Nicht(bewusst)sein im Tod.
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22.09.2024, zuletzt editiert am 24.09.2024
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14) Vorherrschendes Lebensgefühl...
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...aufgrund meiner christlichen Erziehung war – und ist es tief drin wohl bis heute – die Wut auf den allmächtigen Gott und dass er seine Schöpfung mit Absicht leiden lässt; an der gereiften Oberfläche des Schopenhauerianers hingegen ist es die Traurigkeit über den – statt allmächtigen bloß noch übermächtigen – blinden Willen, der nun einmal will was er will, vgl. 6)...
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22.09.2024
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13) Hippies und Punks...
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...spiegeln m.E. Schopenhauer und Nietzsche, vgl. 11). Beide sind kulturpessimistisch-postmodern statt christlich-traditionell oder industriell-modern...
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...aber Hippies sind Mystik-zugewandt, friedens- und umweltbewegt, eher still-introvertiert, ernst-melancholisch bis passiv-pessimistisch, "Love & Peace"
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...aber Punks sind Mystik-abgewandt, rebellisch, eher laut-extrovertiert, DIY-selbstermächtigend, ironisch-zornig bis aktiv-pessimistisch, "No Future"
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21.09.2024
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12) Ichheit vs. Ego
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Die Ichheit des universellen Bewusstseins ist das Wirkliche und schlimmstenfalls ewig.
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Das Ego des privaten Bewusstseins ist nur eine Illusion, aber wohl wenigstens endlich.
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Der ewige Mind at Large ist ständig am Dissoziieren und Reassoziieren endlicher Egos.
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Das abgespaltene Ego weiß davon i.a. nichts, bis zum Ego Death bzw. Aufgehen im M@L.
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Nur das hochentwickelte Ego kann reflektierend begreifen, dass besser Nichts wäre.
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Der unreflektierte M@L aber ist blinder Wille, das Leid der Egos bleibt ihm fremd.
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All wir Ego-Illusionen sind dem M@L nur Mittel zu einem uns unbekannten Zweck.
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N.B. Ewigkeit bedeutet Abwesenheit von Zeit, nicht, dass unendlich viel Zeit vergeht.
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20.09.2024
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11) Lebensverneinende Postmoderne
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Die Postmoderne lässt den Glauben hinter sich, dass der Welt ein vernünftiges bzw. moralisches Prinzip zugrunde liegt.
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Schopenhauer tut das als Erster und höchst ungern, Nietzsche als Zweiter und im Gegenteil mit großer Erleichterung.
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Fast alle danach schließen sich Nietzsche an, erleben "the feeling of being after" als lebensbejahende Befreiung.
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Ich bleibe bei Schopenhauer – Lebensverneinung, weil die Welt im Sinne von Vernunft und Moral leider unheilbar ist.
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17.09.2024, zuletzt editiert am 20.09.2024
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10) Das Nichts wollen oder das Sein lassen?
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Nietzsche spottet über Pessimisten, die lieber aktiv das Nichts wollen als einfach nur passiv nicht zu wollen. Aber würden sie nur resignieren, wäre das nicht auch eine Form der Zustimmung? Gebieten Vernunft und Moral nicht vielmehr ein aktives Ablehnen des Seins?
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Schopenhauers letzte Worte interpretiere ich so, vgl. 1): wenn wir das Sein intellektuell ablehnen, weil es prinzipiell gegen die Gebote von Vernunft und Moral verstößt, haben wir das uns Mögliche bereits getan; gegen den übermächtigen Willen ist nicht anzukommen.
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17.09.2024
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9) Vom Ontologischen zum Ontischen...
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...fordert Heidegger und meint damit wohl, vom Nachdenken darüber, woraus alles im Grunde besteht, zum Nachdenken über das Sein an sich zu gelangen. Aber er behält die Kontrolle über seine Gedanken, bleibt Philosoph.
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Erst der Meditierende bzw. Mystiker ist wohl einer, der das selber vorangetriebene Denken aufgibt und stattdessen Gedanken nur noch betrachtet, wie sie in ihm von selber hochkommen und wieder vergehen.
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Am besten versuchen, das ganze Spektrum abzudecken – angefangen mit wissenschaftlichen Modellen, weiter über die Ontologie, die fragt, woraus die Welt wirklich besteht, bis hin zu ihrer loslassenden Betrachtung.
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16.09.2024, zuletzt editiert am 17.09.2024
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8) Nerds & Monks
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Wie der wachsenden Umweltzerstörung begegnen? Weiter auf technologischen Fortschritt setzen, etwa mit Geo-Engineering; oder versuchen, zur mönchischen Askese zu finden.
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Zwischen Machen und Seinlassen liegt Denken: Verlagerung von der technologischen Praxis auf die wissenschaftliche Theorie, also immer mehr Machen vermeiden durch gründliches Denken.
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16.09.2024, zuletzt editiert am 19.09.2024
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7) Außerirdische? Nö, die sind von hier!
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Die Naturwissenschaftler sind sich weitgehend einig: es ist höchst unplausibel, dass Aliens mit UFOs den hiesigen Luftraum unsicher machen. Bernardo Kastrup setzt dem eine viel plausibere Hypothese entgegen: die UFOs werden von Erdlingen geflogen! Naturwissenschaftlich gesehen denkbar, dass die eine oder andere Spezies ein paar hundert Millionen Jahre vor unserer Spezies ebenfalls auf Basis fossiler Brennstoffe innerhalb weniger Jahrhunderte eine rasante technologische Entwicklung und dann auch gleich wieder einen rasanten ökologischen Untergang hingelegt hat – die Erdkruste hätte deren Spuren schnell wieder getilgt. Diese nahezu ausgestorbenen Vorgänger halten sich bedeckt, versuchen aber immer mal wieder, uns Umweltsünder zu warnen. Schlechte Nachricht für Optimisten: es ist wohl zu spät, auch wir gehen aller Wahrscheinlichkeit nach bald unter. Gute Nachricht für Optimisten: wenn wir weder die erste noch die letzte technologisch hochentwickelte Spezies sind, vielleicht kommt ja die nächste rechtzeitig zur Vernunft.
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16.09.2024, zuletzt editiert am 19.09.2024
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6) Schopenhauers unreflektierter Gott
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Schopenhauer zählt sich zu den Atheisten, der Pantheismus sei nur ein höflicher Atheismus. Da die Substanz der Welt bei ihm aber der blinde Wille und damit sehr wohl eine bewusste ist, passt der Pantheismus m.E. besser als der Atheismus. Längst überfällige Antithese innerhalb des Monotheismus: nicht mehr ein Gott von höchster Vernunft und Moral, sondern genau im Gegenteil ein Gott bar jeder Vernunft und Moral. Erst wir (also seine belebten Individuationen), welche er (also die unbelebte Natur) ausstülpt, können Vernunft und Moral als Kulturleistung entwickeln und aufgrund dessen dann den eigenen Ursprung wiederum ablehnen! Wir reflektieren unser Dasein und wirken in einer Art negativer Rückkopplung dagegen –> Willensverneinung.
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15.09.2024, zuletzt editiert am 16.09.2024
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5) Je Zusammenbruch desto Gottesnähe
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Gemäß den Idealisten Huxley und Kastrup ist alles Bewusstsein: der EINE ewige Mind at Large der unbelebten Natur einerseits bzw. das endliche private Bewusstsein zahlloser Lebewesen andererseits. Je inaktiver das Gehirn als Filter (Huxley) bzw. je poröser die dissoziative Grenze (Kastrup) eines Lebewesens, desto ungehinderter der Informationsfluss vom M@L zum privaten Bewusstsein bzw. desto reicher und mystischer die Erlebnisse. Es gibt viele dieser erweiterten Bewusstseinszustände, am krassesten (zumindest unter den reversiblen) ist die sog. Nahtoderfahrung – so krass, dass man die Erinnerung daran evt. ein Leben lang verdrängt.
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14.09.2024, zuletzt editiert am 15.12.2024
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4) Synthese von Schopenhauer und Nietzsche?
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Der metaphysische Wille, unser EINES Urwesen, aus dem wir als seine Individuationen alle Lebensenergie schöpfen, ist unfähig zur Selbstreflexion und deshalb bar jeder Vernunft und Moral.
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Schopenhauer bejaht Vernunft und Moral und propagiert deshalb die Verneinung des Willens, Nietzsche verwirft daraufhin Vernunft und Moral, um den Willen wieder bejahen zu können.
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Die Synthese wäre wohl so etwas wie fairer Wettbewerb, aber der Zeitgeist bleibt Nietzsche-lastig bzw. wird immer Nietzsche-lastiger, weil die Praxis zeigt, dass die Unfairen gewinnen.
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Ich fürchte, man muss sich entscheiden: mit Schopenhauer in Resignation versinkend sich übervorteilen lassen oder mit Nietzsche wütend aufbegehrend nach Vorherrschaft streben.
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(Hat Nietzsche Schopenhauer weitergedacht? Wenn ja, dann verstehe ich diesen Fortschritt nicht – m.E. er ist einfach zu den Dionysiern vor Sokrates zurückgegangen, um dessen Moralin loszuwerden.)
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09.09.2024, zuletzt editiert am 30.10.2024
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3) Gott hat den Selbstmord verboten, deshalb...
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...bringen sich suizidale Monotheisten ihm als Opfer dar, entweder indem sie sich altruistisch totarbeiten, oder indem sie möglichst viele Ungläubige mit sich in den Tod reißen. Sofern der Suizident wirklich an das ewige Höllenfeuer glaubt, bleiben ihm nur solche krassen Umwege, wenn er sein Leid ein für allemal beenden will. Es geht ihm nicht ums Paradies, wie üblicherweise unterstellt wird – kurz und schmerzlos Hand an sich selber legen, um ein für alle Mal nicht mehr existieren zu müssen, wäre jedem wirklich Elenden Erlösung genug! Aber diesen direkten Ausweg hat nur die naive Konkurrenz (Materialismus) im Angebot...
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09.09.2024, zuletzt editiert am 14.09.2024
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2) Objektive Wirklichkeit und subjektive Wahrnehmung
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Bei Plato ist die wirkliche Welt die reine Welt der Ideen – aber nur den Wenigsten gelingt es, vom Dunkel unserer sinnlichen Wahrnehmung ans Licht der geistigen Erkenntnis zu gelangen (siehe Höhlengleichnis).
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Seit Kant liegt die wirkliche Welt ("Ding an sich") grundsätzlich jenseits unserer irdischen Erkenntnismöglichkeit – als skeptische Wissenschaftler bescheiden wir uns mit stets hypothetischen Modellen unserer Umwelt.
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Bei Schopenhauer ist die wirkliche Welt EIN Wille ohne Vernunft und Moral – wir als seine Individuationen stehen im Bann der täuschenden Außenwelt (indisch: Maya) und sollten zur inneren Willensverneinung finden.
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09.09.2024
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1) Top-Todesgedanke!
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Letzte Worte von Arthur Schopenhauer anno 1860, wiedergegeben von seinem Freund und Biographen Wilhelm Gwinner anno 1862:
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"Es würde für ihn nur eine Wohlthat sein, zum absoluten Nichts zu gelangen; aber der Tod eröffne leider keine Aussicht darauf. Allein, es gehe wie es wolle, er habe zum wenigsten ein reines intellectuelles Gewissen."
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Meine Auslegung dieses Zitats:
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Vom Tod ist keine Erlösung zu erwarten, weil zwar unser (zu Vernunft und Moral fähiger) Intellekt sterblich ist, aber unser (zu Vernunft und Moral unfähiger) Wille unsterblich ist. Immerhin kann seine Hände in Unschuld waschen, wer sich mit seinem Intellekt identifiziert; denn ginge es nach ihm, stürbe auch der Wille.
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